Das 29. Immecke-Festival findet am Pfingstmontag, 9. Juni, statt. Foto: Schlütter

Plettenberg. Es hat alles gepasst beim 28. I-Rock-Festival 2018. Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein fiel es nicht schwer, den Groove der Rockbands auf sich wirken zu lassen und die pure Lust am Leben auszuleben.

Die Organisatoren bewiesen wieder einmal ein sehr gutes Gespür für fantastische Bands aus dem In- und Ausland. Allen gemeinsam war die Energiegeladenheit, die sich in professionell ausgeübter melodiöser Rockmusik entlud und die Fans begeisterte. Tanzen bis der Arzt kommt vor der Bühne. Wer es etwas ruhiger mochte, stand weiter weg, doch nicht weniger angetan von der mitreißenden Musik.

Jubel für Polariot in Scotch Corner

Extrovertierte Bühnenacts wechselten sich mit der ruhigen akustischen Variante in der Scotch Corner ab. Hier wurde die Neuformation Polariot, bestehend aus drei Gründungsmitgliedern der ehemaligen Band Acrobat Flavour viel umjubelt. Alte Songs neu arrangiert und mit härteren Rhythmen unterlegt, überzeugten das Publikum. Die jungen Musiker zeigten sich absolut geflasht von ihrem Erfolg.

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Polariot Foto: Schlütter

Auf der Hauptbühne demonstrierten die drei jungen Musiker von Freeb aus den Niederlanden, das mit ihnen in der Zukunft zu rechnen ist. Harte Gitarrenriffs mit treibenden Drums, gepaart mit abwechslungsreichem Rhythmuswechsel, wie beispielsweise Rumba-Zwischenspiel im straighten Rock, kamen beim Publikum sehr gut an. Gerade knapp drei Jahre existiert die schottische Band Zola aus Glasgow. Nicht von ungefähr wurde diese Band ausgewählt, um Schottland beim Internationalen Bandaustausch „Eurogig“ zu repräsentieren. Leadsänger Nicolas Traill demonstrierte gesangstechnisch die große Bandbreite seiner Stimme.

Mit fettem Rocksound im Stil der 1970er Jahre zeigte die Saarbrücker Band Southern Caravan Breath ihre große Klasse. Reggaesound wie etwa im Song „Radio“, mehrstimmiger Gesang oder eine Rockballade wie „True Love“ geben nur einen kleinen Teil der musikalischen Bandbreite wieder. Tanzbar ist dieser Sound allemal und die Menge vor der Menge war in ihrem Element. Hardrock und Heavy Metal mit einer großartigen weiblichen Stimme lieferten die Galactic Superlords aus Köln.

Party mit Immecke Allstars

Und dann kam der viel umjubelte Auftritt der Immecke-All-Stars: Die musikalische Frage „Should I stay or should I go“ (Soll ich bleiben oder soll ich gehen) beantwortete sich von selbst. Am liebsten hätten die Besucher wohl eine Zugabe nach der nächsten eingefordert, verstanden es die Musiker doch wieder einmal blendend, die Fans abzuholen und mit ihnen eine grandiose Party zu feiern. Für die Kinder Paula und Miguel (Tochter von Karsten und Sohn von Stefan Langenbach) gab es zusätzlich eine gefeierte Premiere. Gemeinsam mit Stefan Langenbach sangen sie „MfG“ von den Fantastischen Vier. Für Miguel war es bereits der zweite Auftritt mit den Allstars. Mal schauen, was der Nachwuchs wohl noch so in petto hat.

Paula und Miguel Langenbach sangen mit den Immecke Allstars das Fanta-4-Stück „MFG – mit freundlichen Grüßen“. Foto: Schlütter

Ein Schlagzeug und eine Gitarre: Geht das überhaupt als Band? Und wie das geht zeigten Nerd School aus Berlin und lösten mit ihrer Musik vor der Bühne eine riesige Pogo-Welle aus.

Fantastisch: Naked Superhero

Danach brannte die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes. Die Musiker von Naked Superhero schienen ein einziger Wirbelwind aus Noten zu sein. Witzig, fröhlich, temperamentvoll pfefferten die Jungs aus München ihre gute Laune mit Gitarren und Gebläse (Trompete und Posaune) von der Bühne.

Naked Superhero Foto: Schlütter

Als Headliner beschloss das Da Goum Projekt aus Marseille das Festival in der Immecke. Sphärische Sounds, eine Mixtur aus Jazz mit Reggae, Rock , Blues und Afrobeats kreiert durch das kunstvolle Arrangement aus Drums, Rockgitarren, Cello, Saxophon, Klarinette, Keyboards und Percussions bildeten einen sehr eigenen Sound. Dieser versinnbildlichte sozusagen den menschlichen und musikalischen Schmelztiegel ihrer Heimat Marseille und versteht sich als Weltmusik.

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