Die Sonderausstellung zu Otl Aicher ist seit Oktober und noch bis März des kommenden Jahres in der Galerie der Stadt Lüdenscheid zu sehen. Foto: Guido Raith

Lüdenscheid. (PSL) Die erste öffentliche Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Otl Aicher – Ökonomie der Gestaltung“ in der Galerie findet am Sonntag, 13. November, um 15 Uhr statt. In einem begleiteten Rundgang bringt Dr. Carolin Krüger-Bahr den Besuchern die neue Ausstellung näher. Der Eintritt ist kostenfrei, für die Führung wird ein Beitrag von 3 Euro erhoben.

„Otl Aicher – Ökonomie der Gestaltung“ zeigt die innovative, auf Konsequenz und Nachhaltigkeit gründende gestalterische Arbeit Aichers. Auch der regionale Bezug wird deutlich: Die Ausstellung rückt Unternehmen aus der Region, für die Aicher gearbeitet hat, und Projekte, welche die Stadt Lüdenscheid betreffen, in den Fokus.

Otl Aicher als Gestalter und Wegweiser

Der Gestalter und Denker Otl Aicher wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Ulm ist seine Heimatstadt. Dort gründete er 1953 zusammen mit Max Bill und seiner Frau Inge Scholl, Schwester der Widerstandskämpfer Hans und Sophie, die zukunftsweisende Hochschule für Gestaltung.

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Als Wegweiser des Corporate Designs des 20. Jahrhunderts galt Aicher als maßgebend und kompromisslos. Zwei Dauerthemen des deutschen Designs, Minimalismus und System, wurden durch ihn maßgeblich geprägt. Er entwickelte das Erscheinungsbild für zahlreiche Unternehmen wie für Braun, Deutsche Lufthansa, Erco und WestLB. Vor 50 Jahren gab er den Olympischen Spielen in München ihr farbenfrohes Gesicht. Alles sollte gestaltet werden, von den Uniformen der Ordnungskräfte über Programmhefte und Plakate bis hin zu den Parkscheinen.

Stets politisch

Design war für Aicher stets politisch: Er begriff Gestaltung als soziale Kommunikation. Alltagsgegenstände sollten das Leben leichter machen und nicht durch überflüssigen Zierrat und Schnörkel komplizierter. Sein 1972 für Olympia entwickeltes Piktogrammsystem vermittelt Informationen sprachübergreifend mittels bildhafter Symbole – eine weltumspannende Sprache ohne Buchstaben.