Um das Fallbett für die Brücke zu schaffen müssen 80.000 Kubikmeter Boden bewegt werden. Foto: Sven Prillwitz

Lüdenscheid/Südwestfalen. Die „Lebensader A45“ ist seit dem 2. Dezember durchtrennt mit fatalen Auswirkungen für die Menschen, die Wirtschaft und die betroffenen Städte und Gemeinden. Auf Initiative des heimischen Landtagsabgeordneten Gordan Dudas stellt die SPD-Landtagsfraktion für das nächste Plenum einen Antrag, um die Situation landesseitig schnellstmöglich zu verbessern. „Mit dem Antrag greifen wir die katastrophale Situation vor Ort auf, die seit über zwei Monaten das Leben komplett auf den Kopf gestellt hat. In Lüdenscheid und den vielen Nachbarstädten müssen die Menschen tagtäglich viele tausend zusätzliche Fahrzeuge ertragen, die bei ihnen vor der Haustür entlangdonnern. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, berichtet Gordan Dudas aus persönlichen Erlebnissen in seiner Heimatstadt.

„Alle Hebel in Bewegung setzen“

„Neben dem Brückenneubau in Zuständigkeit des Bundesebene müssen wir auf Landesebene alle Hebel in Bewegung setzen, um den Anwohnern der Straßen in der jetzigen Situation das Leben erträglicher zu machen. Wir müssen daher nicht nur den ortsfremden Schwerlastverkehr aus der Region heraushalten, sondern auch konkrete finanzielle Hilfen bei Lärmschutzmaßnahmen ermöglichen. Gleichermaßen brauchen Unternehmen und Gewerbetreibende dringend Unterstützung, um in unserer Industrieregion Südwestfalen weiterhin Wohlstand zu erwirtschaften und Arbeitsplätze zu erhalten“, erläutert Dudas die konkreten Forderungen des Antrags.

Sonderfonds für gebeutelte Kommunen

Zudem müsse über einen Sonderfonds den gebeutelten Kommunen geholfen werden: „Die städtische Infrastruktur leidet massiv unter den rund 20.000 zusätzlichen Fahrzeugen am Tag. Schon jetzt muss das Land entsprechende finanzielle Hilfen zur Instandsetzung einplanen. In dem Zuge fordern wir die Landesregierung auf, dass auch die Landesstraßen direkt in den Planungen für Erhaltungsmaßnahmen unmittelbar nach der Sperrung berücksichtigt werden.“

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Zuständigkeit in eine Hand

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist ein regionales Koordinierungsbüro als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die heimische Wirtschaft und auch die Kommunen: „Auch nach zwei Monaten ist für viele noch immer unklar, welche Stelle wofür genau zuständig ist. Die Menschen dürfen damit nicht allein gelassen werden, es braucht daher dringend diese zentrale Anlaufstelle, um immer schnell und kompetent Rede und Antwort zu stehen“, so Dudas. „Bund, Land und Kommunen müssen in enger Zusammenarbeit unserer Region in der jetzigen Notlage helfen. Ich hoffe auf eine breite Unterstützung der demokratischen Fraktionen im Landtag. Wir brauchen Hilfe, damit wir unser Zuhause schützen können“, so Gordan Dudas abschließend. Der Antrag im Wortlaut: TOP 5.3 AN A45 final (003)

Dudas moderiert digitalen Wirtschaftsgipfel

(wolf) In einer digitalen Gesprächsrunde unter Moderation von Gordan Dudas am Dienstag unterstrichen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie SPD-Politiker aus Land und Bund die Dringlichkeit. Dirk H. Jedan, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, mahnte eine „Art Bypass“ für das gesperrte Teilstück der A45 an. „Die vorhandene Verkehrsinfrastruktur wird den Verkehr nicht auf Jahre hinaus aushalten“, sagte er. Er habe den Eindruck, dass sich Straßen.NRW und Autobahn Westfalen vor einer ernsthaften Beschäftigung mit dieser Frage drückten. Fabian Ferber, 2. Bevollmächtiger der IG Metall, betonte, aus seiner Sicht sei es keine Alternative, den Schwerlastverlehr über die B54 durch das Volmetal zu leiten.

Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen, forderte in dem Gespräch ebenfalls eine eine Kontaktstelle. Sie müsse alle Prozess rund um die Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Bau der neuen Brücke koordinieren und für alle Betroffenen erreichbar sein. „Zudem müssen wir im Planungs- und Genehmigungsprozess alle Friktionen vermeiden, um nicht in eine Klage zu laufen“, stellte er fest. Sonst würde die neue Talbrücke Rahmede nicht zu einem Beispiel für zügige Umsetzung, sondern schlimmstenfall zu einem Präzidenzfall für dioe Umweltverbände.

„Wir müssen uns enger vernetzen, damit Südwestfalen mit einer Stimme spricht“, forderte Gordan Dudas zum Abschluss der Gesprächsrunde. „Wir müssen den derzeitigen Medienhype um die Brücke nutzen, um weiter Druck auszuüben.“ Der SPD-Prolitiker regte die Gründung einer eigenen Interessenvertretung an.

 

 

 

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