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In der kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung in der Schützenhalle Plettenberg wurden die Mitarbeiter/innen über die Schließung der Standorte Plettenberg und Selbecke zum April 2019 informiert. Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Dura schließt die Standorte Plettenberg und Selbecke zum 30. April 2019. Das erfuhren die Mitarbeiter/innen in einer kurzfristig anberaumten Betriebsversammlung am Dienstag (24. April).

Um 14.30 Uhr begann die Betriebsversammlung in der Schützenhalle Plettenberg. Unmittelbar davor war der Betriebsrat von der Geschäftsführung informiert worden, dass die Schließung des kompletten Dura-Standorts Plettenberg und des dazugehörigen Werkes Selbecke beschlossene Sache sei. Medienvertreter hatten keinen Zutritt zur Betriebsversammlung.

Rund 970 Mitarbeiter betroffen

Um 15.15 Uhr erreichte die TACH-Redaktion die Pressemitteilung der Dura-Geschäftsführung, die wir hier im Wortlaut veröffentlichen:



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“Die Geschäftsführung von Dura Automotive Systems, LLC (Dura) hat am Dienstag die Betriebsräte und Mitarbeiter der Standorte Plettenberg und Selbecke über die Einstellung der dortigen Geschäftstätigkeit zum 30. April 2019 informiert. Hauptgründe dafür sind seit mehreren Jahren aufgelaufene Verluste in Höhe von nunmehr über 160 Millionen Euro, seit 2015 ausbleibende Neuaufträge sowie ein Großbrand im September 2017 im Plettenberger Werk, welcher die vollständige Zerstörung wichtiger Produktionsanlagen zur Folge hatte. Über viele Jahre haben Unternehmens- und Werksleitung alles in ihrer Macht Stehende getan, um die notwendigen Verbesserungen bei Kosten, Qualität und Produktivität zu erreichen und diese Standorte wettbewerbsfähig zu machen. Trotzdem waren diese Restrukturierungsbemühungen nicht erfolgreich. Von der Werksschließung sind rund 970 Mitarbeiter in Selbecke und Plettenberg betroffen.

“Schließung der Standorte alternativlos”

Die Geschäftsführung von Dura betonte, dass ihr die Entscheidung sehr schwer gefallen sei. Man habe lange und hart dafür gekämpft, die Werke für künftiges Wachstum und Profitabilität aufzustellen. Trotz der gemeinsamen Anstrengungen der lokalen Geschäftsführung und der Betriebsräte, die Kosten zu senken und die Produktivität auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu heben, bliebe angesichts der aktuellen Entwicklung und der wirtschaftlichen Ergebnisse die Schließung der Standorte alternativlos. Dies sei schmerzlich und sehr bedauerlich für alle Beteiligten.

Gespräche über Interessensausgleich und Sozialplan

Die lokale Geschäftsführung wird nun Gespräche mit den Betriebsräten über einen Interessensausgleich und Sozialplan aufnehmen. Es ist beabsichtigt, die Arbeitsverhältnisse der Stammbelegschaft bis zum 30. April 2019 fortzusetzen.

Andere Dura-Standorte in Deutschland und Europa sind von dieser Entscheidung nicht betroffen. Deutschland wird als wichtiger Industrie-, Handels- und Entwicklungsstandort auch weiterhin eine zentrale Rolle für Dura Automotive in Europa einnehmen.”

Stellungnahme der IG Metall

Die Stellungnahme von Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis, lesen Sie hier: Das Vorgehen des Konzerns ist eine Sauerei.

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2 KOMMENTARE

  1. Was die Amis hier abziehen ist ne riesen Schweinerei. Aber dss ganze hat viel früher angefangen. Als seinerzeit Unternehmensberater Roland Berger anfing , die halbe Firma schlecht zu bewerten. Dann kam eines zum anderen. Das schlimmste waren jetzt die Lehrlinge vom US PRÄSES.

  2. Wie hier in RE vor etwa 3 Jahren geschehen.

    Es wurde eine Dosenfabrik geschlossen, wo seit 50 Jahren produziert wurde.
    In erster Linie Coladosen usw.
    Selbst der BM wurde in der USA bei BALL vorstellig – gebracht hats nichts, Null Komma Null.
    Und das ist hier in Germany erst der Anfang. Die Heuschrecken lassen grüßen
    und Berger & Consorten. AuchDH Tunnelbau in Do macht zu. So sieht hier die Zukunft aus.

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