Tim Sadowski (links) und Michael Ikuzwe unterstützen als Bufdis Hausmeister und Sozialarbeiter bei der Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. „Abwechslungsreich“, sagt Michael. „Nicht langweilig“, meint Tim. Die beiden jungen Männer sind im Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Plettenberg beschäftigt, also kurz Bufdis. Die Bufdi-Stellen gehören zum Sonderprogramm Flüchtlingshilfe. Für August sucht die Stadtverwaltung ihre Nachfolger.

Bedenkzeit nach der Schule

Tim Sadowski und Michael (sprich Maikel wie Maikel Jackson) Ikuzwe sind 19 Jahre alt. Beide waren nach ihrem Schulabschluss unentschieden, in welche berufliche Richtung sie weitergehen sollten. Und beide wurden durch Zeitungsartikel aufmerksam auf die Bufdi-Stellen. Zeit gewinnen und etwas Geld dabei verdienen, das waren Beweggründe, sich für den Job zu bewerben.

„Meine Mutter hat selbst als Flüchtling eine Weile in der Ohler Straße 100 gewohnt“, erzählt Michael. „Ich will den Leuten hier helfen, habe das Jahr aber auch für meine Orientierung genutzt.“ Obwohl ihm der Umgang mit den Menschen Spaß macht, weiß er jetzt, dass Sozialarbeit nicht sein Berufsweg sein wird. Tim erwägt dagegen ein Sozialarbeits-Studium, „falls ich einen Studienplatz bekomme“.

Jeder Tag bringt was Neues

Als Bufdis gehen sie den Hausmeistern bei ihren Arbeiten in der Ohler Straße 100 und den im Stadtgebiet angemieteten Wohnungen für Flüchtlinge zur Hand. Kleine Reparaturen, Rasen mähen. Darüber hinaus unterstützen sie die Sozialarbeiter, begleiten z.B. Flüchtlinge bei Behördengängen. In seltenen Fällen sind sie auch mal als Assistenten der Sachbearbeiter im Rathaus tätig. „Eigentlich bringt jeder Tag was Neues, Überraschendes“, berichtet Tim. Für viele Bewohner der Ohler Straße 100 sind sie auch Vertrauenspersonen. „Mit uns können sie sprechen wie mit Kollegen“, beschreibt Michael das Verhältnis.

Michael Ikuzwe gibt in der Ohler Straße 100 Post an Bewohner aus. Foto: Stadt Plettenberg

Offenheit und Anpassungsfähigkeit

Am 31. Juli endet ihre Bufdi-Zeit. Folglich möchte die Stadtverwaltung zum 1. August oder 1. September zwei neue Bufdis einstellen. Welche Tipps haben Tim und Michael für Interessierte?

„Sie müssen Offenheit und Anpassungsfähigkeit mitbringen, gerne auf die Menschen zugehen“, sagt Michael. Tim ergänzt: „Das ist auf jeden Fall nichts für Leute mit eingeschränktem Blickfeld auf Menschen.“

Interessierte junge Leute können Tim und Michael gerne einen Tag oder mehrere Tage bei ihren Aufgaben begleiten. Weitere Informationen dazu gibt es bei Christiane Wilk im Fachgebiet Soziales unter Tel. 02391/923187.

Foto: Stadt Plettenberg
INFO

Bei der Stadt Plettenberg sind ab August 2018 zwei Stellen im Bundesfreiwilligendienst, Sonderprogramm Flüchtlingshilfe, zu besetzen. Die beiden Bufdis, die zurzeit tätig sind, beenden im Sommer ihren Dienst.

Der Einsatz erfolgt in der Flüchtlingshilfe im Übergangsheim der Stadt und in der mobilen Flüchtlingsbetreuung. Zu den Aufgaben gehören z.B. Begleitungen von Asylsuchenden bei Behördengängen und Arztbesuchen, bei Umzügen, die Unterstützung von Flüchtlingskindern an Schulen und Kindertagesstätten, Mithilfe bei Projekten und Freizeitgestaltung sowie die Versorgung der Flüchtlinge. Der Bufdi ist Ansprechpartner, Dolmetscher, Brücke und vieles mehr. Wie die Erfahrungen mit unseren bisher drei Bufdis zeigen, ist der Dienst für den Bufdi selbst eine wertvolle Erfahrung und für die Flüchtlinge und alle Beteiligten eine echte Hilfe.

Unter bestimmten Voraussetzungen können die Bufdi-Stellen auch mit einem Flüchtling besetzt werden. Meistens werden die Bufdi-Stellen von jungen Menschen zwischen Schulabschluss und Ausbildung/Studium besetzt.

Der Bundesfreiwilligendienst dauert 12 Monate und wird in Vollzeit mit 39 Wochenstunden absolviert. Die Bufdis sind in ein Team hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden und werden fachlich angeleitet und pädagogisch begleitet.

Voraussetzungen für eine Bewerbung sind die Volljährigkeit, deutsche und englische Sprachkenntnisse sowie nach Möglichkeit der Besitz der Führerscheinklasse B. Das Taschengeld sowie Geldersatzleitungen für Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung betragen 450 € monatlich.

Bewerbungen können beim Bürgermeister der Stadt Plettenberg, Postfach 1560 + 1580, 58815 Plettenberg, eingereicht werden.

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