Sie stehen für das Projekt „LebensFreude“: Klaus Majoress, Tatjana Cordt, Melanie Aderhold, Ralf Lohscheller, Heike Kohls, Silke Vieregge, Marianne Schmidt, Heike Schaefer und Iris Jänicke. Foto: Wolfgang Teipel

Plettenberg. Zwei Träger. Ein Ziel. Das Matthias-Claudius-Haus der Evangelischen Perthes-Stiftung und die Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes starten am 1. September das Projekt „LebensFreude Plettenberg“. Es soll die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren fördern, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und ihre Lebensqualität verbessern. Das ehrgeizige Vorhaben wird von der Plettenberger Friedrich-Wilhelm-Berges-Stiftung gefördert. Sie leistet zunächst eine Anschubfinanzierung in Höhe von 50.000 Euro.

Auf Dauer angelegt

„LebensFreude Plettenberg“ ist auf Dauer angelegt. „Wir haben in unserer Vereinbarung kein Ende festgesetzt“, sagte Klaus Majoress bei der Vorstellung. Der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg ist Mitglied im Stiftungsrat. Marianne Schmidt, Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, zeigte sich zuversichtlich: „Ich bin überzeugt, dass die Finanzierung langfristig gesichert ist.“

Die Mittel stammen aus den Erträgen der Stiftung, in die   Hanne-Liese Berges ihr gesamtes Vermögen eingebracht hat. Hanne-Liese Berges starb im Juni 2009. Sie war die Tochter des Plettenberger Unternehmers Friedrich-Wilhelm Berges. Ihr Credo: Wenn Menschen in Senioreneinrichtungen wohnen, sollen sie dort auch gerne leben.

Was passiert mit dem Geld aus der Berges-Stiftung? „Es soll allen älteren Menschen in Plettenberg zugutekommen, gleich, ob sie Zuhause oder in einer stationären Einrichtung leben“, erläuterte Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes.

Unterschiedliche Angebote

Dazu sollen unterschiedlichste Angebote entwickelt werden. „Für jeden soll etwas dabei sein“, erklärten Silke Vieregge und Tatjana Cordt. Die beiden Mitarbeiterinnen der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes werden die Angebote koordinieren und eng mit Melanie Aderhold, Leiterin des Matthias-Claudius-Hauses, zusammenarbeiten. „Wir haben bereits ein vielfältiges Angebot“, betonte Melanie Aderhold. „Ich bin gespannt, was noch alles kommt.“

Einsamkeit ein großes Stichwort

Alle Seniorengruppen sollen berücksichtigt werden. Es werden  Angebote für fitte, rüstige Ältere entwickelt aber auch für pflegebedürftige Personen und deren Angehörige. Ebenso soll für Menschen mit Demenz  etwas dabei sein. Gedacht ist an kleine Reisen, Touren mit Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen, Kunst- und Kulturprojekte und vieles mehr. Gleich zum Start werden Melanie Aderhold und Silke Vieregge die Wünsche älterer Menschen über ihre Netzwerke abfragen. „Einsamkeit ist ein großes Stichwort“, sagte Silke Vieregge. Telefonketten könnten Älteren das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. „Das wird auch kurzfristig umsetzbar sein.“ Andere Angebote würden sicher eine längere Anlaufzeit benötigen.

Matthias-Claudius-Haus will sich weiter öffnen

Mit dem Projekt „LebensFreude Plettenberg“ möchte sich das Matthias-Claudius-Haus außerdem weiter nach außen öffnen. Daher wird die Einrichtung an der Wilhelm-Seißenschmidt-Straße Angebote entwickeln, an denen alle Plettenberger Seniorinnen und Senioren teilnehmen können. Umgekehrt soll es Bewohnerinnen und Bewohnerin des Matthias-Claudius-Hauses ermöglicht werden, Projekt-Angebote außerhalb der Einrichtung wahrzunehmen. Dabei spielt die Freiwilligenzentrale eine große Rolle. „Wir haben zahlreiche Angebote, an die das Projekt andocken kann“, erklärte Heike Schäfer, Leiterin der Freiwilligenzentrale. Dazu zählen beispielsweise die eigenen Projekte wie „Wohl zu Hause“ oder das Generationencafé im Sozialzentrum „Halle für Alle“. Dazu sollen auch generationenübergreifende Angebote kommen.

Hoffen auf Schub unter Freiwilligen

Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben: Silke Vieregge und Tatjana Cordt müssen ein Team aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenstellen. „Wir hoffen, dass das neue Projekt einen Schub unter Freiwilligen in Plettenberg auslöst“, sagte Silke Vieregge.

„Ich habe ein gutes Gefühl“, blickt Ralf Lohscheller, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe-Süd der Perthes-Stiftung, zuversichtlich auf den Projektstart. Klaus Majoress fasste für alle Projektbeteiligten zusammen: „Wir sind sicher, dass wir durch diese Kooperation den Stiftungszweck mit Leben erfüllen können und ganz im Sinne von Hanne-Liese Berges handeln.“

Info: Friedrich Wilhelm Berges, der Namensgeber der Stiftung, gründete im Jahr 1925 zusammen mit Adolf Hollweg die Firma Gustav Rasche Nachf., die heute unter Rasche Umformtechnik GmbH & Co. KG in Plettenberg firmiert. Das Unternehmen wurde vor einigen Wochen von der Beteiligungsgesellschaft Mutares übernommen. Berges Tochter Hanne-Liese wohnte bis zuletzt im Haus an der Lehmkuhler Straße in Plettenberg, ihrer Heimatstadt, deren Bürgerinnen und Bürgern sie mit dem Vermächtnis ein großherziges Geschenk gemacht hat.

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