Diese kleinen Alltagshelfer unterstützen Menschen mit Behinderung beim selbstständigen Trinken, Malen, Essen, Tür aufschließen oder Flasche öffnen. Der Sonderpädagoge Nils Beinke-Schulte entwirft und druckt sie für seine Schüler:innen am 3D-Drucker aus. Foto: LWL/ Kainulainen

Hagen. (LWL) Sauerkraut und Bohnen für den Winter einkochen, Kleidung nähen und flicken oder Spielzeug für die Kinder bauen: Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte das Selbermachen fest zum Alltag vieler Menschen dazu. Heute kann man fast alles verhältnismäßig schnell und günstig kaufen. Trotzdem entscheiden sich Menschen nach wie vor für das Selbermachen. Doch warum machen sie heute Dinge selber, obwohl sie es nicht müssten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Wanderausstellung „Do it yourself! Die neue Lust aufs Selbermachen“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Sie ist vom 25. September bis 20. November im Jungen Museum des Osthaus Museums zu sehen.

Seit einigen Jahren ist „Do it yourself“ oder kurz DIY, wie das Selbermachen auch genannt wird, wieder voll im Trend: Menschen stricken in der Bahn, ziehen in Gemeinschaftsgärten Gemüse oder reparieren in sogenannten Repair-Cafés Fahrräder und Radios. Die Ausstellung zeigt, wie sich Motivationen zum Selbermachen seit den 1950er-Jahren verändert haben. Sie zeigt Grenzen und Übergänge zwischen historischen und aktuellen Formen des Selbermachens und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf den DIY-Boom.

Die Ausstellung betrachtet die Praktiken des Selbermachens in den Spannungsfeldern „Mangel & Überfluss“, „Hobby & Arbeit“ und „Alltag & Gegenkulturen“. Dabei liegt der Fokus auf den Akteur:innen und auf zeittypischen Formen des Selbermachens: Wer machte zu einem bestimmten Zeitpunkt was selbst – und warum? “

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Besucher:innen können in der Ausstellung ein Quiz spielen, um herauszufinden, welcher DIY-Typ sie sind, sie können ihre Fingerfertigkeiten beim Falten von Origami ausprobieren und in Interviews die persönlichen Perspektiven von Selbermacher:innen aus Westfalen kennenlernen. Viele der insgesamt 83 Ausstellungsstücke haben Menschen aus Westfalen dem LWL-Museumsamt nach einen Presseaufruf für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Vom selbstgemachten Teddy bis zu Alltagshilfen aus dem 3D-Drucker für Menschen mit Behinderung zeigen die Exponate die Vielfalt an Materialien, Praktiken und Motivationen für das Selbermachen. Die Ausstellungsobjekte laden Besucher:innen dazu ein, sich aktiv mit den unterschiedlichen Motivationen zum Selbermachen auseinanderzusetzen.

Im Anschluss an die Eröffnung am Sonntag, den 25. September, zeigt die Hagener Papierkünstlerin Birgit Ebbert Jung und Alt, wie einfach aus Altpapier Dinge für Alltag oder Freizeit selbst gebastelt werden können.

Für gehörlose Menschen besteht am Sonntag, den 9. Oktober 2022 um 15 Uhr die Möglichkeit, an einer Gebärdenführung teilzunehmen. Um vorherige Anmeldung wird bis zum 5. Oktober per E-Mail an sarah.pfeiffer@lwl.org gebeten.