Über 40 Frauen und Männer aus Plettenberger Unternehmen nahmen am digitalen Wirtschaftsgespräch teil. Bildschirmfoto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Gründung eines lokalen Netzwerks für den Klimaschutz wurde beim Plettenberger Wirtschaftsgespräch der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) angeregt. Das Wirtschaftsgespräch fand am Dienstag (23. Juni) digital statt. Dass dieses durch die Pandemie erzwungene Format Anklang findet, zeigte die Teilnahme von über 40 Unternehmensvertreter/innen.

„Wohlstand bedeutet, nicht nur Geld, sondern auch eine lebenswerte Umwelt zu haben“

Energieverbrauch und Energiekosten lautete das Schwerpunktthema dieses Wirtschaftsgesprächs. Dr. Andreas Gahl schilderte den Weg seines Unternehmens MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH zur Klimaneutralität. Bis 2030 soll dieses Ziel erreicht werden. Gahl nannte eine Reihe von effizienten Maßnahmen, „die alle machen können und die sich rechnen“. Aus seiner Sicht müsste das Gewinnziel in den Hintergrund treten und Maßnahmen für den Klimaschutz vorrangig sein. „Wohlstand bedeutet, nicht nur Geld, sondern auch eine lebenswerte Umwelt zu haben“, betonte Gahl. Es sei allemal auch wirtschaftlich sinnvoller, jetzt etwas für das Klima zu machen, als in einigen Jahren Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels ergreifen zu müssen.

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Dr. Andreas Gahl schilderte den Weg seines Unternehmens MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH zur Klimaneutralität. Bildschirmfoto: Bernhard Schlütter

SIHK-Vollversammlungsmitglied Dirk Alte, der als Gastgeber das Wirtschaftsgespräch moderierte, stimmte Andreas Gahl zu, dass es die Aufgabe eines jeden Unternehmens sei, die Energieffizienz und damit den Klimaschutz zu verbessern. „Vielleicht können wir ein Netzwerk für Plettenberg gründen“, regte Alte an. Vorbild könnte die SIHK-Klima-Initiative sein, die Andreas Lux vorstellte.

Interessante Unternehmenseinblicke

Einblicke in das örtliche Wirtschaftsgeschehen gaben Michael Röther vom gleichnamigen Modepark in Plettenberg sowie Dr. Michael Hellmann vom Bandstahl-Spezialisten C.D. Wälzholz. Michael Röther erzählte, dass er glücklich über die Niederlassung in Plettenberg sei, auch wenn der Standort Corona-bedingt noch keine schwarzen Zahlen schreibe. „Wir haben aber jedes Jahr deutlich zweistellige Zuwachsraten“, stellte er fest. Produkte von C.D. Wälzholz finden sich in nahezu jedem Auto, erfuhren die Gesprächsteilnehmer von Michael Hellmann. Und zwar in Form der Rückholfedern für die Sicherheitsgurte. Aber auch an der Herstellung von Rückholfedern von Hundeleinen oder Stahlkanten am Alpinski ist der Bandstahlspezialist aus Plettenberg beteiligt.

Regionalplan bremst Städte aus

Bürgermeister Ulrich Schulte berichtete, dass sich im Plettenberger Rathaus die Terminvergabe z.B. für das Einwohnermeldeamt derart bewährt habe, dass sie nach Corona fortgeführt und durch ein Online-Angebot erweitert werden solle. Sorgen bereitet dem Plettenberger Bürgermeister der neue Regionalplan. Der aktuelle Entwurf hemme die Entwicklung anstatt sie zu ermöglichen.

SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat berichtete über Arbeitsschwerpunkte der Kammer in Hagen. An erster Stelle steht dabei das Thema Ausbildung. Die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse sei binnen eines Jahres bis zum Mai 2021 erneut um 15 Prozent gesunken. „Wir fahren jetzt eine Aktion nach der anderen, um die Schülerinnen und Schüler zu erreichen.“

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