Zwei Zeitungsleser im Kulturhausgarten: Gordan Dudas blätterte nach seinem Praktikum bei den LN fürs Foto noch einmal die Freitagsausgabe durch. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Gordan Dudas hat schon hunderte Gespräche mit Journalisten geführt. Für einen SPD-Landes- und Kommunalpolitiker nichts Ungewöhnliches. Am Freitag hat er die Seiten gewechselt.  Für einen Tag arbeitete er mit den Lokalredakteuren der Lüdenscheider Nachrichten (LN).

Dudas glaubte den Job nach so vielen Kontakten mit Journalisten zu kennen. Nach seinem Mini-Praktikum unter dem Motto „Freitag ist DienstTag“ räumt er ein: „Ich habe eine völlig neue Perspektive kennengelernt.“ Mal Fragen stellen und nicht, sie zu beantworten. Mal auf Kommando zu schreiben und das auch noch auf einem begrenzten Platz. „Da kam ich ganz schön ins Schwitzen“, bekennt er.

Die Stadt aus anderer Sicht erlebt

Seine Praktikumsbesuche haben ihn in Bäckereien, Schulen, ins Klinikum Lüdenscheid und an viele andere Orte in der Umgebung geführt. Dennoch: „Beim Zeitungspraktikum habe ich auch Lüdenscheid aus anderer Sicht erlebt und Dinge erfahren, die ich noch nicht kannte.“ Dazu zählte am Freitag auch der „Rausschmiss“ der Vorschulkinder aus der Kita St. Petrus und Paulus. „Ein lustiges Ritual, bei dem die zukünftigen Schulkinder von den Erzieherinnen auf eine dicke Matte vor der Kita geworfen werfen“, berichtet der Landtagsabgeordnete. Davon hatte er noch nie gehört. Jetzt weiß er wieder ein bisschen mehr.

Über eigenem Artikel geschwitzt

Das gilt auch für die Arbeit der Journalisten im Märkischen Zeitungsverlag. Er war mit ihnen bei weiteren Terminen unterwegs, nahm an der Redaktionskonferenz für den Feinschliff der Samstagsausgabe und der Vorbereitung der Montagszeitung teil und schwitzte über einem eigenen Artikel. „Mal war er zu kurz, mal zu lang. Es ist gar nicht so einfach, alle wichtigen Informationen in der gewünschten Länge unterzubringen.“ Dabei ging schließlich sogar die Mittagspause drauf.

Dudas: “Lokale Medien sind wichtig”

„Lokale Medien sind wichtig für eine Stadt“, sagt der SPD-Politiker. „Sie bilden das gesellschaftliche Leben ab.“ Er hofft, dass das auch in Zukunft so bleibt. Dass sich die Zeitungsverlage in einer schwierigen Lage befinden, war ihm nicht neu. Sie seien durch zahlreiche Entwicklungen, nicht zuletzt auch durch neue Medien, unter Druck geraten. Er selbst hat die Online-Ausgabe der LN abonniert. Mal wieder eine Zeitung statt des Tablets in der Hand zu halten sei beinahe ein nostalgisches Gefühl gewesen, bekennt Gordan Dudas.

„Gute und nahe journalistische Arbeit ist wichtig“, sagt er. Deshalb wünsche er sich, dass sich lokale Medien auch in Zukunft behaupten könnten.

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