Foto: Feuerwehr Hagen

Hagen. In den Tagen rund um den 14. Juli 2021 kamen ungeahnte Regenmassen auf Hagen zu, brachten Bäche und Flüsse zum Überlaufen und rissen zahlreiche Existenzen der Hagenerinnen und Hagener mit sich. Besonders traf es Hohenlimburg sowie den gesamten Bereich im Verlauf der Volme bis zu deren Mündung in die Ruhr. Was ist seit der Hochwasserkatastrophe geschehen? Zerstörte Straßen, Brücken und Gebäude Rund 82,45 Millionen Euro beträgt allein die vorläufige Schadensumme an städtischen Bauwerken, Straßen, Brücken, Verkehrstechnik, Gewässern und Fahrzeugen. Hinzu kommen Entsorgungskosten in Höhe von etwa 5,67 Millionen Euro, die das Land NRW bereits erstattet hat.

94 Straßen wieder hergestellt

117 Straßen in Hagen wurden durch das Hochwasser beschädigt oder zerstört, von denen 94 bis heute wieder fertiggestellt wurden, 13 Straßen sind im Bau und bei zehn Straßen werden die anstehenden Arbeiten derzeit vorbereitet. Hinzu kommen 110 betroffene größere Brücken und Stützbauwerke. Hier sind Behelfsbrücken entstanden und in 58 Fällen sind die Arbeiten abgeschlossen.

Aber nicht nur die Straßen und Brücken trugen enorme Schäden von sich, sondern auch die Verkehrstechnik wie Ampeln, das Parkleitsystem und die öffentliche Beleuchtung. Fast 100 städtische Gebäude waren von dem Hochwasser betroffen. Besonders schwer beschädigt wurde das Rathaus I. Das Zweit-Rechenzentrum der Stadtverwaltung wurde vollständig zerstört. Das Zentrale Bürgeramt der Stadt Hagen ist seit einem Jahr ausgelagert in die Bürgerämter Hohenlimburg, Boele und Haspe.

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150 Schäden beseitigt

Ansonsten sind bis auf wenige Ausnahmen alle Gebäude, teils noch mit Einschränkungen, wieder in Betrieb. Aufgrund der stark überfluteten Bäche und Flüsse kam es besonders im Bereich der Hagener Gewässer zu großen Schäden. Hier konnten die beteiligten Stellen bereits 150 Schäden beseitigen. Sie entfernen das Geröll, Treibgut und Unrat aus den Gewässern, um einen schadlosen Wasserabfluss zu gewährleisten, profilieren die zerstörten Gewässerbetten neu und beseitigen Verstopfungen an Rohren oder tauschen diese aus.

Am Holthauser Bach wurde ein Durchlassbauwerk mit Einlaufgitter erstellt, an der Kanuslalomstrecke in Hohenlimburg wurde das Dammbauwerk wiederhergestellt und diverse Stützwände wieder repariert.

Die Schäden an Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr, des Ordnungsamtes und weiteren städtischen Fahrzeugen liegen bei rund 1,37 Millionen Euro.

Hilfe für betroffene Hagenerinnen und Hagener

Unmittelbar nach dem Unwetter gab es eine beispiellose Solidarität in der Bevölkerung und die Spenden- und Hilfsbereitschaft war groß. In 4.363 Fällen erhielten die Betroffenen Soforthilfen aus eingegangenen Spendengeldern in einer Gesamtsumme von rund 1,58 Millionen Euro. Hinzu kamen weitere 1.350 Soforthilfen des Landes NRW in Höhe von ungefähr 2,7 Millionen Euro. Die Zahlung der Soforthilfen wurde im August 2021 abgeschlossen. Seitdem hat die Stadt Hagen weitere rund 722.600 Euro der Spendengelder für den Wiederaufbau an Privathaushalte ausgezahlt.

Ein Jahr nach der Flut sind die Beratungsstellen der Stadt Hagen und der Freien Träger in der Hagener Innenstadt, Grabenstraße 13, und Hohenlimburg, Grünrockstraße 18 bis 20, weiterhin für die Betroffenen da, sie helfen bei der Antragsstellung auf Wiederaufbauhilfen des Landes, bei der Beantragung von Teilübernahmen, geben Vorschüsse auf Leistungen von Versicherungen und unterstützen bei sozialen Notlagen. Informationen zu den Beratungsangeboten finden Betroffene auf der Internetseite www.hagen.de/hochwasser.

Konsequenzen aus dem Hochwasser

Bei der Unteren Wasserschutzbehörde der Stadt Hagen gibt es seit April 2022 zwei zusätzliche Stellen, die sich neben der Abarbeitung der Schäden vorwiegend um den vorbeugenden Hochwasserschutz kümmern. Eine weitere Stelle ist seit Juli 2022 besetzt und organisiert die Sanierung der Hochwasserschäden. In Zusammenarbeit mit den Starkregenberatern des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) und dem Hochwasserberater der Feuerwehr berät das Umweltamt betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen zur Eigenvorsorge.

Messprogramm wird erarbeitet

Zusätzlich erarbeiten die verschiedenen Fachbereiche ein Messprogramm, mit dem sie die Wasserstände der Hauptgewässer Lenne, Volme, Ennepe und Hasper Bach sowie an kritischen Einläufen besser beobachten können. Des Weiteren haben sie die Meldewege überarbeitet und verkürzt. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem WBH werden weitere Möglichkeiten geprüft, um eine flüssige Datenvernetzung zwischen den verschiedenen Schnittstellen zu ermöglichen. Ein Hochwasserschutzkonzept für Volme, Ennepe, Selbecker Bach und Hasper Bach wurde in Auftrag gegeben und soll im kommenden Jahr vorliegen. Im Vorfeld werden schon bereits erkennbare Einzelarbeiten umgesetzt.

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