Carola Kosche
Carola Kosche zeigt eins ihrer außergewöhnlichen Colliers. Foto: Lina Nikelowski

Lüdenscheid. Ein großer Tag für Carola Kosche: Die Lüdenscheider Goldschmiedin und Diplom-Produktgestalterin hat am Samstag, 24. April, den Staatspreis „Manufactum“ in der Kategorie Schmuck erhalten. Neben ihr wurden fünf weitere Preisträger*innen für meisterliches Kunsthandwerk ausgezeichnet.

Handwerkliche Präzision und mehr

Handwerkliche Präzision, innovative Gestaltung aus einer Hand und ein experimenteller Umgang mit Materialien waren Bewertungskriterien für die Vergabe der Staatspreise für das Kunsthandwerk Nordrhein-Westfalen, Manufactum 2021. Neben Carola Kosche zählen Jan Göller aus Kerken, Sharokina Gopashin aus Düsseldorf, Oliver Trepper und Theresa Wedemeyer aus Münster sowie Maria Pohlkemper aus Billerbeck zu den Träger*innen des Staatspreises für das Kunsthandwerk 2021. Die Auszeichnungen wurden durch Landesministerin Ina Scharrenbach im Auftrag des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherrn des Wettbewerbs, Armin Laschet, im Dortmunder Konzerthaus verliehen.

Arbeiten in Dortmund zu sehen

Alle 121 in die Vorauswahl gekommenen Exponate inklusive der ausgezeichneten Arbeiten sind noch bis zum 27. Juni 2021 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund (MKK) in der Sonderausstellung „MANUFACTUM“ zu sehen. „Wir freuen uns sehr, alle vier Jahre Gastgeber dieser absolut spannenden Ausstellung zeitgenössischen Kunsthandwerks zu sein. Die Arbeiten sind im MKK in bester Gesellschaft – inmitten von Kunst und Kunsthandwerk aus mehreren Jahrhunderten, von der klassischen Antike bis zum modernen Design“, sagt MKK-Direktor und Jury-Mitglied Dr. Jens Stöcker.

Harte Konkurrenzsituation

„Die Konkurrenzsituation war in diesem Jahr besonders hart“, sagt Beate Amrehn, die Wettbewerb und Ausstellung federführend betreut. „Alle, die in der Ausstellung dabei sein können, haben allen Grund sehr stolz auf sich zu sein“, meint die Formgebungsberaterin der Handwerkskammer Aachen.

Carola Kosche
Die Colliers wirken fragil und sind gleichzeitig höchst flexibel, schreibt die Jury in der Begründung für die Preisvergabe. Foto: Lina Nikelowski

In ihrer Begründung für die Preisvergabe an Carola Kosche schreibt die Jury: „Bei der Halsschmuckserie „From line to space“ SQUARE-FOURSQUARE-CUBE-GRID aus Silber und Stahlseide, fädelt Carola Kosche aus Lüdenscheid Silberröhrchen auf einen durchgehenden Faden aus Stahlseide. Die Maße und die Durchmesser der Silberrohre sowie die Stärke der Stahlseide bestimmen die Wirkung des entstehenden Schmuckstückes wesentlich. Die symmetrisch angeordneten Strukturen werden zu filigranen, beweglichen Schmuckstücken mit voluminöser Wirkung. Die Titel der einzelnen Arbeiten benennen die Art, wie sich jeder einzelne Halsschmuck den Raum erobert.

Reduktion in der Form

Die Arbeit erklärt sich durch eine konsequente Reihung und besticht durch die Reduktion in Form einer fokussierten Auseinandersetzung mit linearen Strukturen. Jedes Collier steht dennoch für sich. Und auch im getragenen Zustand ergibt sich ein überraschend frisches Tragebild. Das Anlegen animiert zum spielerischen Ausloten der Position. Die Haptik der beweglichen Elemente, die Weichheit der Verbindung und die spürbare Flexibilität kommen überraschend daher. Nimmt man die „Grid“ in die Hand, lässt sie sich komprimieren und schafft es dennoch, sich anschließend wieder problemlos in ihre Ursprungsform zu begeben. Die Colliers wirken fragil und sind gleichzeitig höchst flexibel. Die Assoziation grafischer Anmutung und architektonischer Wirkung hat die Fachjury im Besonderen fasziniert, überzeugt hat die Einfachheit im Verlauf der Präsentation, die Bewegung und das strukturale Emporwachsen.“

Ausbildung in Halle und Wien

Carola Kosche wurde an der Burg Giebichenstein in Halle an der Saale und an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien ausgebildet. Sie beschäftigt sich mit Produkten, Objekten und Schmuck, bei denen Ästhetik und das gestalterische Prinzip der Reduktion miteinander verschmelzen. In Zeiten des Überflusses und der Überproduktion ist die Suche nach Beständigkeit und archetypischen Formen zentraler Orientierungspunkt ihrer Gestaltungsarbeit.

Mehr zu Carola Kosche auf www.carolakosche.com

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