Sie wuchteten den Elchkopf wieder in die Museen des Kreises auf Burg Altena: (von links) Stefan Graßing, Jens Münchhoff, Torsten Fuß. Foto: Lara Reeder/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Er ist ein Hingucker für die Besucher der Museen des Märkischen Kreises auf der Burg Altena –  der majestätische Elchkopf, der im Treppenaufgang des Neuen Palas hängt. Jetzt ist er wieder an seinem Platz.

Bei einem routinemäßigen Rundgang durch die Ausstellung bemerkte Restaurator Holger Lüders eine brüchige Stelle an der Aufhängung der Jagdtrophäe mit dem gewaltigen Geweih. Um weiteren Schaden zu verhindern und den Elchkopf dauerhaft zu erhalten, kam er in die Restaurierungswerkstatt im Deutschen Drahtmuseum unterhalb der Burg. Dort wurde die von einem Holzwurm zerfressene Aufhängungsplatte mit einem Kunstharz gefestigt und anschließend wurden ein Riss und die herausgebrochenen Stellen gekittet.

Um einer weiteren Ausbreitung des Risses zuvorzukommen, brachte ein Schlosser auf der Rückseite der Platte zwei Metallbänder als stärkende Verbindung an. Leonie Cerni, zurzeit Freiwillige in der Denkmalpflege bei den Museen, unterstützte den Restaurator bei den Reinigungs- und Konservierungsarbeiten.

In einer gemeinsamen Aktion, bei der Mitarbeiter der Burgwerkstatt kräftig mit anpackten, kam das rund 30 Kilogramm schwere Ausstellungsobjekt jetzt zurück an seinen angestammten Platz. Bei einer Geweihbreite von 1,25 Metern und einer Kopflänge von 90 Zentimetern passt es gerade in das Fahrzeug.

„Ich hatte eine Burg zu füllen.”

Wer sich darüber wundert, was ein schwedischer Elchkopf in einem Rundgang zur Geschichte des Märkischen Sauerlandes zu suchen hat, hat durchaus recht. Landrat Fritz Thomée, dem 1916 nach dem Umzug des Museums auf die Burg Altena deutlich mehr Platz zur Verfügung stand, beschrieb das Problem seinerzeit so: „Ich hatte eine Burg zu füllen.” Thomée organisierte viele Objekte, die er für geeignet für die Burg ansah, die aber mit dem regionalgeschichtlichen Ansatz nichts zu tun hatten. Welche Blüten dieses Vorgehen trieb, zeigt dieser Ausstellungsbereich. Neben dem präparierten Elchkopf ist ein Amethyst aus Uruguay zu sehen.

Nachdem Elche seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in Deutschland als ausgestorben galten, sind sie wieder zurück. Inzwischen haben sich einige der majestätischen Tiere in Brandenburg angesiedelt. Damit steht der Elch auf der Burg Altena auch für die aktuelle Tierwelt Deutschlands und wartet jetzt darauf, möglichst bald wieder neue Besucher zu empfangen.

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