In diesem Bereich der Volme könnte ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Foto: PSL

Lüdenscheid. (PSL) Im Zusammenhang mit Bauarbeiten zur  Sanierung der Ufermauer an der Straße „Am Brügger Bahnhof“ ist im Zuge einer Luftbildauswertung und anschließenden Sondierungsbohrung ein Verdacht auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg festgestellt worden. Der Verdachtspunkt liegt in der Volme etwa in Höhe des Feuerwehrgerätehauses.

Erdreich wird abgetragen

Wie die Stadt Lüdenscheid mitteilt, werden Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg am Dienstag, 3. April, durch eine Fachfirma das Erdreich um den Verdachtspunkt abtragen lassen. Es wird dann überprüft, ob es sich tatsächlich um einen Blindgänger handelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, müsste der Blindgänger entschärft werden.

Vorbereitungen angelaufen

Das würde kurzfristig geschehen; der genaue Zeitpunkt kann aber erst nach Freilegung des Blindgängers in Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst genannt werden. Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei sowie das THW, das DRK und die Johanniter bereiten sich aktuell auf einen solchen Fall vor.

Für die Entschärfung wäre aus Sicherheitsgründen abhängig von der Größe des Blindgängers eine Evakuierung aller Gebäude in einem Radius von voraussichtlich 250 bis 500 Metern um den Fundort erforderlich.

Im potentiell betroffenen Evakuierungsbereich, der etwa bis zur Straße „Am Ziegenkopf“ bzw. am „Raffelnberg“ reichen  könnte, befinden sich neben Wohngebäuden, Geschäften und einem Hotel auch zwei Kitas und eine Grundschule.

Sehr kurzfristige Information

Anlieger der möglichen Evakuierungsgebiete würden direkt informiert, sobald ein Evakuierungstermin feststeht. Dies könnte ggf. auch sehr kurzfristig geschehen. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich daher darauf einstellen, dass sie für einige Zeit ihre Wohnungen bzw. ihren Arbeitsplatz verlassen müssen bzw. diese nicht erreichen können. Genauere Termine und Uhrzeiten können derzeit leider noch nicht benannt werden.

Shuttle-Dienst zum Aufenthaltsraum

Für Personen, die während einer möglichen Evakuierung nicht bei Freunden, Verwandten oder anderswo unterkommen können, würde ein Aufenthaltsraum an der Hauptschule Stadtpark in der Parkstraße eingerichtet. Für Personen, die keine Fahrgelegenheit haben, würden an Sammelplätzen Shuttle-Busse der MVG eingesetzt. Eine Einsatzleitung von Feuerwehr und Ordnungsamt würde in der Hauptschule Stadtpark untergebracht.

Autofahrer sowie Bus- und Bahnverkehr betroffen

Autofahrer aus den Richtungen Halver, Schalksmühle und Kierspe sollten sich darauf einstellen, dass es für den Durchgangsverkehr zu Sperrungen der Volmestraße und der Halverstraße, kommen kann. Auch der Bus- und Bahnverkehr wäre betroffen.

Die Stadt Lüdenscheid wird auf ihrer Internetseite www.luedenscheid.de sowie über die örtlichen Medien informieren, sobald es neue Erkenntnisse gibt.

Informationen werden auch über die Nina-Warn-App, die kostenlos  im App Store und Google Play Store heruntergeladen werden kann, verbreitet.

Angriffe auf Bahnhof und die Schnurre

Hintergrund: Lüdenscheid hat im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise Glück gehabt: In Zeiten des totalen Terrors durch Luftangriffe blieb die Stadt weitgehend unbeschädigt. Dennoch gab es mehrere feindliche Bomber, die abgeschossen wurden oder aus anderen Gründen im Stadtgebiet niedergingen.

Außerdem wurde die Region von zwei schweren Luftangriffen getroffen. Am 16. Februar 1945 starben in Brügge 24 Menschen. Dokumentiert ist auch ein Beschuss durch amerikanische Jagdbomber. Sie griffen am 14. März 1945 die Gleisanlagen des Bahnhofs in Brügge an.

Am 28. März 1945 sollen bei einem Angriff amerikanischer Jagdbomber auf die Kleinbahn Schnurre in der Nähe von Mühlenrahmede 77 Menschen getötet und rund 100 verletzt worden sein.

 

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