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Dura wird demonstrativ zu Grabe getragen. Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. „Das war’s!“ Noch einmal kam am Montag, 29. April, ein großer Teil der verbliebenen Dura-Mitarbeiter/innen zu einer Betriebsversammlung im Werk an der Königstraße zusammen. Dort, wo viele von ihnen Jahrzehnte lang gearbeitet haben. Am 30. April ist endgültig Schluss. Der US-Konzern Dura Automotive schließt den Standort Plettenberg und auch das damit verbundene Werk Selbecke.

Betriebsrat bleibt erreichbar

Betriebsrat und IG Metall informierten in der Betriebsversammlung über Hilfen, die Dura-Mitarbeiter/innen, die noch ohne Anschlussbeschäftigung sind, nutzen können. Auch über die Werksschließung hinaus will der Betriebsrat die Beschäftigten unterstützen und für sie erreichbar sein.

Für Dienstag, 30. April, war ein Verhandlungstermin mit der Geschäftsführung anberaumt. Es ging um einen Sozialplan. „Wir wünschen uns als letzten Akt der sozialen Gerechtigkeit, dass Lynn Tilton sich morgen in den Sozialplan-Verhandlungen zu ihrer sozialen Verantwortung bekennt und nun endlich auch bereit ist, Abfindungen zu zahlen“, sagte Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, am Tag zuvor.



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Weiterhin kein Sozialplan

Doch diese Hoffnung wurde erneut enttäuscht: “Die Gespräche zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat über den Abschluss eines Sozialplanes sind heute ohne Ergebnis geblieben, da der Arbeitgeber auf der bisherigen Position beharrte”, teilte BR-Vorsitzender Faruk Ikinci mit. Der Betriebsrat ziehe die Einsetzung der Einigungsstelle nach der Betriebsverfassung in Erwägung.

“Nur Spielbälle”

„Wir hoffen auf ein Angebot der Arbeitgeberseite“, sagt auch Faruk Ikinci, Betriebsratsvorsitzender von Dura Leisten und Blenden. Er erinnert aber auch daran, dass seit dem Beginn der Misere im Jahr 2013 Tilton nie auch nur ein Zugeständnis gemacht habe. „Wir waren für sie nur Spielbälle“, glaubt er.

Vor dem Werkseingang blieben die überwiegend in der Trauerfarbe schwarz gekleideten Dura-Mitarbeiter/innen noch einen Moment zusammen. Trauer, Wut und Resignation sind zu spüren. Auf einer Bahre wird eine Pappfigur von Lynn Tilton demonstrativ vom Werksgelände getragen, Kerzen werden aufgestellt und Blumen werden niedergelegt.

„Das war’s“, sagen sie. Die Geschichte eines Unternehmens, das vor 133 Jahren in Plettenberg gegründet wurde, ist zu Ende.

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