Das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum in Rosmart
Das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum in Rosmart soll im April 2021 fertiggestellt sein. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Die Arbeiten im neuen Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum des Märkischen Kreises liegen im Zeitplan. Darüber informiert der Märkische Kreis. Im Gewerbepark Altena-Rosmart entsteht auf einer Fläche von mehr als 22.000 Quadratmetern ein moderner, praktischer und funktionaler Bau. Fertigstellung ist voraussichtlich Mitte April.

Es kommt Leben ins gemeinsame Zentrum von Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises im Gewerbepark Rosmart. Nach der Fertigstellung Mitte April werden hier 63 Frauen und Männer tätig sein. “Alle unter einem Dach, so dass effizientes Arbeiten auf kurzen Wegen gewährleistet ist”, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling und ergänzt: “Das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum hat große Vorteile für alle Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises, weil hier Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz praxis- und realitätsnah ausgebildet werden können. Das kommt den Menschen im Ernstfall zugute.”

Der Ausbildungsbetrieb soll im Mai starten. Dann werden jährlich 575 Rettungsdienstkräfte sowie 650 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz geschult. Zusätzlich werden dort noch 1.400 Feuerwehrfrauen- und Männer die jährliche Belastungsübung für ihre Atemschutztauglichkeit absolvieren.

Moderne Ergänzung der kommunalen Ausbildung

Für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz gilt es, für medizinische Notfälle, Brände, Technische Hilfeleistungen, Flächenlagen und viele weitere gefährliche Einsätze gewappnet zu sein. Die Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte erfolgt zukünftig im Seminargebäude mit drei großen Schulungsräumen, die sich mittels mobilen Trennwänden teilen lassen.

Und das ist längst nicht alles: darüber hinaus gibt es einen Erste-Hilfe-Raum, einen Konditionsraum und eine Atemschutzübungsstrecke. Im Lehrmittelraum sind Unterrichtsmaterialien und Ausbildungsgerätschaften gelagert.

Im Seminargebäude finden jährliche Fortbildungen des Rettungsdienstes, Feuerwehrausbildungen sowie Schulungen im Bereich des Katastrophenschutzes statt – angefangen vom Maschinisten bis hin zu den Führungskräften. “Hier haben wir technische Möglichkeiten, die in den Kommunen oft nicht gegeben sind. Wichtig ist: Wir ergänzen die kommunale Ausbildung, ersetzen sie aber nicht”, sagt Michael Kling. Ganz bewusst sei in den Multifunktionsräumen des Brandschutz- und Rettungsdienstzentrums auf einfache, benutzerfreundliche Technik gesetzt worden. “Sie ist nachhaltig und soll auch in zehn Jahren noch funktionieren.” Die Hardware haben externe spezialisierte Dienstleister und der Fachdienst 13 (IT, Organisation und Controlling) des Märkischen Kreises installiert.

Übungshalle mit vielen Vorteilen

Für die Aus- und Weiterbildung ist das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum in Rosmart bestens ausgestattet, wie das Herzstück beweist: die 1.000 Quadratmeter große Übungshalle. “Ein funktionaler Bau, der uns eine Vielzahl an Vorteilen bietet. Bei Wind und Wetter sind hier das ganze Jahr über Aus- und Fortbildungen möglich. Das Areal ist so groß, dass zwei Löschzüge gleichzeitig üben können: Brandbekämpfung, technische Hilfeleistungen, ABC-Einsätze zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren oder auch Höhenrettungen”, berichtet Kling.

An die Übungshalle angebaut sind ein Übungshaus und ein Übungsturm, welche durch die Feuerwehren nass beübt werden können. Das Außengelände – 100 Meter lang, 25 Meter breit – umfasst unter anderem einen eigenen Tank, eine Druckerhöhungsanlage und Hydranten. Dahinter angegliedert ist eine Fahrzeughalle mit einem Löschfahrzeug, einem Gerätewagen Logistik, der über ein großes Volumen für feuerwehrtechnische Beladung verfügt, sowie dem “Manitou”. Dieser Teleskopstapler wird primär für logistische Aufgaben eingesetzt, wie zum Beispiel dem Be- und Entladen von Logistikfahrzeugen mit Einsatzmaterialien.

