Die Band Ampersand brachte die richtige Stimmung ins proppenvolle "Lönne". Frontsängerin Julia Späinghaus überzeugte an diesem Abend gemeinsam mit ihrer Band durch eine gelungene Performance. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Dass die Crew des Lönneberga über einen recht guten Musikgeschmack verfügt, hat sich mittlerweile auch über Lüdenscheids Grenzen hinaus herumgesprochen. Dass der Donnerstagabend im Lönne zudem ein Termin ist, den man sich als Fan kleiner aber feiner Konzerte vormerken sollte, ist ebenfalls bekannt.

Auch an diesem Abend durfte man daher voll und ganz darauf vertrauen, dass hier coole Musik genau zum richtigen Zeitpunkt genau dem richtigen Publikum zelebriert wird.

Passend zur Stimmung

Denn Ampersand passte einfach ganz exakt in die vorweihnachtliche Stimmung des Abends, die geprägt war von festlicher Vorfreude.

Gut arrangiert

Frontsänger Björn Bergs mit Julia Späinghaus.

Die fünfköpfige Band lieferte dazu den passenden Soundtrack. Die Band spielte Jazz-Klassiker aus dem Great American Songbook, Charthits der vergangenen Jahrzehnte und Chartbreaker von heute in ganz eigener, unverwechselbarer Weise. Die Songs sind durch die Bank gut arrangiert und bieten auch bei gängigen Stücken immer wieder echte Überraschungen.

Die Bandmitglieder

In Frontfrau Julia Späinghaus, die in ihrem 50er-Jahre Tupfenkleid wie einen Diva aussah und Frontmann Björn Bergs, der sehr Dandy-like und souverän auch mal ein flottes Solo hinlegte, haben sich zwei große Stimmen gefunden. Sie können gemeinsam eigentlich alles performen. Beide haben Charisma und sangen sich auch an diesem Abend gekonnt und mit viel Charme durch die anspruchsvollen Arrangements hindurch direkt in die Herzen des Publikums.

Ausdrucksstarke Gitarre

Gitarrist und Sänger Benjamin Schlanzke.

Begleitet wurden sie von Benjamin Schlanzke an der Gitarre. Er sorgte für die richtigen Riffs und unterstützte seine Frontleute mit Backing-Vocals. Seine Gitarre spielte er gefühlvoll und ausdrucksstark und entlockte ihr dabei einen samtigen und dennoch kraftvollen Sound, der das Publikum sichtlich erfreute.

Ein Kontrabass zieht den Bauch ein

Max Jalaly und sein Kontrabass, eine Liebe fürs Leben.

Virtuos: Max Jalay alias “der möblierte Herr”, ein echtes Urgestein in der Lüdenscheider-Musikszene. Er behandelt seinen riesigen Kontrabass IMMER wie ein lebendiges Wesen. Der dankte es ihm mit einem satten Klang und der Fähigkeit, sich auch bei wenig Platz ganz klein zu machen. Wahrscheinlich zieht er einfach seinen Bauch ein. Max und sein Kontrabass bilden jedenfalls eine Einheit, die vermutlich nichts in diesem Leben auseinander bringen wird.

Es wurde kräftig mitgewippt

Stefan Wecker am Schlagzeug!

Schlagzeuger Stefan Wecker merkte man an, dass er ursprünglich aus dem Hardrock- und Metal-Bereich kommt. Der Mann hat einfach echten “Rumms”, hält sich selten auf mit schnörkeligem Understatement, sondern gibt alles, haut rein, ist akzentuiert und dabei cool und kompromisslos. Selbst, wenn er dafür in einer winzigen Ecke sitzen muss und dort wirkt, wie eine Sardine in ihrer Sardinenbüchse. Seine Rhythmen kamen an und gingen ins Bein. Es wurde kräftig mitgewippt.

Einfach voll

Richtiges Tanzen ging ab einer bestimmten Uhrzeit leider nicht mehr. Dazu war das Lönneberga einfach zu voll. Auch dafür ist die Kneipe bekannt, dass man hier eher ungewollt öfter einmal kuschelt. Ob man die Person neben sich nun kennt oder nicht, ist dabei zweitrangig. Wenns voll ist, ist´s eben voll!

Kings of the Drinks

Viele Menschen im kleinen Lönne.

Ach ja, derjenige, der es durch das Gewühl bis vorne zum Tresen geschafft hat, ist zumindest für einen Augenblick einer der “Kings of the Drinks” und wird kräftig von allen Umstehenden gefeiert. Dabei geht es zu wie in einem Auktionshaus. Getränkewünsche werden dem, der vorne steht von hinten zugebrüllt. Und so wollte man sich nur ein Bier holen und verteilt kurze Zeit später eine Wagenladung unterschiedlichster Getränke an Menschen, die man gar nicht kennt.

Mary Poppins Tasche

Irgendwo dazwischen traf man auf ihn: Christian Breddermann von der Band Breddermann. Mal nicht zum selber spielen, sondern zum selber feiern 😉

An solchen Abenden wurde in der Enge der Bar schon so manche Freundschaft für´s Leben geschlossen. Einfach, weil man keinerlei Chance hatte, dem Nebenmann aus dem Weg zu gehen. Dann musste man sich eben kennenlernen. Auch gut. An diesem vergangenen Donnerstag durfte man jedenfalls einmal mehr staunen, dass bei so viel Mensch auch noch Platz war für eine komplette Band mit Equippement. Das Lönneberga hat da einfach manchmal etwas von Mary Poppins Tasche …

Jede Menge Stimmung

Konzentration: So ein “Möbel” will schließlich ordentlich bespielt werden.

Ampersand als ein Quinett, das es gerade mal ein Jahr gibt, hat jedenfalls sichtbar viele Fans und ist gerade echt angesagt in der Lüdenscheider Musikszene. Die Band zieht zu recht ihr Publikum. Sie an diesem Abend zu erleben, hat sich für alle Anwesenden gelohnt. Ampersand war nicht nur schön anzuhören, sondern machte auch jede Menge gute Stimmung.

Das nächste Mal sind die fünf Musiker am 20. Januar 2018 im Dahlmanns zu hören. Dann als Teil eines Konzertes mit insgesamt vier Bands.

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