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Heinz-Wilhelm Klaucke (l.) ist als Löschgruppenführer in Holthausen zurückgetreten. Wehrleiter Markus Bauckhage (M.) Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Die Löschgruppe Holthausen der Freiwilligen Feuerwehr Plettenberg steht offenbar kurz vor der Auflösung. Das komplette Leitungsteam mit Löschgruppenführer Heinz-Wilhelm Klauke sowie seinen Stellvertretern Andreas und Thomas Gritschke ist zurückgetreten. Die kommissarischen Leiter Dirk Seuthe und Lutz Glingener kündigen ihren Rücktritt zusammen mit weiteren Feuerwehrleuten fürs kommende Wochenende an. Zuvor wollen sie am Freitag, 29. März, um 17 Uhr im Gerätehaus Holthausen öffentlich ihre Beweggründe für diese drastischen Schritte darstellen.

Lesen Sie auch die Stellungnahme von Bürgermeister Ulrich Schulte zur Situation und den von der Löschgruppe angeführten Missständen: https://guten-tach.de/vorwuerfe-der-loeschgruppe-holthausen-das-sagt-der-buergermeister-dazu/

Vor etwa vier Wochen hatte die Holthauser Löschgruppenleitung schon einmal mit ihrem Austritt aus der Plettenberger Feuerwehr gedroht. Schwerwiegende Kommunikationsschwierigkeiten mit der Wehrleitung, insbesondere mit Stadtbrandinspektor Markus Bauckhage wurden als Grund genannt. Bürgermeister Ulrich Schulte schaltete sich ein. Anschließend hieß es in der Pressemitteilung der Stadt: „Nach einer im Gerätehaus Holthausen am Samstagmittag stattgefundenen Aussprache wurde ein Konsens gefunden.“ Dieser Konsens hielt aber nicht lange an.



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Massive Probleme mit der Wehrleitung

In einer schriftlichen Stellungnahme schildern Mitglieder der Löschgruppe Holthausen die Geschehnisse aus ihrer Sicht:

„Aufgrund von massiven Problemen zwischen der Wehrleitung der Feuerwehr Plettenberg und der Holthauser Löschgruppenführung wandte sich der Löschgruppenführer bereits Ende Januar in einem Vier-Augen-Gespräch an Bürgermeister Ulrich Schulte, um auf die Probleme mit der Wehrleitung aufmerksam zu machen. Schon zu diesem Zeitpunkt sah die Löschgruppe Holthausen keine Möglichkeit mehr, unter den gegebenen Umständen ihre Arbeit aufrechtzuerhalten und überreichte dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste, die den Austritt der Mitglieder ankündigte. Man wollte erreichen, dass langfristig eine Verbesserung der Gesamtsituation und des Umgangs innerhalb der Feuerwehr Plettenberg durch eine Veränderung der Führungsspitze eintritt.

Anschließend fand unter der Federführung von Kreisbrandmeister Michael Kling und gemeinsam mit der Bürgermeister Ulrich Schulte, Fachbereichsleiter Hans-Peter Kapitain und Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel ein Gespräch mit der Löschgruppe und allen Verantwortlichen statt, in der die wesentlichen Punkte besprochen und Maßnahmenpakete beschlossen wurden.

Gestärkt durch diese Vermittlung traf man den Entschluss, beiden Seiten eine Frist von einem Jahr zur Annäherung und Verbesserung der Situation zu geben. Leider bestand die erste Maßnahme der Wehrleitung nicht darin, sich wie angekündigt um ein Mediationsgespräch oder eine Teambildung zu kümmern, sondern daraus, die Führer aller anderen Löschgruppen zu einem gemeinsamen Gespräch ohne Beteiligung der Löschgruppe Holthausen einzuladen, in dem einseitig die Hintergründe dargestellt wurden.