Leitstelle als Einsatzzentrale

Ebenso im Rettungsdienstzentrum ansässig ist die Leitstelle, in der rund um die Uhr Alarme und Notrufe eingehen werden. Etwa 80.000 Einsätze kommen im Märkischen Kreis pro Jahr zusammen – darunter Feuerwehreinsätze und medizinische Notfälle. Meldet ein Anrufer beispielsweise ein Feuer oder einen Herzinfarkt, treffen die Disponentinnen und Disponenten in der Leitstelle unverzüglich Maßnahmen, um Personal, Fahrzeuge und Geräte schnellstmöglich zum Einsatzort zu entsenden. Dazu notwendige Informationen wie etwa die Auslastung der Krankenhäuser oder digitale Lage- und Wetterkarten werden über eine 33,5 Quadratmeter große Medienwand stets aktuell und rund um die Uhr zur Verfügung gestellt. Über digitale Funkmeldeempfänger werden die Einsatzkräfte dann direkt alarmiert.

Optimale Arbeitsbedingungen

Darüber hinaus können in der Leitstelle auch Einsätze des Rettungsdienstes gelenkt, Krankentransportfahrten koordiniert sowie alle Feuerwehren der 15 Städte und Gemeinden des Kreises bei der Abwicklung von Einsätzen unterstützt werden. Insgesamt arbeiten in der Kreisleitstelle 38 Mitarbeiter im Schichtdienst. Sie können sich auf optimale Arbeitsbedingungen freuen. “Schallabsorptionswände ermöglichen ein hohes Maß an Schallschutz. Moderne Heizkühldecken übernehmen die Aufwärmleistung und sorgen für ein ideales Raumklima. Darüber hinaus erleichtern die individuell regelbare Arbeitsplatzbeleuchtung der höhenverstellbaren Leitstellentische sowie der uneingeschränkte Blick von jedem Arbeitsplatz auf die Medienwand die Arbeit der Leitstellendisponenten, die unter erheblichem Zeitdruck eine Vielzahl verantwortungsvoller Aufgaben und Entscheidungen bewältigen und treffen müssen”, berichten Markus Rahrbach, Projektleiter Gebäudemanagement, sowie Manfred Fischer, Leiter des Gebäudemanagements des Märkischen Kreises.

Zu den Aufgaben zählen unter anderem Großeinsatzlagen, sogenannte “Flächenlagen” der Feuerwehr, wie Stürme, Überschwemmungen, Erdrutsche, Waldbrände oder Stromausfälle. Kreisbrandmeister Michael Kling weiß aus langjähriger Erfahrung, dass die Anzahl solcher Flächenlagen zunimmt: “Wir erleben die Auswirkungen des Klimawandels hautnah. So nimmt beispielsweise die Anzahl und die Schwere von Waldbränden dramatisch zu. Während der Bauzeit haben wir im Wald nebenan den Einfluss des Borkenkäfers erleben müssen. Dutzende Bäume mussten deshalb gefällt werden.” Für die Bewältigung dieser Großeinsatzlagen sind im neuen Zentrum modernste Stabsräume eingerichtet. Dieser operativ-taktische Stab des Märkischen Kreises, der sich aus Führungskräften aus Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Bedarfsfall akut zusammensetzt, leitet Einsätze, die einen erhöhten Koordinierungsbedarf aufweisen, welcher von einer einzelnen Gemeinde nicht mehr gewährleistet werden kann.

Gesamtfertigstellung im Plan

Der Märkische Kreis investiert rund 22,5 Millionen Euro in das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum. In direkter Nachbarschaft liegt die Rettungswache Rosmart, Zentralstandort, die auf 600 Quadratmetern Nutzfläche fünf Fahrzeugen des Rettungsdienstes (Krankentransport- und Rettungswagen sowie Notarzteinsatzfahrzeugen) Platz bietet. Die Tageswache ist bereits seit Oktober 2020 in Betrieb.

Verantwortlich für die Planung und Umsetzung des Projekts ist das Gebäudemanagement des Märkischen Kreises in Zusammenarbeit mit dem Generalplaner kplan AG und dem Generalunternehmer Hundhausen, beide aus Siegen. Der Spatenstich war am 17. Juni 2019, die Fertigstellung ist für den 14. April dieses Jahres geplant.

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