Prof. Dr. Bernward Dörner. Foto: Veranstalter

Lüdenscheid. Zum Gedenken an den 76. Jahrestag der Deportation der letzten Lüdenscheider Juden in die Vernichtungslager am 28. April 1942 lädt das Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit den Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid e.V. und VHS am Mittwoch, 25. April, zu einer Vortragsveranstaltung ins Kulturhaus Lüdenscheid ein. Beginn ist um 18 Uhr. Der Berliner Historiker Prof. Dr. Bernward Dörner spricht zum Thema „Die Deutschen und der Holocaust. Was niemand wissen wollte, aber jeder wissen konnte“. Die Moderation des Abends übernimmt  Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch. 

„Davon haben wir nichts gewusst!“, hieß es nach dem Ende des NS-Regimes. Nur wenige Deutsche gaben zu, von der Ermordung der Juden erfahren zu haben. Der Verdacht, dass es sich um eine Schutzbehauptung handeln könnte, lag von Anfang an nahe. Den wissenschaftlichen Nachweis über die Wahrnehmung des Genozids an den Juden zu erbringen, ist indes schwierig: Ein Großteil der belastenden Akten ist gezielt vernichtet worden. Die meisten Deutschen verdrängten oder verleugneten ihr Wissen.



Doch zeitgenössische Akten (geheime Lageberichte, Strafverfahren, Tagebücher, Hitler-Reden etc.) entlarven jahrzehntelang gepflegte Lebenslügen.

Bernward Dörner, Jahrgang 1956, hat nach einem Studium der Geschichte und Germanistik über die Unterdrückung von kritischen Äußerungen durch das das NS- „Heimtücke-Gesetz“ promoviert. Bei seinen Archivrecherchen stieß er damals auf aktenkundig gewordene Äußerungen von ganz normalen Deutschen über die Ermordung der Juden. Seine Habilitationsschrift über die gesellschaftliche Wahrnehmung des Genozids mündete in sein Buch „Die Deutschen und der Holocaust. Was niemand wissen wollte, aber jeder wissen konnte“.

Bernward Dörner ist außerplanmäßiger (apl.) Professor für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here