Unter anderem um diese Fläche geht es bei der Fortschreibung des Regionalplans. Sie soll als Erweiterungsfläche für Gewerbe und Industrie ausgewiesen werden. Karte: luedenscheid.de

Lüdenscheid. Im Vorfeld der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtplanung sowie Umwelt und Klimasschutz am 10. März nimmt die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Regionalplanentwurf der Bezirksregierung Arnsberg Stellung. Der Entwurf sieht eine 68 Hektar große Flache im Brenscheider Tal als Erweiterungsfläche für gewerbliche und industrielle Nutzung vor. Dazu heißt es in der Presseerklärung von Bündnis 90/Die Grünen:

“Die Bezirksregierung Arnsberg hat in ihrem aktuellen Entwurf zur Neuaufstellung des Regionalplans eine Vielzahl von Änderungen zum bisherigen Zustand vorgeschlagen, wir möchten hier nur die für Lüdenscheider Gebiet schwerwiegendste ansprechen: Die angedachte Ausweisung von nicht weniger 68 ha Industrie- und Gewerbefläche im oberen Brenscheider Tal (dies entspricht in etwa der Fläche der Lüdenscheider Innenstadt zwischen Hochstraße und Christuskirche!).



Wir lehnen eine solche massive Versiegelung von Grünflächen gerade in diesem Bereich entschieden ab! Beginnend im Lüdenscheider Süden existiert noch ein relativ großes naturnahes Gebiet zwischen B54, B229, A45 bzw. der Versetalsperre bis hin zur Jubach und Fürwiggetalsperre, das bislang noch nicht durch modere Nutzungsformen dominiert wird. Der Verbund von Mintenbecker und Brenscheider Tal stellt einen hohen Erholungswert für die Lüdenscheider Bürger*innen und Gäste dar, das Naturschutzgebiet Stilleking und das Naturschutzzentrum Hof Oelken einen Schwerpunkt für den Erhalt regionaler Ökosysteme. Die Abtrennung des oberen Brenscheider Tals aus diesem Verbund würde den Wert der verbleibenden Flächen gravierend beeinträchtigen.

Auch der Vorschlag der Verwaltung, zunächst nur ein nordöstliches Dreieck zwischen Herscheider Landstraße und Brenscheider Straße als Industriefläche freizugeben, ist deutlich abzulehnen: die bittere Erfahrung der letzten Jahre lehrt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis einmal „angeknabberte“ Tallagen oder Höhenzüge Stück für Stück in Form von sogenannten „Arrondierungen“ letztlich doch vollständig verwertet werden.

Wir sind entschlossen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um ein solch widersinniges Vorhaben zu verhindern.

Seit ca. 40 Jahren steigt die Einwohnerzahl unserer Heimatstadt kaum noch, auch die Anzahl der Industriearbeitsplätze hat sich, gerechnet auf die geleisteten Stunden, nicht wesentlich verändert – nur der Flächenverbrauch steigt unvermindert an! Diese Entwicklung muss zwingend ein Ende finden. Für alle spürbar erreicht unsere natürliche Umgebung aktuell eine deutliche Belastungsgrenze, dem muss auch in bei der Flächennutzung endlich Rechnung getragen werden.

Unserer Auffassung nach gibt es aktuell für die Unternehmen durchaus ausreichende Entwicklungsmöglichkeiten, besonders im Bereich „gebrauchter“ Industrie- und Gewerbeflächen. Sollte darüber hinaus noch ein wirklich belegbarer (und nicht nur anhand uralter Daten errechneter) Bedarf entstehen, so sollten unter der Maßgabe, dass in der aktuellen Situation die Umweltbelange Vorrang genießen müssen, in einem größeren regionalen Rahmen (d.h. mindestens auf Kreisebene) konsequent die ökologisch am ehesten vertretbaren Standorte einem langfristig angelegten Prüfverfahren begutachtet werden.”

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