Dank einer Spende der Volksbank konnte der PTV einen Trainings-Dummy für Selbstbehauptungskurse anschaffen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Gruppe Liona im Plettenberger Turnverein (PTV) bietet regelmäßig Selbstbehauptungskurse für Mädchen und Frauen an. Dank einer Spende der Volksbank in Südwestfalen steht dafür nun ein Trainings-Dummy zur Verfügung. Nach den Sommerferien sollen wieder Kurse durchgeführt werden, sofern es die Corona-Lage zulässt.

Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Frauen und Mädchen. Belästigungen auf dem Weg zur Arbeit oder beim abendlichen Gang durch die Stadt sind leider keine Seltenheit. In den Selbstbehauptungskursen des Plettenberger Turnvereins 1868 e. V. lernen Mädchen und Frauen, wie sie sich in solchen Situationen zur Wehr setzen können. Für die Anschaffung eines Trainings-Dummies spendet der Volksbank-Regionalbeirat 1.000 Euro. Regionalbeiratsmitglied Gerd Stederoth und Teilmarktleiter Detlef Klinke überreichten den symbolischen Spendenscheck an den 1. Vorsitzenden des Vereins, Winfrid Schulte.

„Männer suchen sich Opfer aus, keine Gegner“, erklärt der Vorsitzende des Plettenberger Turnvereins, Winfrid Schulte, und erklärt weiter: „In unseren Kursen geht es darum, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein der Mädchen und Frauen zu schulen. In Notsituationen können zum Beispiel eine schwere Handtasche oder auch ein Regenschirm zur Abwehr eines Angreifers verwendet werden. Aber auch der eigene Körper kann als Waffe eingesetzt werden.“

Gefahrenvermeidung hat Priorität

Die korrekte Anwendung müsse im Vorfeld immer wieder trainiert werden. Dafür eigne sich ein speziell für Selbstbehauptungskurse ausgelegter Dummy, an dem konkrete Übungen wie der Kniestoß oder auch Schläge in Richtung Nase oder Auge geübt werden können. Im Rahmen des Kurses werden den Teilnehmerinnen überdies die gesetzlichen Grundlagen (Notwehrparagraph) vermittelt. Schulte: „Oberste Priorität hat bei allem stets die Gefahrenvermeidung.“

„Ein gezielter Schlag oder Tritt gibt die Möglichkeit zur Flucht. Das kann überlebenswichtig sein und sollte hart und mit voller Wucht ausgeführt werden. Das macht man nicht einfach so. Das muss man üben“, weiß auch Volksbank-Regionalbeiratsmitglied Gerd Stederoth. Bei einem Trainings-Dummy müsse man sich keine Sorgen vor Verletzungen machen und könne sich bestmöglich auf die hoffentlich niemals eintretende Notsituation vorbereiten.

Übungsleiterin Noel Schulte demonstriert das Training mit dem Dummy. Foto: Bernhard Schlütter

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