Fabian Ferber, 2. Bevollmächtiger der IG Metall im MK, fordert die Testpflicht in den Betrieben.

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Seitdem es Gewerkschaften und Betriebsräte gibt, gehört der Arbeits- und Gesundheitsschutz zum täglichen Geschäft der Interessensvertretungen der Beschäftigten. Insbesondere die Corona-Pandemie stellt hier neue Herausforderungen, insbesondere in Fragen der betrieblichen Mitbestimmung. Gleichzeitig wird in Berlin über die Einführung einer Testpflicht für Unternehmen diskutiert. Dies hat die IG Metall Märkischer Kreis zum Anlass genommen, zahlreiche Betriebsräte heimischer Betriebe zur betrieblichen Pandemie-Bekämpfung befragt.

Über 60 Betriebsratsgremien aus dem Märkischen Kreis haben eine Rückmeldung gegeben. In etwa zwei Dritteln der Betriebe gibt es Test-Angebote, die unterschiedlich organisiert werden. Das teilt die IG Metall mit.

Einige Betriebe bieten ihren Beschäftigten zwei freiwillige Testungen pro Woche an. Manche Unternehmen lassen nur aus begründetem Anlass testen. Dabei ist es von Betrieb zu Betrieb durchaus unterschiedlich, ab wann ein solcher Anlass festgestellt werde. In etwa einem Drittel der Betriebe, aus denen es eine Rückmeldung gegeben hat, finden keine Tests statt. In manchen Betrieben wird die Einführung betrieblicher Corona-Tests jedoch vorbereitet. Etwa die Hälfte der Betriebsräte hat zurückgemeldet, dass sie bei der Planung von Corona-Tests und anderer Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung nicht oder unzureichend beteiligt werden.

„Manche Arbeitgeber meinen, dass die Corona-Pandemie für die Mitbestimmung von Betriebsräten wohl auf den ‚Pause-Knopf‘ gedrückt hat“, stellt Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, fest. „Dabei kennt das Betriebsverfassungsgesetz keinen ‚Pause-Modus‘ hierfür. Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb müssen mit dem Betriebsrat besprochen und vereinbart werden. Es geht hier um den Schutz der Kolleginnen und Kollegen, die trotz mehrerer Lockdowns zur Arbeit antreten und für die Wertschöpfung der Unternehmen sorgen. Das verarbeitende Gewerbe war von den Lockdowns weitestgehend verschont geblieben. Das entbindet aber nicht von der Fürsorgepflicht für die Beschäftigten. “

Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, ergänzt: „Der Märkische Kreis ist eine Industrieregion. Viele Menschen können aufgrund ihrer Tätigkeit nicht ins Homeoffice arbeiten. Sie arbeiten teilweise nah beieinander unter großer Hitze. Die Maßnahmen, diese Kolleginnen und Kollegen zu schützen, sind begrenzt. Selbst bei einer pandemiebedingten Veränderung der Schichtpläne bleiben Risiken. Deswegen muss getestet werden. In vielen Betrieben wurden durch Geschäftsführungen und Betriebsräte vorbildliche Strukturen geschaffen. Die Vielzahl ‚schwarzer Schafe‘ zeigt aber, dass das Prinzip der Freiwilligkeit nicht funktioniert. Es muss eine gesetzliche Pflicht zum Testen her.“

Die IG Metall Märkischer Kreis mit ihren Büros in Lüdenscheid und Iserlohn reagiert selbst auf die verschärfte Pandemie-Lage: Die Büros bleiben weiterhin für den Publikumsdienst geschlossen. Die Büromannschaft wurde reduziert, die meisten Beschäftigten im Homeoffice. Torsten Kasubke stellt klar: „Wir gehen hier auch als Vorbild voran. Deswegen lassen sich unsere Beschäftigten bis zu dreimal in der Woche testen und erhalten darüber eine anerkannte Testbescheinigung.“ Die IG Metall bleibt zu den üblichen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag unter 02351/3658-0 sowie per Mail unter maerkischer-kreis@igmetall.de für die Anliegen ihrer Mitglieder erreichbar.

 

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