Muntere Gesprächsrunde mit brisanten Themen bei »Sauerland Initiativ« (von links): Gudrun Winner-Athens, Jörg Bartmann und Friedrich Merz. Foto: Cedric Nougrigat
Meschede/Hennesee. Unter den hochemotionalen Eindrücken der allgegenwärtigen Schreckensnachrichten der letzten Tage und Wochen diskutierten gestern auf Einladung der Unternehmervereinigung »Sauerland Initiativ« rund 60 Mitglieder und Gäste im »H1 am See« über aktuelle Themen aus Wirtschaft und Politik. Prominenter Gast der Veranstaltung: Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU Deutschlands und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Ebenfalls auf dem Podium: Gudrun Winner-Athens, Geschäftsführende Gesellschafterin der Winner Spedition GmbH & Co. KG mit Sitz in Iserlohn. Moderiert wurde das Gespräch von Jörg Bartmann, journalistischer Berater von »Sauerland Initiativ«.

Das Weltbild hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten dramatisch verän
dert. Der Einmarsch der russischen Armee in den souveränen Staat Ukraine löste weltweit tiefgreifende Veränderungen aus. Sowohl in den politischen Strukturen der
betroffenen Länder, als auch in der globalen Wirtschaft.

Das von der neuen Berliner Regierung angekündigte 100-Milliarden-Euro-Programm für die Modernisierung der Bundeswehr wird zwangsläufig schmerzhafte Auswirkungen haben auf viele
andere Etats des Bundeshaushaltes – von der Verkehrsinfrastruktur (Straßenbau,
Bahnstrecken usw.) bis hin zum Gesundheitswesen.

Freuten sich über eine interessante Veranstaltung (v.l.): Geschäftsführer Peter Sieger,
Vorsitzender Tobias Metten, die Unternehmerin Gudrun Winner-Athens, CDU-
Vorsitzender Friedrich Merz und Moderator Jörg Bartmann. Foto: Cedric Nougrigat

Schon seit langem fordert die größtenteils mittelständisch geprägte Wirtschaft im
Sauerland den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region. Darunter hochinnovative Branchen wie die Elektro- und die Sanitärindustrie, die immerhin
zwischen 60 und 70 Prozent der gesamten deutschen Produktion stellen. Und auch
die Leuchtenhersteller sind hier eine »starke Bank«: Jede zweite Leuchte wird in Deutschland hergestellt.
Zudem mehren sich die Stimmen aus der Wirtschaft, Investitionen in Spitzenfor
schung im Bereich Sauer- und Siegerland dauerhaft zu etablieren. In diese Richtung zielt bereits ein mit öffentlichen Mitteln gefördertes Kompetenzzentrum 4.0 mit Sitz in Siegen.

Infrastrukturprobleme sind für viele Unternehmen aus der Region ein Dauerthema.
Die Lieferketten sind enorm belastet, Engpässe nicht ausgeschlossen, weil marode Straßen und Brücken erhebliche Mehrkosten und Zeitverzug verursachen. Die
Sperrung der Rahmedetalbrücke in Lüdenscheid macht Tag für Tag deutlich, wie
dramatisch die Situation für den Güterfernverkehr und die eng verzahnte mittelständische Wirtschaft ist. Die international engagierte „Winner-Spedition“ mit Sitz in Iserlohn-Letmathe schätzt den täglichen Mehraufwand im Nahverkehr durch versperrte und marode Verkehrswege auf rund 5.000 Euro. Überbordende Bürokratie, Fachkräftemangel und Frühverrentung sind weitere enorme Posten, die den
heimischen Spediteuren und der Industrie die Bilanzen verhageln.

Viel Nachholbedarf gibt es aber auch immer noch in anderen Bereichen – die nicht
weniger wichtig sind. Zum Beispiel im Gesundheitswesen. Oder bei dem großen Thema Digitalisierung/schnelles Internet. Letzteres eine Aufgabe, die eng verknüpft ist mit dem Bildungsauftrag.

Alles in allem ein breites Spektrum, das die Unternehmer dem prominenten Podi
umsgast mit auf den Weg gaben.

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