Bürgermeister Ulrich Schulte bat die Gäste beim Neujahrsempfang um eine Schweigeminute für das getötete Kleinkind. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Beim Neujahrsempfang der Stadt in der Aula Bödinghausen am heutigen Sonntag (6. Januar) nahm Bürgermeister Ulrich Schulte Stellung zum Fall des getöteten Kleinkinds, das als Pflegekind in einer Familie untergebracht war. Er informierte die Gäste darüber, dass das Plettenberger Jugendamt nicht in diesen Fall involviert sei. Die etwa 450 Gäste erhoben sich auf seine Bitte hin und gedachten schweigend des getöteten Kindes.

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Schultes Stellungnahme im Wortlaut

„Wenn einer der Schwächsten und Kleinsten aus unserer Gesellschaft auf unnatürliche Weise zu Tode kommt, dann ergreift uns das alle. Gerade in den sozialen Netzwerken sind sehr viele Emotionen hochgekocht. Es gab dabei auch Fragen und Vorwürfe, warum sich das Jugendamt nicht gekümmert hat. Wie kann das Jugendamt einen Säugling solchen Personen in die Hände geben?

Ich kann ihnen hier und heute zu den Personen und zum Verfahren keine Informationen geben, weil auch die Polizei das Jugendamt noch nicht offiziell informiert hat. Das ist aber auch ein Hinweis darauf, dass das Plettenberger Jugendamt in den Fall nicht involviert ist.

Es ist also durchaus möglich, dass andere Träger der Jugendhilfe die Eheleute als Pflegeeltern vermitteln, ohne dass das örtliche Jugendamt zuständig ist.

Hinzu kommt – die Kollegen vom Jugendamt haben auch deswegen am Freitag sehr rege telefoniert –, dass wir eigentlich kein Kind in dem Alter in einer Pflegefamilie untergebracht haben.

Deshalb kann ich heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass es sich bei dieser Pflegefamilie nicht um einem Fall unter der Betreuung des Plettenberger Jugendamtes handeln dürfte.

“Was ich ihnen nicht nehmen kann, ist der Kloß im Hals und die unterdrückten Tränen”

Das soll keine Entschuldigung sein und macht das Kind nicht wieder lebendig. Es war mir aber wichtig, sie im Vorfeld einer solchen Veranstaltung darüber zu informieren, dass es eben nicht unser Jugendamt war.

Wenn es die Stadt Plettenberg und das Jugendamt gewesen wären, hätte ich Probleme gehabt, diese Rede vorzutragen. Was ich ihnen nicht nehmen kann, ist der Kloß im Hals und die unterdrückten Tränen, wenn wir von einem solchen Fall hören.“

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