Ev. Kirchengemeinde Rönsahl muss ab Sommer die Trägerschaft der eigenen Kindertagesstätte am Stade abgeben. Die finanzielle Gesamtsituation macht diesen Schritt unumgänglich Foto: EKKLP

Rönsahl. Das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Rönsahl hat in dieser Woche entschieden, die Trägerschaft der eigenen Kindertagesstätte zum 31.07.2022 abzugeben. Wirtschaftliche
Rahmenbedingungen, die in der Zusammenarbeit mit der Stadt Kierspe, dem Jugendamt des Märkischen Kreises und dem Ev. Trägerverbund für Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis
Lüdenscheid-Plettenberg, erläutert und diskutiert wurden, konnten diese Entscheidung nicht abwenden.

Der Hauptgrund für diese Entscheidung liege vor allem in den immer größer werdenden Herausforderungen der Finanzierung des Betriebs der Kindertagesstätte, heißt es in einer Mitteilung des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg. Die Kirchengemeinde Rönsahl trage hier im Jahr rund zehn Prozent der Gesamtkosten, was allerdings ein Drittel ihrer jährlichen
Kirchensteuerzuweisungen ausmache. Vor allem aufgrund des kontinuierlichen Rückgangs von Gemeindegliedern über die letzten Jahre, habe die Kirchengemeinde immer weniger Geld zur
Verfügung, mit der sie aber noch viele weitere Kosten, u.a. in den Bereichen Personal und Gebäude, decken müsse. Die anteiligen Kosten für die Pfarrstelle, das Gemeindehaus und natürlich
die Servatiuskirche seien hierfür nur einige Beispiele

Dennoch wurden jedes Jahr rund 40.000 Euro in den Betrieb der Kindertagesstätte investiert. Um die Kosten decken zu können, nahm die Kirchengemeinde in den letzten Jahren sogar Geld aus eigenen Rücklagen. Diese Möglichkeiten sind nun aber auch ausgeschöpft.

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Das konstruktionsbedingt undichte Dach der Kindertagesstätte ist derzeit provisorisch abgedeckt. Die Sanierung dieses Schadens, weiterer Mängel des Gebäudes sowie die Umsetzung der verschärften Raumkonzept-Vorgaben, würden sehr hohe Kosten nach sich ziehen Foto: EKKLP

Erschwert wird die Gesamtsituation dadurch, dass das Gebäude am Stade grundlegend sanierungsbedürftig ist. Neben dem konstruktionsbedingt undichten Dach und den in den letzten
Jahren verschärften Vorgaben für das Raumkonzept von Kindertagesstätten, ist die Nutzung des bestehenden Gebäudes sehr schwierig.

Die Verantwortlichen waren somit gezwungen jetzt zu entscheiden, wie es langfristig mit der Kindertagesstätte weitergehen kann. Die hohen Kosten für die Trägerschaft, mögliche Ausgaben für eine notwendige Gebäudesanierung, bei immer geringeren Eigenmitteln, ist in Summe als finanzielle Belastung für die Kirchengemeinde nun zu groß geworden. Dies führte schlussendlich zur Entscheidung des Presbyteriums.

„Wir bedauern diesen Schritt außerordentlich. Doch auch wir als Ev. Kirchengemeinde unterliegen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auf die wir nur sehr bedingt Einfluss nehmen können. Wir haben alles mehrfach überlegt und viele Gespräche geführt. Wenn aus unserer Sicht hierbei eine
zielführende Lösung für das Problem herausgekommen wäre, hätten wir sicher nicht so entschieden. Unsere Kirchengemeinde hat Anfang der 60er-Jahre das Gebäude gebaut und seitdem die Kindertagesstätte voller Überzeugung betrieben. Uns war es immer wichtig für die Kinder da zu sein und sie auf ihrem Lebensweg ein Stück zu begleiten. Es tut sehr weh, dass wir
diese Arbeit ab Sommer nicht mehr fortführen können“, bedauert Brigitte Denda, die Vorsitzende des Presbyteriums der Ev. Kirchengemeinde Rönsahl im Namen des Presbyteriums, die Entscheidung. @EKKLP

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