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Künftig werden nur noch Kontaktpersonen mit grippeähnlichen Symptomen auf den Coronavirus getestet. Foto: Wahl/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Im Altenaer Kreishaus kamen knapp 100 Vertreter der Städte und Gemeinden, darunter einige Bürgermeister sowie der niedergelassenen Ärzte, Krankenhäuser und des Rettungsdienstes zusammen. Der Märkische Kreis hatte eingeladen, um über den aktuellen Stand der Corona-Infektion zu berichten und die brennendsten Fragen zu beantworten.

„Wir leben in spannenden Zeiten und müssen uns der Herausforderung stellen. Ich hoffe, dass es so verhältnismäßig ruhig bleibt wie aktuell“, begrüßte Landrat Thomas Gemke die Teilnehmer aus den Städten und Gemeinden.

Volker Schmidt, Fachbereichsleiter Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, formulierte das Ziel, das der Kreis mit allen Aktivitäten verfolgt: „Wir dürfen die Gesundheitsversorgung im Märkischen Kreis nicht gefährden. Wir brauchen die Ärzte, Krankenhäuser und einen funktionierenden Rettungsdienst.“ Es werde weitere Fälle von Corona-Infizierten geben, darauf müsse man sich vorbereiten.

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Noch sei die Lage überschaubar, aber dynamisch, erklärte Amtsarzt Christian Ternette. „In 80 bis 85 Prozent der Fälle hat die Krankheit einen milden Verlauf. Manche zeigen keinerlei Symptome. Aber was ist mit dem Rest?“ Zudem sei es eher eine Lage für Marathonläufer, nicht für Sprinter.

Ausbau der ambulanten Hilfen

Als erste Maßnahme, um die Praxen der niedergelassenen Ärzte sowie der Notaufnahmen in den Krankenhäusern zu entlasten, plant der Kreis zeitnah den Ausbau von sogenannten „Ambulanten Hilfen.“ Das funktioniert so: Der Patient mit Symptomen meldet sich telefonisch bei seinem Hausarzt, der hat den begründeten Verdacht auf eine Corona-Infektion, stellt eine Überweisung aus, faxt diese zum Gesundheitsamt. Von dort wird dann medizinisches Personal den Betroffenen Zuhause aufsuchen und die Test machen. Dafür sollen vier Fahrzeuge vom Kreis bereitgestellt werden.

Mit Abstrichen getestet werden zudem ab sofort nur noch Kontaktpersonen eines Infizierten, die grippeähnliche Symptome haben. Volker Schmidt: „Damit erfüllen wir genau die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Dass wir bisher alle Kontakte getestet haben, war nur eine reine Vorsichtsmaßnahme. Aber wir müssen sorgsam mit den Ressourcen umgehen.“ Die Materialbeschaffung war auch ein wichtiges Thema bei den Medizinern.

Veranstalter entscheiden selbst

Den Gemeindevertretern wurde noch einmal verdeutlicht, dass der Krisenstab keine Empfehlungen gibt, größere Veranstaltungen abzusagen. „Die ist alleine die Entscheidung der jeweiligen Veranstalter. Der Kreis werde keine seiner geplanten Veranstaltungen absagen“, so Volker Schmidt.

Notrufnummern nicht blockieren

Es wurde noch einmal die dringende Bitte formuliert, die Notrufnummern 112 und 110 nicht unnötig zu blockieren. Menschen, die zurzeit grippeähnliche Symptome aufweisen und Kontakt mit Personen aus Risikogebieten hatten, sollten ihren Hausarzt beziehungsweise eine KV-Notdienstpraxis telefonisch kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat ein Bürgertelefon zum Corona-Virus unter der Nummer 0211 91191001 geschaltet. Das Gesundheitstelefon des Märkischen Kreises ist unter 02351 966-7272 von 7:30 bis 18 Uhr erreichbar. Zudem bietet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe unter der 116 117 einen telefonischen Patientenservice.

Für Informationen verweist der Märkische Kreis auf die eigene Homepage www.maerkischer-kreis.de. Auch folgende Seiten bieten viele Informationen zum Thema „Coronavirus an“:

  • Internetseite des NRW-Gesundheitsministeriums
  • Internetseite des Robert Koch-Instituts
  • Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums
  • Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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