Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann und Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte im kleinen Sitzungssaal des Neuenrader Rathauses. Foto: tfft

Neuenrade/Plettenberg. Manchmal schreiben Bürgermeister einen gemeinsamen Brief. Zum Beispiel, wenn sie beide der Schuh drückt. Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann und Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte drückt der Schuh. Sechs Monate will der Landesbetrieb Straßen.NRW die L697 zwischen Neuenrade-Affeln und Plettenberg wegen Bauarbeiten sperren. Das mussten die beiden Verwaltungschefs vergangene Woche in der örtlichen Tageszeitung lesen. Seitdem wird heftig über das Vorhaben und über die Informationspolitik diskutiert.

Ziel: Sechsmonatige Sperrung der L697 verhindern

Man werde versuchen, bei der Baumaßnahme zu erreichen, “dass wenigstens eine einspurige Verkehrsführung ermöglicht werden kann”, so Antonius Wiesemann am Montag (29.1.2018) im Neuenrader Rathaus. Eine halbjährige Vollsperrung würde viele Pendler zwischen Neuenrade und Plettenberg für einen langen Zeitraum mit enormen Umwegen belasten. Er ist sich mit Ulrich Schulte einig, das in einem gemeinsamen Brief an Straßen.NRW zu verdeutlichen.

Buslinie 76 kann bis zu einer Stunde Zeitersparnis bringen

Wenn man dort keine verkehrsfreundlichere Lösung bei der Straßenerneuerung erreiche, “kommt das ja fast einem Schildbürgerstreich gleich”, stellte Ulrich Schulte dringenden Gesprächsbedarf mit dem zuständigen Landesbetrieb fest. Die erneuerte MVG-Buslinie 76 soll ab dem 5. Februar 2018 eigentlich zwischen Plettenberg und Neuenrade bis zu einer Stunde Fahrzeit sparen. Das geht nur, wenn der Bus die direkte Strecke über Affeln, Altenaffeln und Küntrop auch fahren kann. Eine mehrmonatige Sperrung der L697 würde den neuen Fahrplan hier erst einmal ausbremsen.

Neuenrades Bauamtschef Marcus Henninger verdeutlichte zum geplanten Schreiben: “Es geht auch darum, die Entscheidungsträger für die Sperrungsproblematik zu sensibilisieren”. Im vergangenen Jahr habe sich herausgestellt, dass die Landesstraße 697 doch einer aufwendigeren Erneuerung bedarf. Deshalb habe der Landesbetrieb noch einmal neu geplant. Dass die Baumaßnahme wichtig ist, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Bei dem Wie gibt es Gesprächsbedarf.

Neuenrader Ausschuss kritisiert Straßen.NRW Planungen

In der Hauptausschss-Sitzung am 24. Januar 2018 kam zu den Planungen deutliche Kritik aus den Fraktionen. Gesprächsbedarf gibt es aus Neuenrader Sicht auch bei der Frage, wie zeitnah eine Stadtverwaltung mit aktuellen Landesplanungen auf dem Laufenden gehalten wird. “Not amused” war die Verwaltung der Hönnestadt, als sie in der Ausschusssitzung darauf hinweisen musste, aus der örtlichen Tageszeitung vom aktuellen Planungsstand erfahren zu haben.

Das hatte im vorliegenden Fall etwas mit solider journalistischer Arbeit zu tun. Der für Neuenrade zuständige Redakteur richtete zur Straßenerneuerung L697 eine Anfrage an Straßen.NRW und bekam dort ordnungsgemäß (wie in § 4 Landespressegesetz geregelt) Auskunft.

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