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Szenen aus dem Alltag von Bürgermeister Dieter Dzewas. Fotos: Iris Kannenberg/Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Ende einer Ära: Dieter Dzewas wird bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 nicht mehr für das Amt des Lüdenscheider Bürgermeisters antreten. Das hat er in einem Brief an alle SPD-Mitglieder, die Ratsfraktionen und am Donnerstag in einem Pressegespräch mitgeteilt. „Schon im vergangenen Jahr habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, ob ich mich erneut bewerben sollte. Seit drei Monaten steht mein Entschluss aber fest“, sagte er bei einer Pressekonferenz im Lüdenscheider Willy-Brandt-Haus. „Für die neuen Herausforderungen brauchen wir neue Kräfte und neue Handlungsansätze“, betonte er. Zudem sei er der Überzeugung, dass er den enormen Anforderungen des Amtes vermutlich nicht bis zum Ende einer weiteren Legislaturperiode im vollen Umfang gewachsen sei. „Ich sehe durchaus Persönlichkeiten in der SPD, die sich den neuen Herausforderungen erfolgreich stellen können“, betonte er.

Kandidatensuche läuft an

Schon in den kommenden Tagen werden sich die vier Lüdenscheider SPD-Ortsvereine mit der Suche nach geeigneten Kandidaten befassen. Der Stadtverband hat das Thema für seine Sitzung am 8. Mai auf die Tagesordnung gesetzt. Am 30. Oktober soll die Partei erstmalig in einer Vollversammlung aller SPD-Mitglieder in Lüdenscheid der Bürgermeisterkandidat nominiert werden.

35 Jahre lang die SPD vor Ort geprägt

SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Voß sprach am Donnerstag von einer „Zäsur“. Die Fraktion arbeite seit 2004 erfolgreich mit Dieter Dzewas zusammen. Sie respektiere diesen Schritt. Das Verhältnis zu Dieter Dzewas sei immer vom gegenseitigen Vertrauen geprägt gewesen. „Der Bürgermeister ist ein meinungsstarker Mann, der aber auch gut mit anderen Meinungen umgehen kann“, betonte Jens Voß. Er habe die SPD in Lüdenscheid über 35 Jahre stark geprägt.



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Sprachen im Willy-Brandt-Haus über das bevorstehende Ende der Ära Dieter Dzewas: Stadtverbandsvorsitzender Fabian Ferber, Bürgermeister Dieter Dzewas und Fraktionsvorsitzender Jens Voß. Foto: Wolfgang Teipel

Dzewas war in dieser Zeit Ratsherr, Vorsitzender des Jugendwohlfahrtsausschusses und später des Sozialausschusses und stellvertretender Bürgermeister während der Amtszeit von Lisa Seuster. Er übernahm den Vorsitz im Ortsverein Honsel/Worth und war stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis. Von 1998 bis 2002 vertrat er als Abgeordneter die Region im Deutschen Bundestag.

2014 mit 68,3 Prozent der Stimmen wiedergewählt

Dieter Dzewas genoss nicht nur das Vertrauen der SPD. Viele Lüdenscheider bauten auf den Mann, der zunächst eine Ausbildung zum Handwerker absolvierte und dann auf dem zweiten Bildungsweg das Studium zum Sozialarbeiter erfolgreich abschloss. Bei der Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2014 wurde er mit einem Stimmenanteil von 68,3 Prozent im Amt bestätigt.

Ob er zwischendurch mal ans Hinschmeißen gedacht hat? „Ich bin kein Typ, der hinschmeißt“, sagt Dieter Dzewas ohne zu zögern. An schwere Stunden erinnert er sich dennoch. „Das war die Zeit, als bei Aufräumarbeiten nach dem Orkan Kyrill ein Feuerwehrmann schwer verletzt wurde und nach zwei Jahren im Koma starb.“ Der Bürgermeister hatte den Mann mehrfach besucht.

Hier der Brief, in dem der Bürgermeister seinen Entschluss ausführlich erläutert: Dzewas.Dieter.Mitgliederbrief.01.05.19

 

 

 

 

 

 

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