Yara Welpott, Philipp Siewert und Manuel Bunge überreichten dem SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas das überdimensionale Azubi-Ticket. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Der Lüdenscheider SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas hat es schon. Tausende von Azubis in NRW sollen es noch bekommen – das vergünstigte Azubi-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Vertreter der DGB-Jugend überreichten dem Politiker an der Lüdenscheider SPD-Zentrale jetzt den symbolischen überdimensionalen Fahrschein.

Kräftig Geld sparen

Mit dem landesweiten Azubi-Ticket soll eine Ungerechtigkeit aus der Welt geschafft werden, die viele Auszubildende und deren gewerkschaftliche Vertreter schon lange ärgert. Seit den 1990er Jahren können Studenten in Deutschland Semester-Tickets nutzen und damit im ÖPNV kräftig Geld sparen. Zurzeit kostet ein solches Ticket im Durchschnitt 163 Euro für ein halbes Jahr.

Angesichts knapper Azubi-Budgets fordert die DGB-Jugend solche Vergünstigungen auch für junge Leute, die sich für eine betriebliche Ausbildung entschieden haben. Der Gewerkschaftsnachwuchs geht jetzt mit einer landesweiten Kampagne in die Offensive. Sie heißt „Freifahrt“ #AzubiTicket jetzt“.

Günstige Mobilität unverzichtbar

„Günstige Mobilität ist für alle Ausbildende unverzichtbar“, sagt Philipp Siewert, Jugendbildungsreferent beim DGB Ruhr-Mark. Leider habe das Land NRW einen Antrag der SPD-Landtagsfraktion abgelehnt. Die Sozialdemokraten an Rhein und Ruhr einen Betrag von 20 Millionen Euro gefordert, mit dem das Azubi-Ticket angeschoben werden sollte.

Ausgleich schaffen

„Das Thema ist von der Regierung in einen Arbeitskreis abgeschoben worden“, bedauert Gordan Dudas. Er steht voll hinter der Forderung nach einem Azubi-Ticket. „Es könnte auch für Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt sorgen.“ Während beispielsweise im Märkischen Kreis zahlreiche Ausbildungsplätze nicht besetzt seien, gebe es im angrenzenden Ruhrgebiet einen Überhang junger Leute, die einen Ausbildungsplatz suchten. „Günstige Mobilität könnte da einen Ausgleich schaffen.“ Dudas sieht beim Azubi-Ticket auch die Arbeitgeberverbände in der Pflicht. „Wer nach Fachkräften ruft“, sagt der Abgeordnete, „muss sich auch an Koten beteiligen.“

Starke Vebündete

Yara Welpott von der DGB-Jugend arbeitet in Lüdenscheid und studiert gleichzeitig an der Fachhochschule. Die angehende Verfahrensmechanikerin aus Altena nutzt das Semesterticket für umgerechnet rund 30 Euro im Monat. Das Monatsabo der MVG im MK-Netz würde sie immerhin jeden Monat 97,50 Euro kosten. „Das ist eine hohe Belastung“, sagt Philipp Siewert.

Die Gewerkschaftsjugend hat inzwischen einen starken Verbündeten. So hat der DGB-Bundeskongress in Berlin Mitte Mai den Antrag auf die Einführung des Azubi-Tickets einhellig unterstützt. Manuel Bunge von der Gewerkschaftsjugend hat den Antrag in die Beratungen des Parlaments der Arbeit eingebracht. „Jetzt stehen sechs Millionen Gewerkschaftsmitglieder hinter unserer Forderung“, sagt er.

Die Idee zum Azubi-Ticket wurde übrigens im Lüdenscheider Willy-Brandt-Haus der SPD geboren. Urheber waren die MK-Jusos. Sie schafften es schließlich, dass die Forderung im Parteiprogramm des Landes-SPD festgeschrieben wurde.

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1 KOMMENTAR

  1. Moin,Moin,
    was ist mit Schülern die heute ihr Ticket selber zahlen müssen?
    Ist das gegenüber Studenten und Azubis dann nicht ungerecht?

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