Die CDU beantragt, dass im Rathaus eine Personalstelle für Öffentlichkeitsarbeit/Social Media eingerichtet wird. Foto/Montage: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die CDU-Ratsfraktion beantragt, eine neue Position „Öffentlichkeitsarbeit/Social Media“ in der Stadtverwaltung zu schaffen. Diese Stelle soll mit einer „journalistisch ausgebildeten Kraft“ besetzt und im Fachbereich 1 (Zentrale Dienste) angesiedelt werden. Deren Aufgabe sei es, “die mediale Kommunikation der Stadt Plettenberg voranzutreiben und auf eigenen Kanälen Wissenswertes aus Rat, Verwaltung, Eigenbetrieben der Stadt, wesentliche Nachrichten anderer Behörden zu publizieren”.

„Es gehört zu den elementaren Aufgaben der Kommune, die Bevölkerung qualifiziert und zeitnah über wesentliche sie betreffende Neuigkeiten zu informieren, die in Zusammenhang mit der Arbeit der Behörde(n) stehen“, schreibt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Krieger in der Antragsbegründung. Es gelte, die Bürger zur Teilhabe am demokratischen Prozess zu befähigen, sie in Kenntnis zu setzen über wesentliche Veränderungen des städtischen Angebots oder über relevante Veranstaltungen. Auch im Gefahrenfall oder im Fall gesundheitlicher Vorsorge sei eine rasche und sorgfältige Information der Bevölkerung geboten.

Darüber hinaus würde eine gute Öffentlichkeitsarbeit zur informierten Debatte in der Stadt bei und schaffe ein Klima der Umsorgtheit. „Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bedarf es personeller und technischer Ressourcen, um aus der Stadtverwaltung heraus mit den Bürgern auf direktem Wege kommunizieren zu können.“

Peter Krieger führt aus, dass sich der Medienmarkt generell verändert habe und weiter verändere. Während etablierte Medien wie Tageszeitungen dramatisch an Reichweite verlören und mit ihren Online-Angeboten Google optimiert und mithilfe künstlicher Verschärfung vorrangig darauf aus seien, Klickzahlen zu generieren, nehme die Bedeutung digitaler Medien (Social Media) zu.

Große Bevölkerungsteile werden nicht erreicht

Der Befund der CDU-Fraktion lautet: „Plettenberg ist nicht nur zur Ein-Zeitungs-Stadt geworden, sondern sieht sich auch mit einer Verknappung und Zentralisierung des journalistischen Angebots konfrontiert. Die Nutzer- bzw. Bezieherzahlen dieses Angebots nehmen – wie überall im Kreis – ab. Bezieher der noch vertriebenen gedruckten Bezahlmedien sind zu einem signifikanten Teil Vertreter der älteren und alten Generation, muttersprachlich deutsch. Junge Leute werden nicht erreicht und bleiben uninformiert. Die Vielfalt der Bevölkerung der Stadt Plettenberg mit weltweiten Herkünften findet keine Abbildung. Der öffentliche Diskurs findet zu einem erheblichen Teil abseits der etablierten Medien statt, läuft unkoordiniert im Netz und ohne Anwendung journalistischer Tugenden, deutscher Presseregeln und vielfach auch außerhalb deutscher Rechtsnormen.“

Eine eigene, aktive Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Plettenberg werde es ermöglichen, proaktiv Inhalte zu platzieren und Debattenräume zu betreten, die bisher nicht erreicht würden. „Es wird möglich sein, den Beziehungsfaden zu dem immer größeren Teil der Bevölkerung aufzunehmen, der auf klassischem Wege nicht mehr für die Stadt erreichbar ist. Ebenso werden Touristen und Tagesgäste sowie Bürger aus Nachbarkommunen adressiert, die sich über Plettenberg informieren möchten.“

Der CDU-Antrag im Wortlaut (pdf): 2021-01-26 Antr_Oeffentl-arbeit

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