Einstimmiges Urteil nach sieben Stunden Beratung: Prof. Andreas Fritzen (Köln), Monika Schwanz, Michael Thielicke, Martin Bärwolf, Linus Wortmann und Björn Weiß. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Bestandssensible und kostengünstige Planung – das Berliner Büro Franz Reschke, Landschaftsarchitektur, hat den Wettbewerb zur Umgestaltung von Wilhelmstraße und Altstadt gewonnen. Das Büro aus der Hauptstadt verleiht der Altstadt eine neue Qualität. „Die Lüdenscheider werden sie aber durchaus wiedererkennen“, ist Björn Weiß, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt, sicher.

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Einstimmiges Urteil

So fiel das Urteil der Jury, die am Freitag die zehn eingereichten Entwürfe zur Umgestaltung von Wilhelmstraße und Altstadt intensiv begutachtet hat, einstimmig aus. „Die Berliner Planer haben den Spagat zwischen knappem Budget und hohem Anspruch gemeistert“, urteilte Prof. Andreas Fritzen, Architekt aus Köln.

Er lieferte in der Jury, die aus Stadtplaner Martin Bärwolf, Björn Weiß, Michael Thielicke, Linus Wortmann (kkw-Architekten) und Monika Schwanz (Behindertenbeirat) bestand, den Blick von außen.

Verzicht auf zweiten Preis

Wie klar der Reschke-Entwurf nach siebenstündiger Beratung vorn lag, verdeutlicht das Gesamturteil der Jury. Sie verzichtete auf die Vergabe eines zweiten Platzes und setzte stattdessen zwei Entwürfe auf Platz drei.

„Die Ideen aus Berlin haben uns alle gleichermaßen überzeugt“, berichtete Martin Bärwolf im Gespräch im Anschluss an die Jurysitzung. Ziel sei es, den Entwurf komplett umzusetzen. „Einige Details sollten allerdings noch nachgeschärft werden.“

Granitbelag bis Juwelier Hohage

Der Entwurf sieht die Fortführung des Granitbelages vom Sternplatz bis etwa Höhe Juwelier Hohage vor. Der Pflaster-Mix aus der Altstadt wird sich, so Prof. Andreas Fritzen, in einen „ruhigen Teppich“ verwandeln. Dabei wird das alte Pflaster aufgenommen und dort, wo es möglich ist, wiederwendet. Für die künftigen Laufwege sollen die Steine geglättet werden. Eine Probepflasterung vor der Stadtbücherei vermittelt einen ersten Eindruck.

Brunnenmauer soll verschwinden

Die Mauer um den Brunnen soll verschwinden. Foto: Wolfgang Teipel

Die Mauer um den Brunnen vor der Erlöserkirche soll verschwinden. Zudem werden Aufenthaltsbereiche geschaffen (Graf-Engelbert-Platz und, „Alter Markt“).  An der Luisenstraße soll ein zur „Burg Lünsche“ umgestalteter Spielplatz entstehen. Prof. Andreas Fritzen rechnet mit einer ausgesprochen individuellen Ausstattung. „Das wird nichts aus dem Katalog.“

Monika Schwanz erwartet „spürbare Erleichterungen“ für alle Fußgänger, insbesondere für solche, die mit Rollatoren und anderen Gehhilfen unterwegs sind.

Planungen werden sich noch hinziehen

Die weiteren Planungen werden sich hinziehen. Martin Bärwolf geht davon aus, dass der Förderantrag 2019 gestellt werden kann. Dann werde es etwa ein Jahr bis zur Ausschreibung der Arbeiten dauern. Die Umgestaltung werde keine „kleine Baustelle“, sagte er. Deshalb werde sich die Verwaltung auch ausreichend Zeit für die Beratungen in den Fachausschüssen nehmen.

Preisvergabe am 5. Mai

Der mit 19.000 Euro dotierte Siegerentwurf sowie die weiteren Entwürfe werden vom 5. bis 26. Mai Stadtbücherei ausgestellt. Die Preisvergabe findet am Tag der Städtebauförderung (5. Mai) ab 10.30 Uhr in der Stadtbücherei statt.

Die Probepflasterung vor der Stadtbücherei vermittelt einen ersten Eindruck vom geglätteten Pflaster. Foto: Wolfgang Teipel

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