Für Solaranlagen, die älter als 20 Jahre sind, soll die Förderung nach EEG auslaufen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Ausgerechnet Solarstrom-Pioniere der ersten Stunde stehen vor einem Dilemma. Schuld ist die Gesetzesregelung, dass die EEG-Förderung für Photovoltaikanlagen, die älter als 20 Jahre sind, endet. Dadurch wird der Weiterbetrieb unwirtschaftlich. Tausende Solaranlagen in Deutschland drohen buchstäblich auf dem Müll zu landen. Das will Dirk Finder von der SPD Plettenberg mit seiner lokalen Initiative verhindern. „Eine Menge umweltfreundlich erzeugter Strom würde verloren gehen“, sagt er. Im ersten Schritt möchte er eine Bestandsaufnahme machen, wie viele Anlagen in Plettenberg und Umgebung betroffen sind.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt, dass der mit den Photovoltaikanlagen produzierte Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Dafür erhält der Betreiber eine gesetzlich geregelte Vergütung. Dieser Anspruch läuft nach 20 Jahren aus. Die meisten Alt-Solaranlagen sind zwar noch vollkommen funktionsfähig, doch ihr Betrieb nun nicht mehr wirtschaftlich. Selbst, wenn der Eigentümer der Anlage den erzeugten Strom selbst verbrauchen will, muss er die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass kein Strom mehr ins allgemeine Netz gelangt. Das sind Kosten, die nicht wirtschaftlich sind. Den Post-EEG-Anlagen droht das Aus.

50 bis 80 Anlagen vor Ort betroffen

Dirk Finder von der Plettenberger SPD startet eine lokale Initiative, um den von privaten Alt-Solaralagen in der Region erzeugten Strom zu vermarkten. Foto: Bernhard Schlütter

„Aber auch wenn man den Strom selbst nutzen kann, bleibt jede Menge übrig“, weiß Dirk Finder, selbst Betreiber einer Photovoltaikanlage. Nach dem Motto „Auch Kleinvieh macht Mist“ möchte er die Alt-Solaranlagen in Plettenberg und Umgebung erfassen und dann einen lokalen Kooperationspartner finden, damit dieser Solarstrom weiter gegen Vergütung ins allgemeine Netz eingespeist werden kann. „Ich schätze, dass es in Plettenberg und Umgebung 50 bis 80 solcher Anlagen gibt“, so Dirk Finder. Vorbilder für Kooperationen für die Vermarktung von regional erzeugtem Strom gibt es z.B. in Tübingen und Soest.

Deutlich wird die Dimension der betroffenen Solaranlagen an den bundesweiten Zahlen. 114 Megawatt Solarstromleistung standen zum 1. Januar 2021 zur Disposition, so der deutschlandweit agierende Solarstrom-Förderverein (SFV). Bis 2025 könnte auf der derzeitigen gesetzlichen Grundlage über ein Gigawatt Sonnenstromproduktion betroffen sein.

Interessierte Betreiber von Alt-Solaranlagen in Plettenberg und Umgebung können sich bei Dirk Finder melden per E-Mail an dirk.finder@spd-plettenberg.de.

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