Dahlmanns Kulturbeutel mit einem Benefit für das Lüdenscheider Hospiz. Ein gelungener Nachmittag mit vielen tollen Künstlern. Alle Chorfotos: Björn Othlinghaus, sonstige Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Unter dem Namen “Dahlmanns Kulturbeutel” fand am vergangenen Sonntag eine Benefiz-Veranstaltung für das Lüdenscheider Hospiz im Saal der Gaststätte Dahlmann statt. Künstler aus allen Sparten hatten sich zusammengefunden, um für den guten Zweck gemeinsam ein Programm auf die Bühne zu bringen, das sich sehen und hören lassen konnte.

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Rasant und poetisch

Thomas Wevers führte rasant durh die Show.

Der Moderator des Nachmittags war Buchautor und Clown Thomas Wewers, der die einzelnen Live-Acts in sympathischer Weise an sein Publikum brachte. Er führte rasant durch die Show und machte mit seinen Lünsche Rotnasen gleich einmal den Anfang des Programms.

Das Clown-Theater trat als Running Gag mehrfach zwischen den einzelnen Acts auf und bewies nicht nur sein komödiantisches Talent, sondern erschuf auch beeindruckend magischen Momente. Besonders der Tanz mit den Seifenblasen versetzte das Publikum ins Staunen. Das war Poesie pur.

Von Midlife-Krisen und Selbstverwirklichung

Andreas Weber hatte sein Publikum in der Tasche.

Weiter ging es mit Andreas Weber, einem bekannten Slam Poeten, der schon viele Preise gewonnen hat und auch im Fernsehen auftritt. Er brachte das Publikum mit seinen Texten zum Lachen und Schmunzeln. Es gab wohl niemanden im Auditorium, der sich nicht ein Stück weit selbst in seinen Ausführungen erkannte. Da ging es um Klassentreffen, 20 Jahre nach dem Abitur, bei denen man die ehemaligen Klassenkameraden leider nicht mehr wiedererkennt, um Selbstverwirklichung, die geradezu lächerliche Formen annimmt und ordentliche Midlife-Krisen, die jedem über 30 irgendwann ins Haus stehen.

Erstaunlich, dass solche Wortjongleure wie Andreas Weber nicht nur eine scharfe Beobachtungsgabe haben und das Beobachtete stimmig aufs Papier bringen, sondern mit ihren Worten und eben jenem kleinen Stück Papier, von dem sie ihre Texte lesen, einen ganzen Saal voller Menschen von der ersten Sekunde an in der Tasche haben.

Ausstrahlung und Persönlichkeit

Robin Stone. Ein Künstler mit Persönlichkeit.

Robin Stone coverte Musik von Leonard Cohen und Smokie mit ausdrucksstarker Stimme und perfekter Beherrschung seiner Gitarre. Seine Lieder bestanden aus einer Auswahl stimmungsvoller Songs, zu denen das Publikum gut mitsingen konnte.

Robin Stone ist ein Musiker, der durch das überzeugt, was sich viele so sehr wünschen: Durch Ausstrahlung gekoppelt mit einer echten, unverwechselbaren Persönlichkeit sowie Bühnenpräsenz und Professionalität. Was er auch dann noch einmal dadurch bewies, dass er zum Abschluss mit dem Chor ohne jede Probe mitspielte.

Die Lücke schließen

Daniel Scharf. Jugendpastor und Singer-/Songwriter. Ein Gewinn, ihn mit dabei zu haben.

Ebenso professionell und mit einer wunderbaren Stimme gesegnet: Daniel Scharf. Der Singer-/Songwriter präsentierte eigene Songs wie z.B. “Die Lücke”, in der er über die Lücke im Herzen singt, die alle Menschen irgendwie verbindet, egal, wie gesegnet sie rein äußerlich erscheinen.

Daniel Scharf erzählte dazu authentisch über seinen Glauben und wie dieser sich im Alltag bewährt. Z.B. beim Schließen von Herzenslücken. Und er wechselte für alle überraschend auf der Bühne die Frisur und verwandelte sich vom Singer-/Songwriter-Hipster in einen echten Jesus mit gepflegter Wallemähne. Passend zu seinen Songs, in denen es um Gott, aber auch um “Mädchendinge” ging, die Jungs irgendwie so gar nicht kapieren. Er ist ein Künstler, auf dessen Bühnen-Präsenz man sich voll verlassen kann. Und gerade durch seine ehrliche Art auch immer wieder eine Bereicherung für jedes Event.

Sauerland Export

Rainer Hänsch. Sauerland-Export vom Feinsten.

Höhepunkt des Nachmittags waren ohne Zweifel Rainer Hänsch mit seiner kleinen Comedy-Show und der Matthias Orthmann Projektchor. Rainer Hänsch lieferte wie immer perfekt ab. Mit Parodien bekannter Persönlichkeiten, Texten über “dat Leben un so” bis hin zum gefeierten “Sauerlandlied” überzeugte er einmal mehr sein Publikum davon, dass er zu recht als einer der deutschlandweit bekanntesten Sauerland-Exporte gilt. Und mit seiner knorrig-sympathischen Art überall gut ankommt.

Gelungener Abschluss

Der Matthias Ortmann Projektchor. Einer der Höhepunkte des Abends. Foto: Björn Othlinghaus

Der Projektchor von Matthias Ortmann lieferte den gelungene Abschluss eines schönen und sehr stimmungsvollen Nachmittags. Zusammengesetzt aus den Chören “Tonart” aus Wetter und den “Albert Singers” aus Oberbrügge sorgte der stimmgewaltige Chor – allen voran Chorleiter Matthias Ortmann – für viel Applaus und Zugabe-Rufen aus dem Publikum.

Mit Gospels wie “Ain´t no Mountains”, aber auch Songs wie “Angels” von Robby Williams oder “Who wants to live forever” von Queen zeigte der Chor zudem ein breitgefächertes Repertoire. Ans Herz ging das abschließende “Halleluja” von Leonard Cohen, zu dem alle Künstler gemeinsam noch einmal auf der Bühne standen und mit dem Publikum zusammen sangen. Diesen Moment wird wohl niemand der Anwesenden so schnell vergessen.

Freude bei den Mitarbeitern

Matthias Ortmann stellte aus zwei Chören einen stimmgewaltigen Projektchor zusammen.

Organisator und Ideengeber Jürgen Wigginghaus und sein Team, zu dem an diesem Nachmittag auch bekannte Größen wie Marian Heuser und Lebensgefährtin Anna-Lisa Konrad (Sponsoring), Nicolas Leitgeb (Sponsor Technischer Support, Sound of Centuries www.soundofcenturies.de) und die Mitarbeiterinnen des Lüdenscheider Amalie-Sieveking Hospizes gehörten, waren sehr zufrieden mit diesem ersten Benefit für eine wirklich gute Sache.

Der komplette Erlös des Abends aus den Eintrittskarten geht nun an das Hospiz. Die Mitarbeiterinnen freuten sich über ein ausverkauftes Event, das es so in Lüdenscheid noch nicht gegeben haben dürfte. Die Veranstaltung ist ab jetzt jährlich für das Hospiz geplant. Eine gute Sache mit tollen Künstlern, die ausnahmslos ohne Gage auftraten und damit ihr großes Herz für todkranke Menschen bewiesen.

 

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