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Das Klinikum Lüdenscheid bietet seit einem Jahr unter Leitung von Andreas Israel, Oberarzt der Klinik für Neurologie, eine Botox-Sprechstunde zur Behandlung bei chronischer Migräne an. Foto: Lara Stockschläder

Lüdenscheid. Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, ist wahrscheinlich fast jedem ein Begriff. Doch dass der Wirkstoff nicht nur zur Glättung von Falten, sondern auch in vielen anderen medizinischen Bereichen eingesetzt wird, wissen die Wenigsten. So bietet das Klinikum Lüdenscheid seit einem Jahr unter Leitung von Andreas Israel, Oberarzt der Klinik für Neurologie, eine Botox-Sprechstunde zur Behandlung bei chronischer Migräne an.

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Die Sprechstunde richtet sich an alle Patienten, die unter chronischer Migräne leiden und bei denen durch eine medikamentöse Behandlung allein keine Besserung eintritt.

Behandlung muss alle drei Monate wiederholt werden

„Mit der Botox-Behandlung können wir das Auftreten von chronischen Migränekopfschmerzen bei unseren Patienten deutlich reduzieren und die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen“, resümiert Andreas Israel nach einem Jahr Botox-Sprechstunde am Klinikum Lüdenscheid. Konkret wird bei der ambulanten Behandlung, die alle drei Monate wiederholt werden muss, um einen optimalen und dauerhaften Effekt zu erzielen, an verschiedenen Stellen im Bereich der Stirn, über dem Ohr, dem Nacken und den Schultern mit einer sehr feinen Nadel Botox injiziert. Nach der Behandlung können die Patienten ihrem Alltag ohne Einschränkungen nachgehen.

Bei vielen Patienten nicht bekannt

Trotz wissenschaftlich belegter Wirksamkeit, ist die moderne Botox-Therapie vielen Patienten jedoch noch unbekannt. Andreas Israel möchte dies nun ändern und hofft, nach den ersten positiven Rückmeldungen im vergangenen Jahr zukünftig noch viele weitere Patienten mit chronischer Migräne aus Lüdenscheid und Umgebung helfen zu können. „Wir konnten mit der Botox-Behandlung bereits gute Erfolge erzielen und möchten daran zukünftig weiter anknüpfen“, so Israel.
Voraussetzung für die Behandlung am Klinikum Lüdenscheid ist, dass die Diagnose einer chronischen Migräne gestellt wurde. Diese liegt typischer Weise dann vor, wenn ein Patient über mindestens drei Monate hinweg an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen hat, wobei an mindestens acht Tagen migränetypische Schmerzen wie ein halbseitig-stechender Schmerz mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit auftreten. Bevor mit der eigentlichen Behandlung begonnen wird, erfolgt zudem am Klinikum eine ärztliche neurologische Untersuchung sowie eine ausführliche Aufklärung und Beratung.

Dokumentation im Kopfschmerztagebuch

„Um eine gute Einschätzung zu ermöglichen, sollten Patienten zur ersten Vorstellung die Unterlagen der bisher erfolgten Behandlung mitbringen“, erklärt Israel. Außerdem rät der Oberarzt allen Patienten, die bestehenden Beschwerden in einem Kopfschmerztagebuch zu dokumentieren und dieses zum Erstgespräch mitzubringen.

Eine Anmeldung zur Botox-Sprechstunde bei Migräne ist für Patienten über das Sekretariat der Klinik für Neurologie unter der Telefonnummer 02351 46-3511 möglich. Gesetzlich versicherte Patienten benötigen hierbei eine Überweisung von einem niedergelassenen Neurologen.

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2 KOMMENTARE

  1. „Botox gegen chronische Migräne“. Ich bin davon ausgegangen, dass Migräne durch Entzündungsprozesse im Gehirn ausgelöst werden. Bei der Behandlung mit Botox werden wohl eher Symptome behandelt. Die eigentlich verantwortlichen Prozesse im Gehirn können dadurch wohl nicht beeinflusst werden. Ich leide seit über 40 Jahren an Migräne. Ich bin kein Arzt, habe aber viel eigene Erfahrung und habe mich oft mit anderen Patienten ausgetauscht sowie Artikel zum Thema gelesen.

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