Brigitte Passoth und Pfarrer Martin Wehn hängen ein Porträt des Stifters Klaus Korte auf. Es befindet sich im Eingangsbereich, dem ehemaligen Kaminzimmer des Elternhauses von Klaus Korte. Dieser Raum zählte zu seinen Lieblingsplätzen. Foto: Wolfgang Teipel

Hagen. „Den Tagen mehr Leben geben“: Das haben sich die Betreiber des ersten stationären Hagener Hospizes vorgenommen. Ab 5. März ist es endlich soweit. Dann können die ersten Gäste aufgenommen werden. Am Freitag wurde die Einrichtung an der Rheinstraße in einer Feierstunde von der Klaus-Korte-Stiftung an die Betreibergesellschaft übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Architekt Mirko Schäfer überreicht Stiftungsvorsitzender Brigitte Passoth den symbolischen Schlüssel. Foto: Wolfgang Teipel

Sieben Jahre Arbeit

„Alle Arbeiten sind abgeschlossen. Sogar der Rasen ist fertig.“ Der Stoßseufzer vom Pfarrer Martin Wehn, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, ist nachvollziehbar. Vom Start des Projektes bis zur betriebsbereiten Einrichtung dauerte es immerhin sieben Jahre. Die Idee, für Hagen und Umgebung ein stationäres Hospiz einzurichten, entstand bereits 2005 mit der Gründung eines Fördervereins.

Ein glücklicher Tag für Pfarrer Martin Wehn (links). OB Erik O. Schulz warb um Spenden. Fotos: Wolfgang Teipel

Auch für Brigitte Passoth, Testamentsvollstreckerin von Klaus Korte und Vorsitzende der Stiftung, war der 23. Februar ein glücklicher Tag. Über sieben Jahre hatte sie sich bemüht, den Traum von Klaus Korte Wirklichkeit werden zu lassen. Sie dankte allen Beteiligten. „Sie haben die Vision von Klaus Korte verstanden und sie engagiert umgesetzt“, sagte sie, bevor ihr Architekt Mirko Schäfer den symbolischen Schlüssel zur Eröffnung überreicht. Brigitte Passoth gab das mit Blattgold verzierte Schließwerkzeug anschließend an die Einrichtungsleiterinnen Merle Schüpphaus und Birgit Meißner weiter.

Einrichtung “beispielgebend”

Oberbürgermeister Erik O. Schulz bezeichnete die Initiative und die Einrichtung als „beispielgebend“. Er wirbt für die Fortsetzung des Engagements. Jeder könne zur Zukunft des Hospizes beitragen. Da die Pflegesätze etwa 95 Prozent der Kosten deckten, sei die Einrichtung dauerhaft auf Spenden angewiesen. „Monatlich werden etwa 5000 bis 6000 Euro benötigt“, sagte Erik O. Schulz. Dieser gesellschaftlichen Aufgabe solle sich jeder stellen“, appellierte er.

Bis zu acht Hospizgäste

Pflegedienstleiterin Merle Schupphaus (rechts) und Birgit Meißner. Foto: Wolfgang Teipel

Gesellschafter des Hospizes Hagen sind die Diakonie Mark Ruhr, der Förderverein Stationäres Hospiz Hagen und der Pflegedienst „wohlbehagen“. Hinzu kommt die Caritas als Kooperationspartner. Betreiber ist die Stationäres Hospiz gem. GmbH. Sie hat die Immobilie für 25 Jahre von der Klaus-Korte-Stiftung gemietet.

Speziell ausgebildete Pflegekräfte und geschulte Ehrenamtliche kümmern sich um Unterbringung und Pflege, um menschliche Zuwendung und Verpflegung von bis zu 8 Hospizgästen. Alle Zimmer sind vollklimatisiert und werden neben einem modernen Pflegebett über eine Sitzgruppe, einen Schlafsessel, TV- und Musikanlage, WLAN, Telefon und eigene Dusche und WC verfügen. Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige werden in zwei zusätzlichen Gästezimmern möglich sein.

Das Hospiz nimmt ab sofort Anmeldungen entgegen. Die Telefonnummer lautet: 02331/ 59837-00.

Ein Blick zurück

Der erste Spatenstich erfolgte im Juni 2016. Foto: Wolfgang Teipel

Ein Blick zurück: Das Vermächtnis des Hageners Klaus Korte ermöglicht dem Förderverein für ein stationäres Hospiz in Hagen nach vielen Jahren endlich den Bau einer Einrichtung, in der Menschen in Würde sterben können. Klaus Korte starb im Frühjahr 2011 im Alter von 62 Jahren und hatte während seiner todbringenden Krankheit das Leben im Mutter-Theresa-Hospiz in Letmathe kennengelernt. So wurde es schließlich sein sehnlichster Wunsch anderen todkranken Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

Vermächtnis von Klaus Korte machte den Weg frei

Er brachte sein stattliches Wohnhaus am Ischeland und sein Vermögen in die Klaus-Korte-Stiftung ein. Das Ziel: In Kortes ehemaligen Wohnhaus in der Rheinstraße 3 soll ein stationäres Hospiz mit acht Patientenbetten eingerichtet werden. Brigitte Passoth, seine Betreuerin aus Letmather Zeiten, wurde seine Testamentsvollstreckerin. Sie gründete die Klaus-Korte-Stiftung.

700.000 Euro von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW

Ein weiterer wichtiger Meilenstein: Im März 2016 hat die Hospiz Hagen gem. GmbH von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW eine Zuwendung von 700.000 Euro. Das Geld wurde vollständig für den Neu- und Umbau des Gebäudes verwendet. Die Bau- und Umbaukosten auf dem 1480 Quadratmeter großen Grundstück an der Rheinstraße werden auf rund 1,9 Millionen Euro beziffert.

Wer die Arbeit des Fördervereins unterstützen möchte, kann eine Spende auf folgendes Spendenkonto überweisen:

Sparkasse Hagen
IBAN: DE57 4505 0001 0104 0154 38
BIC: WELADE3HXXX
Stichwort: Bau eines stationären Hospizes

Der Verein freut sich über jeden, der seine Arbeit unterstützt.

Der Antrag zur Mitgliedschaft hier zum Download:

http://hospizhagen.de/docs/antrag_mitgliedschaft.pdf

Zu allem Zimmern gehört eine Terrasse. Die Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich habe die Skulptur “Ngel der Stille” geschaffen. Sie hängt im Raum der Stille. Das ehemalige Elternhaus von Klaus Korte erstrahlt in neuem Glanz. Fotos: Wolfgang Teipel

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