Weniger Verkehr auf der A45 geht nicht. Foto: Sven Prillwitz

Lüdenscheid. (PSL) Seit Donnerstagnachmittag (2. Dezember) ist die Bundesautobahn 45 zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Das hat Auswirkungen auf die ausgeschilderten Umleitungsstrecken auf Lüdenscheider Stadtgebiet und darüber hinaus. Das haben Autofahrer schon deutlich zu spüren gekommen. Auf den Ausweichstrecken standen am Donnerstag und am heutigen Freitag stundenweise im Stau.

Untersuchungen laufen

Grund für die Sperrung sind Schäden an der Talbrücke Rahmede, die am Donnerstag von der zuständigen Autobahn GmbH festgestellt wurden. Um zu prüfen, ob und wie die Brücke weiter genutzt werden kann, laufen aktuell und über das Wochenende umfangreiche Untersuchungen. Frühestens Mitte nächster Woche soll es von der Autobahn GmbH weitere Informationen dazu geben, wie lange die Sperrung andauern wird.

Ampelschaltung auf den Hauptumleitungsstrecken wird verlängert

Wie die Stadt Lüdenscheid mitteilt, sollen die Umleitungsstrecken während der Sperrung kurzfristig entlastet werden. So sollen in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW spätestens ab Samstag, 4. Dezember, alle Lichtsignalanlagen (Ampeln) auf den Umleitungsstrecken – also auf der Lennestraße, der Altenaer Straße und der Heedfelder Straße – auf ihre maximalen Umlaufzeiten eingestellt werden, so dass möglichst viel Verkehr ungehindert über die Strecke fließen kann. Allen Ortskundigen wird empfohlen, die Umleitungsstrecken, wenn möglich zu meiden.

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Die Baustelle auf der Heedfelder Straße im Bereich der Umleitung (Abzweig „Im Grund“ bis Abzweig „In der Dönne“) wurde am Freitag kurzfristig beendet, um dort die gesamte Fahrbahnbreite zur Verfügung zu stellen. Weitere Baustellen, die auf der Umleitungsstrecke geplant waren, wurden bis auf Weiteres verschoben.

Feuerwehrgerätehäuser besetzt

Die Feuerwehrgerätehäuser der Löschzüge Oberrahmede und Stadtmitte können derzeit von der Freiwilligen Feuerwehr nicht schnell genug erreicht werden, da die Anfahrt von den Staus auf der Strecke betroffen ist. Daher sind beide Gerätehäuser bis Freitagabend durchgängig besetzt. Ab Montag wird ebenfalls eine Tagesbereitschaft durch Einsatzkräfte eingerichtet. So sind die vorgesehenen Eintreffzeiten im Stadtgebiet im Zuge von Einsätzen der Feuerwehr Lüdenscheid sichergestellt.

Winterdienst und Abfallbeseitigung

Auf den betroffenen Strecken kann es während der Stoßzeiten auch zu Einschränkungen im Winterdienst kommen. Sowohl Straßen.NRW als auch der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) verstärken ihren Winterdienst. Der STL wird auch nachts, wenn wenig Verkehr ist, die betroffenen Strecken befahren, um sie Straßen möglichst gut räumen und eisfrei halten zu können.

Bislang konnte der STL alle Stadtgebiete für die Abfallentsorgung erreichen. Sollte das in der kommenden Woche einmal nicht der Fall sein, bittet der STL darum, die Tonnen stehen zu lassen. Die Bereiche werden dann in den frühen Morgenstunden der kommenden Tage angefahren.

Weitere Maßnahmen zur Verkehrssteuerung geplant

Derzeit ist leider nicht absehbar, ob die Sperrung länger andauern wird. Die Abstimmungen zwischen der Stadt Lüdenscheid, dem Märkischen Kreis, Straßen.NRW und der Autobahn GmbH läuft aber, um weitere Maßnahmen zur Verkehrssteuerung umzusetzen.

Die folgendes Präsentation con Straßen.NRW stellt den aktuellen Sachstand dar. 2021-12-02 Sachstand Talbrücke Rahmede

Straßen.NRW hat ein umfangreiche Mitteilung herausgegeben. Darin wird das weitere Vorgehen geschildert. Mehr dazu hier: Mitteilung Straßen.NRW

Die Rahmedetalbrücke ist voll gesperrt. Eigentlich sollte dem dem Neubau schon 2018 begonnen werden. Jedenfalls sahen das die Planungen im Jahr 2014 vor. Foto: Wolfgang Teipel

In einer Stellungnahme von Lüdenscheids SPD-Chef Fabian Ferber heißt es: „Ich will nicht wissen, wie lange Straßen NRW und nun der neue Autobahnbetrieb des Bundes Maßnahmen aufgeschoben haben, bis nun von jetzt auf gleich die Rahmedetalbrücke in Lüdenscheid gesperrt werden musste. Unser Zuhause versinkt im Verkehrschaos, weil über Jahre unsere Infrastruktur auf Verschleiß gespart wurde. Eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen, die A45, wird nun mitten durch Lüdenscheid geführt.

Wie hier zu sehen ist, wurde schon 2016 die Notwendigkeit von Maßnahmen thematisiert. In dem Artikel wird beschrieben, dass drei Jahre später Baumaßnahmen beginnen sollten, wie Straßen NRW damals ankündigte: https://www.come-on.de/…/gigantische-massnahme-2019…

Katastrophe mit Ansage

Man fragt sich schon, was in den Jahren danach passiert ist. Und was der von 2017 bis 2021 amtierende Verkehrsminister und jetzige Ministerpräsident Hendrik Wüst so gemacht hat. Über den Scheuer Andi muss man kein weiteres Wort verlieren.
Jetzt muss alles getan werden, damit der Verkehr wieder über die A45 organisiert werden kann. Bei uns gibt es keinen Kölner Autobahnring, über den der Autobahnverkehr großzügig umgeleitet werden kann. Die A45 ist für die Wirtschaftsregion Südwestfalen die Lebensader, viele Pendlerinnen und Pendler sind auf sie angewiesen. Die Züge ins Ruhrgebiet von Lüdenscheid aus werden ironischerweise über einen Schienenersatzverkehr betrieben. Eine Katastrophe mit Ansage.“

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