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Die Bundestagsabgeordnete Nehazat Baradari (v.l.) lud gemeinsam mit Schuldirektor Sebastian Wagemeyer (h.r.) zu einer informativen Veranstaltung rund um das Thema "Gesundheit" in die Heesfelder Mühle ein. Organisiert wurde das Event vom Lüdenscheider Stadtrat Jan Eggermann (h.l.) und der stellvertretenden Bürgermeisterin Verena Kasperek (v.r.) Fotos: iris Kannenberg

Halver/Lüdenscheid. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Kinderärztin Nezahat Baradari lud gemeinsam mit dem Direktor des Zeppelin-Gymnasiums Lüdenscheid Sebastian Wagemeyer, am 27. Juli 2020 zu einer Veranstaltung in die Heesfelder Mühle in Halver ein. Die Themen: Nachhaltige und gesunde Ernährung mit besonderem Fokus auf das Schulessen und die allgemeine medizinische Versorgungssicherheit in der Region Märkischer Kreis.

Gesundes Essen aus der Region

Als Einstieg in die Veranstaltung richtete die stellvertretende Lüdenscheider Bürgermeisterin und Mitorganisatorin Verena Kasperek zunächst ein Grußwort an die Gäste und wies auf die Wichtigkeit gesunder Ernährung hin, die nicht nur einigen wenigen, sondern möglichst allen Menschen zur Verfügung stehen sollte.

Die Mitarbeiterinnen der Genussmühle beantworteten gern die Fragen der Gäste.

Der Weg dahin führe über Information und intensive Beschäftigung mit biologischem Landbau sowie artgerechter Tierhaltung. Daher seien die Räumlichkeiten der Heesfelder Mühle als Treffpunkt sehr bewusst gewählt.

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Die Mühle erwirtschaftet ihre Erträge ausschließlich aus biologischer Landwirtschaft und beheimatet einen eigenen Bio-Laden (“Genussmühle”), mit vorzugsweise heimischen Produkten. Dazu gehört auch das angebotene Fleisch, das ausdrücklich nicht aus Massentierhaltung stammt, sondern vom befreundeten “Bio-Bauern nebenan” geliefert wird.

Mitarbeiterinnen der “Genussmühle” stellten daher zunächst einmal das umfangreiche Sortiment der Genussmühle vor und referierten dazu anschaulich über Bio-Produkte und tiergerechte Haltung.

Wichtiger Auftrag: Das Schulessen

Sebastian Wagemeyer informierte über die derzeitige Situation im Bereich des Schulessens.

Gesundes Essen für Kinder und Jugendliche, ist das erklärte Thema von Schuldirektor Sebastian Wagemeyer. Er vermittelte an diesem Nachmittag einen kompetenten Einblick in den derzeitigen Stand der Verpflegung von Schülern durch das angebotene Schulessen.

Wie wichtig eine gesunde und nachhaltige Ernährung gerade während der Corona-Pandemie ist, erklärte er dabei eindrücklich. Durch die langen Schulschließungen war es Schülern nicht möglich, am Schulessen teilzunehmen. Was sich besonders auf die Kinder derjenigen Familien auswirkte, die mit ihrem Geld haushalten müssen.

Für Sebastian Wagemeyer erfüllen Schulen mit der Versorgung ihrer Schüler durch gesunde Mahlzeiten einen äußerst wichtigen Auftrag in der Gesellschaft, der gerade in diesen herausfordernden Zeiten nicht vergessen werden darf. Er berichtete zudem davon, dass die Schulen durch die Corona-Maßnahmen vor noch nie dagewesenen Problemen im Bereich des Schulessens stehen, die zumindest momentan noch nicht zufriedenstellend gelöst werden können.

Ganz nah am Geschehen

Nehazat Baradari referierte mit viel persönlichem Engagement zum Thema medizinische Versorgungssicherheit in der Region MK.

Frau Baradari, selbst praktizierende Kinderärztin und von daher ganz nah am Geschehen, warf gleich zu Beginn ihres Vortrages die Frage auf, ob Ärztezentren eine Alternative für praktizierende Hausärzte sein könnten. Schwierig sei dies vor allem dadurch, dass es leider immer noch zu wenige Investoren gebe, die es in die ländlichen Regionen zieht.

Aber angesichts der Tatsache, dass 35 Prozent der praktizierenden Ärzte im MK bereits über 60 Jahre alt sind, wären medizinische Versorgungszentren in genossenschaftlicher Hand ein durchaus gangbarer Weg, um gerade jungen ÄrztInnen den Einstieg als niedergelassene Fachärzte möglich zu machen. Sie räumte in ihrem Vortrag gründlich mit der gängigen Vorstellung auf, dass Ärzte zu den Großverdienern gehören und legte dazu belegbare Fakten auf den Tisch, die deutlich machten, dass es alles andere als einfach ist, eine eigene Praxis zu gründen und sie dann auch tatsächlich zu halten.

Großes Engagement

Nezahat Baradari beleuchtete die derzeitige Situation der Ärzte sehr präzise.

Sie informierte darüber, dass die Ausbildung zum Facharzt rund elf Jahre lang dauert und nicht nur großes Engagement erfordert, sondern schon während der Ausbildungszeit finanziell nicht leicht zu stemmen ist.

Alles in allem sieht sie die Situation der medizinischen Versorgung in Deutschland jedoch immer noch als wegweisend an und belegte dies mit Beispielen aus der gegenwärtigen Corona-Pandemie, der gerade Deutschland ein gut organisiertes Gesundheitssystem entgegensetzt. Und damit erfolgreich ist.

Frau Baradari ist ohne Zweifel Ärztin aus Leidenschaft. Daher ist es ihr besonders wichtig, das bestehende Gesundheitssystem nicht nur zu erhalten, sondern es möglichst noch zu verbessern. Gerade die Situation von Kindern erfordere dies – ihrer fachkundigen Meinung nach – dringend, da es zu wenig Kinderärzte in der Region gibt. In diesem Bereich müssten daher mehr Anreize geschaffen werden, um junge Ärzte für den ländlichen Raum zu begeistern.

Eine “runde” Veranstaltung

Fragen wurden gerne beantwortet.

Die Veranstaltung an der Heesfelder Mühle sprach gleich mehrere aktuelle und wichtige Themen aus dem großen Bereich Ernährung und Gesundheit umfassend erklärend an.

Beide Referenten beeindruckten durch ihr profundes Wissen und das große persönliche Engagement für ihr jeweiliges Anliegen.

Die BesucherInnen hatten im Anschluss die Möglichkeit, den Referenten Fragen zu stellen und lebhaft miteinander zu diskutierten. Alles in allem war dieses Treffen an der Heesfelder Mühle ein gut organisiertes Event von hohem informativem Wert.

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