Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Das 1. Plettenberger Bürgerforum plätscherte am Mittwochabend so vor sich hin. Etwa 50 Bürger/innen waren dazu in den Ratssaal gekommen, darunter etliche, die gleichzeitig in Politik und Verwaltung tätig sind. Erfreulich allerdings, dass alle Altersgruppen vom Jugendlichen bis zum Senior vertreten waren. Den vom Arbeitskreis Bürgerbeteiligung ausgewählten Themen fehlte allerdings die Anziehungskraft. Immerhin wurde ein konkretes Ergebnis erzielt: Der PleWo-Stadtfesttermin 2018 wurde per Abstimmung auf das Wochenende vom 4. bis zum 6. Mai festgelegt.

  1. Was muss bei den Schulgebäuden in Plettenberg verbessert werden?
  2. Welchen Rahmen soll die Stadt dem Investor vorgeben, der Stadtvillen am Brachtweg 58 (Alte Villa, Kirchlöh-Ost) baut?
  3. Wann soll 2018 und 2019 die Plettenberger Woche stattfinden?
Moderator Volker Vorwerk von der Agentur Bürgerwissen Foto: Bernhard Schlütter

Diese drei Themenbereiche standen auf der Tagesordnung durch die Volker Vorwerk (Agentur Bürgerwissen) führte. Die Sitzordnung im Ratssaal gab kleine Tischgruppen vor, in denen die Themen erörtert, Vorschläge und Hinweise aufgeschrieben und dann vorne an Tafeln gepinnt wurden. Dieses Vorgehen sorgte für einen sehr geordneten und sachlichen Ablauf des Abends.

Alle Hinweise wurden so gleichzeitig protokolliert. Die zuständigen Stellen und Gremien in Verwaltung und Politik sollen sie in ihre Überlegungen, Diskussionen und Entscheidungen einbeziehen.

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Lange Wunschliste für Schulgebäude

Die Schulgebäude-Thematik hatte zur Folge, dass Lehrer, Eltern- und Schülervetreter verhältnismäßig stark präsent waren. Es zeigte sich, dass über die schon in den künftigen Haushaltsplänen vorgesehenen Maßnahmen und Investitionen hinaus, zahlreiche – berechtigte – Wünsche zur Verbesserung der Situation in den Schulgebäuden, aber auch bei der Ausstattung da sind. Vom Breitbandanschluss über die sorgfältigere Reinigung bis hin zur Erneuerung und besseren Zugänglichkeit der Toilettenanlagen reichte die Bandbreite der aufgelisteten Maßnahmen. „Wir haben bedingt durch die Haushaltslage einen Investitionsstau, den wir nach und nach abbauen wollen“, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte dazu. „Wir prüfen alle Anregungen. Seien sie aber bitte nicht enttäuscht, wenn die Bagger nicht schon 2018 anrücken.“

Bedenken der Brachtweg-58-Nachbarn

Der Bebauungsplan für das Grundstück Brachtweg 58 bzw. dessen eventuelle Überarbeitung interessierte ganz speziell Anlieger aus der Nachbarschaft. Auf dem Grundstück unterhalb der Bracht steht derzeit noch eine Villa, die Ende der 1970er Jahre erbaut wurde. Die R.B. Makler GmbH als Projektentwickler will diese abreißen, die Fläche in fünf Baugrundstücke aufteilen und vermarkten. „Die exponierte Lage ist der Grund, warum das Thema hier im Bürgerforum ist“, machte Stadtplaner Hartmut Engelkemeier einen Erklärungsversuch. Schließlich werde man die Häuser von vielen Stellen im Stadtgebiet aus sehen. Die Stadt werde über den Bebauungsplan Einfluss auf die Gestaltung der Neubauten nehmen. Das betreffe vor allem auch die zulässige Gesamthöhe der Häuser. Ein Nachbar wies darauf hin, dass an dieser Stelle sehr viel Wasser aus dem Berg komme, und will sichergestellt wissen, dass die Anschüttung auf dem Grundstück auch die Neubebauung tragen kann.

Mai-Premiere für PleWo-Stadtfest

Kurz und knackig wurde das Thema PleWo-Termine abgehandelt. 2018 findet von Mitte Juni bis Mitte Juli das Public Viewing zur Fußball-WM auf dem Alten Markt statt. Direkt anschließend sollen dort die Bauarbeiten im Zuge der Innenstadterneuerung beginnen, die bis in den Herbst andauern werden. Nur im nächsten Jahr gibt es in NRW eine Woche Pfingstferien (19. – 27.5.). Daher schlugen die Organisatoren vom Kulturbüro der Stadt den Termin am ersten Maiwochenende vor – eine Premiere. „Wer ist dafür?“, fragte Volker Vorwerk nach kurzer Diskussion und fast alle Hände gingen hoch.

2019 wäre aufgrund der früher liegenden Sommerferien wieder der Stadtfesttermin Ende August möglich. Die Bürger/innen plädieren aber dafür, erst mal das Mai-Stadtfest 2018 abzuwarten und anschließend den 2019er Termin festzulegen. So wird’s jetzt wohl auch gemacht, vorausgesetzt, der Rat schließt sich dem Bürgervotum an. Denn das ist in den Leitlinien zur Bürgerbeteiligung (PDF) festgelegt: Das Bürgerforum diskutiert und macht Vorschläge, Beschlüsse werden nach wie vor von den zuständigen Stellen und Gremien in Verwaltung und Politik gefasst.

KOMMENTAR

Das üben wir noch

Mein Fazit des 1. Bürgerforums: Das Format hat Zukunft, allerdings müssen die Themen für eine breitere Öffentlichkeit wichtig und interessant sein. Dass das diesmal noch nicht so war, ist nicht dem Arbeitskreis anzulasten. Es mangelte noch an Vorschlägen aus Reihen der Bürger/innen. Am Mittwochabend kam aber eine ganze Reihe hinzu, die auf kommenden Bürgerforen besprochen werden können. Die Organisation des Forums mit Diskussion in Kleingruppen sowie Sammeln und Erfassen aller Anregungen verhindert ausufernde und zu nichts führende Wortgefechte. Insofern war es ein guter Übungsabend für Bürgerforen, in denen es dann auch ruhig um brisante Themen gehen darf.

Das Baby „strukturierte Bürgerbeteiligung“ wird sich entwickeln. Da bin ich mir sicher.

Foto: Bernhard Schlütter

2 KOMMENTARE

  1. Ich fände es gut, wenn diese Möglichkeit der Bürgerbeteiligung zukünftig noch mehr Anklang finden würde! Wer so eine Möglichkeit aus schlägt, darf sich später auch nicht beschweren!

  2. Ich wäre auch gerne gekommen, doch leider musste ich zu dem Zeitpunkt arbeiten! Solche Treffen sind eine sehr gute Möglichkeit als Bürger aktiv am Geschehen und der Gestaltung mitzuwirken!

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