Verbesserungsmöglichkeiten für den fahrradverkehr in Plettenberg erarbeiteten Bürgerinnen und Bürger in Tischgruppen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Über Möglichkeiten zur Verbesserung des Radverkehrs in Plettenberg diskutierten im Bürgerforum am Mittwochabend (6. März) im Ratssaal rund 60 Bürgerinnen und Bürger.

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Die Resonanz zeigt: Das Fahrrad ist auch im hügeligen Plettenberg ein viel genutztes Verkehrsmittel im Alltag und in der Freizeit – und zwar von allen Altersgruppen. Dazu trägt natürlich die Entwicklung des Pedelecs bei, das die muskelgetriebene Fortbewegung auf zwei Rädern durch elektrische Unterstützung erheblich erleichtert.

Das an sich gut ausgebaute Radwegenetz in Plettenberg hat Schwächen im Anschluss von etlichen Wohngebieten. Mancherorts fehlen Querungen über Hauptverkehrsstraßen. Über die Stadtgrenzen hinaus wären Radwegverbindungen z.B. über Landemert nach Finnentrop oder die Schließung der Lücken in der Lenneroute sinnvoll.

Lennefurt am Siesel befahrbar machen

Was Matthias Schröder von der Stadtverwaltung in seiner Zustandsbeschreibung aufzählte, wurde anschließend in den Tischrunden vertieft. Bürgerinnen und Bürger wünschten sich u.a. einen Radrundweg um die Oestertalsperre und eine komfortable Radroute vom Oestertal über den Sonneborn nach Landemert. Vorgeschlagen wurde, die Lennefurt am Siesel für Fahrradfahrer überquerbar zu machen und so die Verbindung zwischen Radweg zum Schwarzenberg und Lennetal zu schaffen.

Es gab auch viele Hinweise auf mögliche Verbesserungen im Detail: Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder im Schulzentrum Böddinghausen (Geschwister-Scholl-Realschule, Zeppelinschule/KBOP, Sporthalle II), Trennung von Rad- und Fußgängerverkehr auf dem Radweg zum Schulzentrum Böddinghausen, Hinweisschilder auf den Fahrradverkehr auf den Zufahrten zu den Einkaufszentren P-Center und Bredde. Die Attraktivität der Radwege könnte durch Gastronomie an markanten Stellen, Servicepunkte mit Schlauchautomat, Flickzeug und Luftpumpe sowie Lademöglichkeiten für Pedelecs gesteigert werden.

Alle Vorschläge und Hinweise wurden wie immer beim Bürgerforum protokolliert. Die Fachdienste der Verwaltung prüfen die Machbarkeit. „Das Thema ist langfristig zu sehen“, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte. „Es werden nicht morgen die Bagger anrollen und neue Radwege bauen.“

Gründung von ADFC-Ortsgruppe angeregt

Bernhard Schomm vom ADFC Iserlohn warb für die Gründung einer Plettenberger Ortsgruppe. Foto: Bernhard Schlütter

Das Thema Radverkehr hatte auch zwei Mitglieder des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) aus Iserlohn angelockt. Bernhard Schomm, Vorsitzender des Iserlohner ADFC, regte die Gründung eines Ortsvereins in Plettenberg an, um die Interessen der Radfahrer stärker zum Ausdruck zu bringen. Die Iserlohner hatten im vergangenen Jahr einen Pedelec-Fahrkurs in Zusammenarbeit mit der Plettenberger Seniorenvertretung durchgeführt. Auch solche Angebote könnte eine eigene ADFC-Ortsgruppe intensivieren.

Info über städtische Straßen

Der zweite Themenpunkt des Bürgerforums war die Sanierung städtischer Straßen. Bauamtsleiter Sebastian Jülich stellte das gängige Verfahren dar, erklärte, wo Bundes-, Landes- und Kreisstraßen nicht in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Er berichtete, dass in diesem Jahr Straßenreparaturen und -baumaßnahmen schwerpunktmäßig in den äußeren Stadtteilen auf dem Plan ständen. Grund seien die Erdarbeiten für die Glasfaseranschlüsse der Telekom in der Innenstadt und innenstadtnahen Bereichen. Die Bürgerinnen und Bürger nahmen diese Ausführungen ohne weitere Diskussion zur Kenntnis.

Kommentar

Die Einrichtung des Bürgerforums als Instrument der strukturierten Bürgerbeteiligung bewährt sich. Bisher hat der Arbeitskreis Bürgerbeteiligung, der die Foren vorbereitet, das richtige Gespür bei der Auswahl der Themen bewiesen.

Aus allen Altersgruppen kommen die Teilnehmer am Bürgerforum. Foto: Bernhard Schlütter

Erfreulich ist, dass das Bürgerforum von allen Altersgruppen angenommen wird, auch wenn man sich immer noch mehr junge Menschen darunter wünschen würde. Die Personen wechseln natürlich je nach speziellem Interesse. Es hat sich aber auch ein Teilnehmerstamm herausgebildet. Zur Akzeptanz trägt die kompakte Durchführung unter der Leitung des Moderators Volker Vorwerk bei. Etwa zwei Stunden dauert ein Bürgerforumabend. Das ist nicht zu lang und macht den Abend für die Bürgerinnen und Bürger gut planbar.

Wichtig bleibt, dass Bürgerinnen und Bürger Themen, die sie erörtern wollen, in die Vorhabenliste eintragen. Dies können sie im Rahmen des Bürgerforums tun, ihre Wunschthemen aber auch per E-Mail einbringen oder schriftlich im Rathaus abgeben. Nur so kann die Tagesordnung die Bürgerinteressen widerspiegeln.

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