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Drei Identitäten: Liza Kos als Liza Kos, Aynur Güzel und Swetlana Kalaschnikova. Collage: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Drei Frauen in einem Kopf, kann das gut gehen? Liza Kos ist zugleich Aynur Güzel und Svetlana Kalaschnikova. In ihrem Programm „Was glaub` ich, wer ich bin?!“ nimmt sie Klischees aufs Korn und präsentiert kleine Songs auf der Gitarre. Eigentlich handelt es sich ja um eine Balalaika. Aber auch sie ist wie Liza Kos schon voll integriert.

Russen sind stark und sprechen kaum, Türken sind Machos und deutsche Männer können Müll trennen – das erfuhr das Publikum am letzten Abend der 41. Lüdenscheider Kleinkunsttage aus dem Mund der gebürtigen Russin, die vor 15 Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen ist.

Vier Jahre unterm Kopftuch

Hier will und muss sie sich integrieren und lernt die Landessprache, die sie auch bald perfekt beherrscht: Türkisch! Nach vier Jahren unterm Kopftuch, hängt sie dieses an den Nagel und beschließt eine „richtige Deutsche“ zu werden. Um dies zu erreichen und die Integration endlich abzuschließen, befreundet sie mit Rainer, meldet sie sich in Aachen in einem Karnevalsverein an und beginnt Öcher Platt zu lernen.

Spiel mit vielen Klischees

„Was glaub’ ich, wer ich bin?!“ ist ein vielschichtiges Kabarett-Comedy Programm, das u.a. Liza Kos’ eigene und eigentümliche Integration erzählt. Sei es über ihr Herkunftsland Russland, die Türkei oder ihre Wahlheimatland Deutschland. So kann sie mit vielen Klischees spielen.

Manche Dinge geraten dabei aber überraschend matt. So wie ein Gedicht, mit dem sie einem Mann anhimmelt. „Du bist Adam, ich bin die Rippe, Du bist der Vogel, ich die Grippe“. Naja.

Wortdreher im Sprachdschungel

Etwas ermüdend auch die Reise noch Aynur Güzel durch den deutschen Sprachdschungel, der immerhin den ein oder anderen witzigen Wortdreher hervorbringt. Es ging um Oberweiten, Pushup-BHs, Waschbrettbäuche und Waschbrettbrüste.

Sogar ein Liebeslied an Deutschland hat sie geschrieben, wo die Leute nur bei Grün über die Straße gehen und extrem pünktlich sind, außer, es handelt sich um die Deutsche Bahn. Die Botschaft? „Deutschland, Du bist der Hammer. Doch Dein Gejammer – das mag ich nicht.“

Wer von den fünf Kandidaten (Kolja Fach, Nikita Müller, Jean-Philippe Kindler, Sandra Da Vina und Liza Kos) wird sich die „Lüdenscheider Lüsterklemme“, den mit 1500 Euro dotierten Kleinkunstpreis der Sparkasse Lüdenscheid in den Trophäenschrank stellen können? Wie das Publikum entscheiden hat, wird am Montag nach Auszählung der Stimmen bekanntgegeben.

 

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