Ernst Dossmann, der "Baumeister der Region Mark" ist tot. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. Der Heimatbund Märkischer Kreis e.V. trauert um Ernst Dossmann. Der ehemalige Kreisheimatpfleger verstarb am 10. März im Alter von 95 Jahren.

Ernst Dossmann wurde am 26. April 1926 in Iserlohn geboren. Nach dem Abitur am Märkischen Gymnasium Iserlohn absolvierte er von 1948 bis 1953 ein Architekturstudium. Anschließend war Dossmann als freier Architekt in Iserlohn tätig.

Dossmann gilt als „Baumeister der Region Mark“: Er hat im Märkischen Kreis unzählige Kirchen, Kapellen, Industrie-, Schul- und Verwaltungsgebäude erstellt, unter anderem:

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  • Rathaus Schalksmühle
  • Kirchen in Iserlohn-Nussberg, Kalthof, Bredenbruch, Iserlohner Heide und Werl
  • Kapellen in Hemer und Frönsberg
  • Schulzentren in Iserlohn, Hemer und Schwerte
  • Verwaltungsgebäude der damaligen KDVZ

Besonders die Bauten in seiner Heimatstadt Iserlohn prägen bis heute das Erscheinungsbild – darunter das Parktheater, Rathaus, die Sparkassen und Volksbanken, das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis oder Gemeindehäuser und Kindergärten in Wermingsen, Nussberg, Gerlingsen und Dördel. Dossmann erschaffte nicht nur neue Gebäude, sondern widmete sich engagiert und couragiert auch dem Bewahren historischer Bauten. Der Erhalt und die heutige Nutzung der historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf als lebendiges Industriemuseum geht auf seine Initiative zurück.

Die Industriekultur und ihre Bauten waren eine Herzensangelegenheit von Ernst Dossmann. Deshalb war er auch tätig im Förderverein Märkische Straße, heute WasserEisenLand e. V., sowie Mitglied im Kuratorium Westfälisches Freilichtmuseum Hagen.

Leitfigur der Heimatbewegung

Mit seinen sach- und fachkundigen Veröffentlichungen hat Dossmann maßgeblich dazu beigetragen, das Heimat- und Geschichtsbewusstsein sowie die Verbundenheit mit unserer Region in weiten Kreisen der Bevölkerung zu wecken und in beispielhafter Weise zu stärken. Er schrieb zahlreiche Artikel für die landeskundliche Zeitschrift „Der Märker“ und wurde deshalb zu seinem 80. Geburtstag mit einer Festgabe geehrt.

Impulsgeber

Auf Dossmanns Anregung hin hat der Heimatbund Märkischer Kreis 42 Bücher und Broschüren, 15 Kreisheimatbücher und vier Märkische Jahrbücher herausgeben. Sein 1983 geschriebenes Buch „Auf den Spuren der Grafen von der Mark“ gilt Kennern bis heute als ein Standardwerk. In diesem, wie auch in seinen Büchern über die Papierherstellung in der Grafschaft Mark oder über Iserlohner Tabakdosen, hat Ernst Dossmann stets die Balance gewahrt zwischen wissenschaftlichem Anspruch und leichter Lesbarkeit. Mit seinen Publikationen regte er interessierte Märkerinnen und Märker zur Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte an.

Ernst Dossmann war seit 1969 Kreisheimatpfleger für den damaligen Kreis Iserlohn und von 1976 bis 2001 Kreisheimatpfleger für den Nordkreis des HBMK. Als Ausdruck des Dankes und der Anerkennung seines Wirkens ernannte der Heimatbund des Märkischen Kreises Ernst Dossmann 2002 zum Ehrenmitglied.

Motor der Märker

Der „Motor der Märker“ hat viele und vieles angetrieben. Als langjähriges Beiratsmitglied im Vorstand der „Freunde der Burg Altena e. V.“ hat er beispielhaft dazu beigetragen, dass die Burg Altena heute noch der geschichtliche und kulturelle Mittelpunkt des märkischen Kreises ist.

Für seine Verdienste um die Förderung des Heimatgedankens wurde Ernst Dossmann 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz und 1990 mit den Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse ausgezeichnet. 2007 erfuhr sein herausragendes Engagement für die Denkmalpflege die verdiente Würdigung mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Märkische Kreis und der Heimatbund des Märkischen Kreises danken Ernst Dossmann für seine Förderung von Heimatliebe und Heimatpflege und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

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