TEILEN
Der Wolf. hier ein ausgestopftes Exemplar bei der Ausstellung 2017 im Lüdenscheider Kreishaus, ist offenbar auch im Kreis zurück. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Der Balver Wald und die Nordhelle zwischen Herscheid und Meinerzhagen sind die Gebiete im Kreis, in denen am ehesten mit Wolf-Sichtungen gerechnet werden kann. Dass der Wolf zurück ist, erfuhren die Mitglieder im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung.

„Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. Zurzeit haben wir im Märkischen Kreis aber noch mehr Wolfsberater als Wölfe.“ Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper informierte die Mitglieder im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung über den aktuellen Stand bei den Wolf-Sichtungen in der Region. Dass Isegrim auch im Märkischen Kreis war und vermehrt kommen wird, davon könne man ausgehen.

Biologen erwarten sogar die Rückkehr des Bären

„Allerdings kommt in Deutschland der Luchs sicher noch häufiger vor als der Wolf“, so Dienstel-Kümper. „Biologen erwarten irgendwann sogar die Rückkehr des Bären.“ (Die Pressestelle des Märkischen Kreises stellt klar: Die Verbreitung des Luchses und die Rückkehr des Bären bezieht sich nicht auf den Märkischen Kreis, sondern auf das gesamte Bundesgebiet). Sie erinnerte an die belegte Wolf-Sichtung am 13. Mai auf der Nordhelle bei Meinerzhagen und an den vermuteten Riss eines Kalbs in Kierspe. Dienstel-Kümper: „Es konnte zwar nicht zweifelsfrei durch eine DNA-Analyse belegt werden, dass es ein Wolf war, aber es ist davon auszugehen.“



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



Etwa 600 Tiere in NRW

233 Wolf-Meldungen seien beim Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW in den Jahren 2017 und 2018 eingegangen. (Die Pressestelle des Märkischen Kreises stellt klar: Diese Zahl des LANUV bezog sich auf ganz Deutschland). In Niedersachsen sei die Anzahl der Sichtungen in den vergangenen Jahren von 130 auf 3.200 gestiegen. (Die Pressestelle des Mäerkischen Kreises stellt klar: In Niedersachsen ist nicht die Zahl der Wölfe von 130 auf 3.200 gestiegen, sondern die Zahl der Wolfssichtungen. Das bedeutet aber nicht die Zahl von 3.200 Wölfen. Da wird eine große Zahl von Schäferhunden o.ä. bzw. Mehrfachsichtungen enthalten sein. Die Zahl der Wölfe wird deutlich niedriger liegen. Muss auch, weil es in Deutschland insgesamt “nur” 600 Wölfe geben soll). „Das waren sicher nicht alles Wölfe“, so die Kreisdirektorin. Etwa 600 Wölfe soll es in ganz Deutschland geben. „Und sie vermehren sich munter weiter“, berichtete Dienstel-Kümper. Der Wolf bevorzuge flache Landschaften mit wenigen Straßen und Siedlungen.

Region eher ein Durchzugsgebiet

Deshalb seien das Sauer- und Siegerland eher Durchzuggebiete für die Tiere. Wenn die Jungen aus dem Rudel ausgestoßen werden, müssen sie sich ein eigenes Revier suchen. Dabei legen sie nicht selten mehr als 1.000 Kilometer zurück, was ein Versuch mit einer mit Sendehalsband ausgestatteter Wölfin bewiesen habe.

Die meisten Wolf-Sichtungen in NRW habe es in Ostwestfalen und am Niederrhein gegeben. Vor allem Norddeutschland sei bei den Raubtieren beliebt. Dienstel-Kümper: „Bayern weniger, wegen der Berge.“ Die Nordhelle zwischen Meinerzhagen und Herscheid sowie der Balver Wald: Das sind für die Kreisdirektorin die Gebiete im Märkischen Kreis, in denen es am ehesten zu Wolf-Sichtungen kommen könnte. Die übrige Region sei zu dicht besiedelt und mit zu vielen Straßen durchzogen.

Landwirte sind besorgt

Bei den Landwirten im Kreis steigen die Sorgen um deren Tierbestand. „Sie werden künftig eine Herausforderung haben“, vermutet Dienstel-Kümper. Das Thema Wolf habe auch auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des „Runden Tisches Landwirtschaft“ gestanden. Der Landwirt, dessen Kalb gerissen worden sei, sei dabei gewesen. „Man hat ihm seine Betroffenheit deutlich angesehen.“ Dienstel-Kümper empfahl allen Landwirten das Bereitschaftstelefon beim Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz zu nutzen. „Das ist rund um die Uhr besetzt. Die kennen dort alle Wolfsberater der Region.“ Dienstel-Kümper ließ aber keinen Zweifel daran, dass man künftig mit dem Wolf leben müsse. „Es ist eine streng geschützte Art. Einen Problem-Wolf aus der Natur zu entnehmen, also zu töten, ist nicht so einfach“.

 

m Pressedienst 467 über die Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung sind uns beim Bericht über den Wolf leider Fehler unterlaufen.

1.) Die Verbreitung des Luchses und die Rückkehr des Bären bezog sich nicht auf den Märkischen Kreis, sondern auf das gesamte Bundesgebiet.

2.) Zur Zahl der Wölfe in NRW wurden keine Angaben gemacht. Diese Zahl des LANUV bezog sich auf ganz Deutschland.

3.) In Niedersachsen ist nicht die Zahl der Wölfe von 130 auf 3.200 gestiegen, sondern die Zahl der Wolfssichtungen. Das bedeutet aber nicht die Zahl von 3.200 Wölfen. Da wird eine große Zahl von Schäferhunden o.ä. bzw. Mehrfachsichtungen enthalten sein. Die Zahl der Wölfe wird deutlich niedriger liegen. Muss auch, weil es in Deutschland insg. “nur” 600 Wölfe geben soll.

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here