Holthauser Löschgruppenführer abgestraft

Bei einer anschließend anberaumten Zusammenkunft aller Löschgruppenführer und der Wehrleitung hätten der Versuch der Zusammenarbeit und der Wille zur Einigung im Vordergrund stehen müssen. Stattdessen wurde der Löschgruppenführer Holthausens vor eine Art Tribunal gestellt und für seine Initiative zur Verbesserung der Gesamtsituation abgestraft. Als Resultat dieses letzten Versuchs der Kooperation steht nun die Niederlegung aller Ämter und der Austritt der gesamten Löschgruppenführung aus der Feuerwehr Plettenberg.

Aus diesem Grunde sieht sich die Löschgruppe Holthausen gezwungen, auch die Bürgerinnen und Bürger ihrer Stadt über die Situation zu informieren: Nicht die Beschaffung oder Nichtgenehmigung von neuen Geräten oder Technik, wie oftmals dargestellt, beschreibt das bestehende Problem zwischen der Löschgruppe und der Wehrleitung. Die seit Jahren fortwährenden Differenzen liegen ausschließlich in der Inkompetenz des Leiters der Feuerwehr in Bezug auf Menschenführung begründet. Trotz größter Bemühungen ist die Zusammenarbeit geprägt von Missachtung und dem Aussitzen von Problemen.

Ehrenamtliche ernten Hohn und Spott

Insbesondere durch fehlende Arbeitsressourcen in den Fachdiensten der Feuer- und Rettungswache bleiben oftmals maßgebliche organisatorische und konzeptionelle Arbeiten an den Führungskräften der Löschgruppe hängen. Obwohl die Wehrleitung Kenntnis von diesen Missständen hat, kommt es nach der unentgeltlichen Unterstützung durch die ehrenamtlichen Führungskräfte statt zu erwartetem Dank immer wieder zu Spott und Missgunst.

Auch die Arbeit am Bürger, für die die Löschgruppe Holthausen bekannt ist – erst kürzlich wurde beispielsweise unter Patenschaft der Löschgruppe Holthausen der Feuerwehrspielplatz in der Hechmecke eröffnet – entlockt der Wehrleitung nicht die geringste Anerkennung für die geleistete Öffentlichkeitsarbeit, sondern wird ausschließlich mit Hohn belohnt. Dabei sollte gerade die Wehrleitung Veranstaltungen wie das Feuerwehrfest oder das Adventssingen, durch die die Feuerwehr regelmäßig zum Mittelpunkt des öffentlichen Interesses wird, gerade in schwierigen Zeiten für das Ehrenamt honorieren.

Doch nicht nur der Wegfall der genannten feierlichen Veranstaltungen wird sich für den Plettenberger Bürger bemerkbar machen, da nun zu erwarten ist, dass eine Vielzahl der Mitglieder ebenfalls den Dienst quittiert.

Basis für Zusammenarbeit zerstört

Letztendlich bleibt unter dem Strich stehen, dass diejenigen, die die Löschgruppe nun am kommenden Wochenende verlassen werden, dies schweren Herzens, nach teils langjährigem, ehrenamtlichem Einsatz im Dienste der Plettenberger Bürgerinnen und Bürger tun. Dieser Schritt ist allerdings unumgänglich geworden, da die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate die Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit der aktuellen Wehrführung zerstört haben. Darüber hinaus sind wir von der Herangehensweise von Bürgermeister und Verwaltung an die Gesamtproblematik zutiefst enttäuscht.

Da die Löschgruppe Holthausen sich auch an ihrem drohenden Ende noch bürgernah und informativ zeigen möchte, lädt sie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger für den morgigen Freitag, 29. März, in der Zeit von 17 bis 18.30 Uhr ins Gerätehaus Holthausen ein, um sie persönlich über die Beweggründe zu informieren.“

gez. Dirk Seuthe (kommissarischer Leiter), Lutz Glingener,
 Jörg Heitmann, Sebastian Heimann, Matthias Stahlschmidt, Moritz Tillmann, Katharina Glingener

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