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Die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser im Gespräch mit Ehrenamtlichen des Vereins Plettenberger helfen Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser traf sich am Sonntag (14. Februar) mit Ehrenamtlichen des Vereins Plettenberger helfen und besuchte anschließend das Café International im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Sie wolle Eindrücke vor Ort sammeln und für ihre Arbeit in Berlin mitnehmen, erklärte Christel Voßbeck-Kayser.

Die Helferinnen und Helfer, die sich derzeit vor allem in der Betreuung der Flüchtlinge in Plettenberg engagieren, bemängelten gegenüber der Politikerin vor allem bürokratische Hemmnisse, die es Asylbewerbern erschwerten sich zu integrieren. So wurde die Verteilung von Kindern in die Schulen aus der Zuständigkeit der Stadt zum Märkischen Kreis verlegt mit den Folgen, dass dies zum einen stark verzögert wird und es auch vorkommt, dass Kinder zu Schulen geschickt werden, die gar keinen Platz für sie haben. Auch die Vermittlung von Asylbewerbern in Arbeitsstellen scheitere an bürokratischen Hindernissen, berichteten die Helfer aus eigenen Erfahrungen.

Bürgermeister Ulrich Schulte schilderte seinen Eindruck, dass z.B. Jobcenter sich ungenügend auf Asylbewerber als Klienten einstellten. „Wenn jemand ohne Dolmetscher zum Jobcenter kommt, wird er weggeschickt. In der Folge werden ihm Leistungen gekürzt.“

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„Wichtig ist vor allem, dass miteinander gesprochen wird.“

Christel Voßbeck-Kayser wünscht sich, dass alle Beteiligten flexibel und pragmatisch mit der Situation umgingen. „Wichtig ist vor allem, dass miteinander gesprochen wird.“ Viele Schwierigkeiten ließen sich auf dem kleinen Dienstweg bewältigen. „Es ist jetzt an der Zeit, einen Runden Tisch zu gründen, an dem alle Beteiligten sitzen und sich austauschen.“ Mit dem Netzwerk Flüchtlingshilfe gebe es so eine Einrichtung in Plettenberg bereits, stellte Ulrich Schulte fest. Allerdings sei das Jobcenter bzw. die Agentur für Arbeit noch nicht dabei. „Wir bemühen uns dies zu ändern.“

„Es wäre wichtig, Asylbewerber und Asylanten sinnvolle Beschäftigungen zu geben. Dabei wollen wir sie genauso behandeln wie deutsche Arbeitsuchende“, erläuterte Christel-Voßbeck-Kayser die Strategie der CDU-Bundestagsfraktion. „In dieser Woche stehen Gespräche mit unserem Koalitionspartner an. Wir wollen Flüchtlinge auch gemeinnützige Arbeiten machen lassen als so genannte Ein-Euro-Jobs. Und für eine schnellere Eingliederung in den Arbeitsmarkt wären auch Ausnahmen vom Mindestlohn förderlich, die ja zeitlich begrenzt werden könnten“, bezog sie sich auf das aktuelle CDU-Integrationspapier.

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Im Café International unterhielt sich Christel Voßbeck-Kayser mit Jugendlichen, die aus dem Kosovo kommen. Foto: Bernhard Schlütter
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Fast alle Plätze waren besetzt beim Café International im Bonhoeffer-Haus. Foto: Bernhard Schlütter

Nach der Gesprächsrunde mit den Plettenberger Helfern besuchte Christel Voßbeck-Kayser das Café International im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Die Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg und das Diakonische Werk veranstalten dieses offene Angebot an jedem zweiten Sonntag im Monat. Bei Kaffee und Kuchen kommen Asylbewerber und Plettenberger ins Gespräch. Es herrscht eine ungezwungene und fröhliche Stimmung. Das Café International ermöglicht Integration durch Gespräche und Begegnungen von Mensch zu Mensch.cafe_international

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