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In einem Wohnhaus wurde eine Cannabis-Plantage mit über 400 Pflanzen entdeckt. Foto: Polizei

Lüdenscheid. Ein 44-jähriger Syrer gilt als der Kopf der Drogenbande, die bei einer groß angelegten Razzia am Dienstag aufgeflogen ist. Das teilen Polizei und Staatsanwaltwaltschaft einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Am frühen Dienstagmorgen hatten zahlreiche Polizeibeamte insgesamt 13 Durchsuchungsbeschlüsse im Lüdenscheider Stadtgebiet vollstreckt. Umfangreiche Ermittlungen hatten die Beamten auf die Spur der professionell agierenden Personengruppe gebracht. Sie stehen im Verdacht, mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Beim Zugriff kam auch ein Spezialeinsatzkommando zum Einsatz, da nicht auszuschließen war, dass die Verdächtigen bewaffnet sein könnten. Dieser Verdacht bestätigte sich nicht.

Junge Frau wieder entlassen

Insgesamt wurden neun Tatverdächtige deutscher, syrischer, türkischer, griechischer und rumänischer Abstammung im Alter zwischen 20 und 54 Jahren vorläufig festgenommen. Beim mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich um einen 44-jährigen Syrer. Die Staatsanwaltschaft hat für vier Personen einen Untersuchungshaftbefehl beantragt. Die Männer wurden dem Haftrichter vorgeführt, der in drei Fällen Untersuchungshaft anordnete. Zwei weitere Anträge stehen zurzeit noch aus. Zudem wurde eine junge Frau – die sich an der Wohnanschrift eines mutmaßlichen Täters aufhielt – kurzfristig festgenommen. Sie wurde nach Vernehmung wieder entlassen.

Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt

Die Ermittler stellten umfangreiches Beweismaterial sicher. Dazu gehörten zahlreiche Mittel zur Herstellung synthetischer Drogen, mehrere hundert Gramm Kokain, circa ein Kilogramm Marihuana sowie über 50.000 Euro Bargeld. Weiterhin mussten zwei Abschlepper anrücken, um eine Mercedes Benz C-Klasse sowie einen Porsche Cayman sicherzustellen. In einem Wohnhaus wurde eine Cannabis-Plantage mit über 400 Pflanzen entdeckt. Das THW wurde zur Unterstützung der Sicherstellung hinzugezogen.



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Sechs Monate akribische Ermittlungsarbeit

Die gestrigen Durchsuchungen waren der Höhepunkt von sechs Monaten akribischer Arbeit im Rahmen einer speziell dafür eingerichteten Ermittlungskommission. Innerhalb der vergangenen Monate stellten Polizeibeamte insgesamt fünf Kilogramm Heroin, zehn Kilogramm Amphetamin, mehrere 100 Gramm Kokain mit teils sehr hohem Wirkstoffgehalt, gefälschte Medikamente und mehrere Kilogramm Marihuana sicher. Zudem legten sie eine Amphetaminküche still.

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen soll die Bande den Drogenmarkt in der Kreisstadt beherrscht und den Großraum Lüdenscheid mit Drogen aller Art sowie Medikamenten illelag versorgt haben.

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