Hartmut Tetling (li.), Leiter Firmenkunden, und Kai Hagen, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, zeigen an, wie sie die Entwicklung des Mittelstandes bewerten.

Plettenberg/Märkischer Kreis. Die Lage im deutschen Mittelstand sowie die gesamtwirtschaftliche Situation ist insbesondere hervorragend. Die neue Ausgabe der Diagnose Mittelstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes belegt diese Konstellation: Verschlechterungen der Geschäftslage gegenüber dem Vorjahr werden aus keiner einzigen Region gemeldet. Mehr als die Hälfte der Einschätzungen meldet eine Verbesserung zwischen Sommer 2016 und Sommer 2017, der verbleibende Rest ein „unverändert“.

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„Ein solch einhelliges und positives Ergebnis hat es in der Historie der Befragungen noch nie gegeben“, betont der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, Kai Hagen.

„Das Jahr 2017 war besser, als der Ruf, der ihm vorauseilte“, fasst es Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater zusammen. Der private Konsum und die Nettoexporte profitierten vom anhaltenden Höhenflug des Arbeitsmarktes, von den niedrigen Zinsen und der vergleichsweise weiter niedrigen Inflation sowie dem relativ schwachen Außenwert des Euro. Die steigende Auslandsnachfrage sorgte in den Unternehmen für eine immer stärkere Kapazitätsauslastung, was die Investitionen stärker als erwartet befeuerte.

Für 2018 weitere Verbesserung erwartet

„Das kommende Jahr steht unter besonders guten Vorzeichen und das nicht nur wirtschaftlich. Das Wertpapierhaus der Sparkassen, die DekaBank, feiert am 1. Februar 2018 ihr 100-jähriges Bestehen. Wir freuen uns auf eine zukunftsgewandte und spannende Jubiläumskampagne, die unsere Kunden dieses Jahr begleiten wird“, erläutert Kai Hagen.

Für das Jahr 2018 wird mit großer Mehrheit erwartet, dass die Lage im Mittelstand mindestens unverändert gut bleibt (83 Prozent) oder sich sogar noch weiter verbessert (gut 14 Prozent).

Für den Umgang mit den staatlichen Haushaltsüberschüssen gibt die Diagnose Mittelstand klare Hinweise zu den Erwartungen und Prioritäten des Mittelstandes – ein Aspekt der gerade mit Blick auf die neue Legislaturperiode der möglichen neuen Koalition auf Bundesebene von hohem Interesse ist. Vorrang sollte der Ausbau der staatlichen Infrastruktur genießen. Erst danach wünschen sich die Mittelständler steuerliche Entlastungen. Sie sehen ein Problem nicht in erster Linie in der Höhe der Steuern, sondern vielmehr in deren Komplexität. Hier sollte vereinfacht werden.

Zentrales Thema: Fachpersonal

Bei einer breiteren Betrachtung aller mittelstandsrelevanten Rahmenbedingungen zeigt sich, dass es ein zentrales Thema gibt, das den Mittelstand zunehmend umtreibt: die Verfügbarkeit von Fachpersonal. Eine immer größere Zahl an Unternehmen könnte mehr produzieren, wenn es die nötigen Fachkräfte gäbe.

Dieses Thema wird in der Befragung der diesjährigen Diagnose als dringendster Brennpunkt genannt. Engpässe bei der Rekrutierung qualifizierten Personals werden stets an erster Stelle angesprochen. Dabei ist es egal, ob es um die generellen betriebswirtschaftlichen Themenfelder des Mittelstandes geht (dort in fast der Hälfte der Fälle auf dem ersten Platz von zwölf Themen) oder ob gezielt nach Hemmnissen einer verstärkten Investitionstätigkeit gefragt wird (dort wird Fachkräftemangel von 46 Prozent der befragten Unternehmen genannt).

Gute Ertragslage

Die Bilanzen des deutschen Mittelstandes zeigen sich aktuell in einem sehr aufgeräumten und komfortablen Zustand. Teil der Diagnose Mittelstand ist regelmäßig die Auswertung der Bilanzdatensammlung der Sparkassen-Finanzgruppe. Sie ist mit bis zu 300.000 Abschlüssen pro Jahr die größte systematisch analysierbare Datenbank dieser Art in Deutschland.

Auf Basis der bisher vorliegenden Jahresabschlüsse zum Bilanzjahrgang 2016 errechnet sich im vorläufigen Mittel zwar ein leichter Rückgang der Umsatzrentabilität (auf 7,4 Prozent als Median). Doch der endgültige Wert wird nach allen Erfahrungen der Vorjahre nach Eingang aller Bilanzen noch ein Stück besser ausfallen. Und auch auf dem einstweiligen Niveau zeigt der Wert im langjährigen Vergleich eine gute Ertragslage an. Ähnliches ergibt sich aus den Trends der anderen in der Diagnose verwendeten Kennzahlen zur Ertragslage (Gesamtkapitalverzinsung, Personalaufwandsquote).

Mittelstand hat Kraft für Investitionen

Noch robuster zeigt sich die Eigenkapitalausstattung des Mittelstandes. Die Eigenkapitalquote ist erneut kräftig angestiegen: Der Median der bisher vorliegenden Mittelstandsbilanzen aus dem Jahr 2016 liegt bei 28,3 Prozent (gegenüber endgültigen 24,2 Prozent 2015).

Auf dieser Basis hat der Mittelstand genug Kraft, um seine Investitionen im Aufschwung zu verstärken. Und dies ist ein weiteres, besonders erfreuliches Ergebnis der Diagnose: Der deutsche Mittelstand kennt derzeit praktisch keine Finanzierungshürden. Ein guter Zugang zu Investitionsmitteln ist flächendeckend, insbesondere dank Sparkassen und Landesbanken, gewährleistet.

Sichere und gut dotierte Arbeitsplätze

Kai Hagen stellt fest: „Auch die Privatkunden profitieren von dieser Entwicklung. Durch die gute Konjunkturlage sind die Arbeitsplätze sicher und gut dotiert, wodurch die Kaufkraft und private Anschaffungen unterstützt werden. Unsere starke Verankerung im heimischen Mittelstand und zur privaten Kundschaft spiegelt das Geschäftsmodell der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis wider: lokal, kundennah und verantwortlich zu handeln, Wachstum und Vorsorge zu begleiten. Das gilt auch in der mobilen und zunehmend digitalen Dienstleistungsgesellschaft – ob in der Filiale oder telefonisch, online oder per App. Dazu aktualisieren wir unsere Geschäftsphilosophie: mehr Raum für persönliche Beratung und digitale Angebote einerseits, mehr betriebswirtschaftlicher Handlungsspielraum durch Straffung der Prozesse andererseits. Wir investieren auf beiden Seiten – für Sicherheit, Nähe und auch für Zukunft.”

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