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Ratsfrau Bärbel Keiderling (Bündnis 90/Die Grünen) Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Grünen-Stadträtin Bärbel Keiderling nimmt mit einer Pressemitteilung Stellung zur aktuellen Situation – in Plettenberg und darüber hinaus. Hier die Stellungnahme im Wortlaut:

“Die richtigen und wichtigen Maßnahmen des Ordnungsamtes und der Polizei zeigen, dass die Sparpolitik des Bundes gescheitert ist. Zwar bemühen sich alle, die in der Corona-Krise besondere Verantwortung tragen, den Umständen gerecht zu werden, sind aber dadurch einem besonders hohen Risiko für die eigene Gesundheit ausgesetzt. Nicht nur durch den Kontakt zu ihren Mitmenschen, sondern auch durch Arbeitsüberlastung.

Als Erste sind hier die Pflegekräfte und Ärzte zu nennen, die Verkäuferinnen, die an den Kassen der Supermärkte sitzen und die auch die Regale ständig neu bestücken müssen. Wir erinnern uns auch, dass uns hier nur noch 2 Einsatzwagen der Polizei zur Verfügung stehen.

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Einzig die Stadt Plettenberg hat ihr Personal aufgestockt: Es wurde ein neuer Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes eingestellt. Auch haben wir unser Krankenhaus vor Ort erhalten können, was uns fast zur Insel der Seligen inmitten der Nachbarstädte wie Werdohl und Altena macht, deren Krankenhäuser bereits schließen mussten.

Das Land NRW bräuchte ca. 1500 Polizistinnen und Polizisten mehr als da sind. Die amtierende Landesregierung hat indes bisher keine Anstrengungen gezeigt, mehr Kräfte verfügbar zu machen. Denn die Hürden sind hoch: Man muss die Leute erst mal ausbilden. Und das ist auch gut so, denn wollen wir, wie etwa in den USA üblich, Polizisten nach einem dreimonatigen Anlernkurs? Ganz sicher nicht!

Auch die Pflegekräfte, die bereits auf dem Zahnfleisch gehen, müssten dringend durch Neueinstellungen aufgestockt werden. Nur so kann man sie so entlasten, wie es nötig wäre und wie sie es verdienen. Dazu wäre auch ein angemessener Lohn dringend notwendig. Was die Krankenpfleger verdienen, wird ihrer Leistung nicht gerecht! Ein warmes Dankeschön reicht da nicht aus. Auch die Klinikärzte und ihre vielen Schichten plus Überstunden hätten Entlastung nötig.

Die Krise wird noch viel teurer werden als die hausgemachte Finanzkrise es war. Durch die großen Konzerne wie z. B. VW, die jetzt Kurzarbeit anmelden, werden immense Kosten entstehen. Unser System, so wie es ist, braucht einen Wandel, es muss neu gedacht werden. Man kann nicht immer nur Konzerne hätscheln, 80% der Arbeitsplätze stellt der Mittelstand!

Jeder, der jetzt betroffen ist, braucht Unterstützung. Aktienmärkte – die ohnehin tot sind – helfen uns jetzt nicht.

Halten Sie weiter durch, auch diese Krise wird sich schrittweise bessern. Ich wüsche Ihnen allen, dass Sie gesund bleiben!”

3 KOMMENTARE

  1. In jeder Krise zeigt sich überdeutlich: Die Sozialdemokratie ist richtig und wichtig.
    Linksgrün ist nicht versifft, sondern genau das, dessen sich nun jeder rühmt: Verantwortung, Zusammenhalt und Solidarität.
    Hoffentlich erkennt nun jeder, dass mit “billig“, „bequem“ und „ich, ich, ich” Schluss sein muss. Man muss Opfer bringen, für’s Klima, für Arbeitsplätze und für die Stabilität der Wirtschaft. Sozial und nachhaltig zu denken war selten so relevant, wie jetzt. Ich freue mich schon auf die Kommunalwahl.

  2. Sehr geehrte Frau Keiderling,

    welches Krankenhaus in Werdohl wurde geschlossen?

    Bitte erst informieren, bevor man dummes Zeus redet

    An die Redaktion: Solche Zitate sollte eine funktionierende Redaktion richtistellen.

  3. Sehr geehrter Herr Hattendorf, da haben Sie natürlich Recht: Werdohl hat ein Krankenhaus, und das ist gut so! Ich kann mich hier für meinen Flüchtigkeitsfehler nur entschuldigen. Zu beklagen ist aber, dass beispielsweise das Marienhospital in Letmathe geschlossen wurde. Eben aufgrund der Verfügungen des Gesundheitsministers. Dieser hatte einen ‘Standard’ für das Vorhalten von Pflegepersonal in den Kliniken erlassen. Hört sich erstmal gut an! Leider aber ist die Konsequenz daraus lediglich, dass, wenn Krankenhäuser die erforderliche Anzahl von Pflegekräften nicht vorweisen können, diese Häuser geschlossen werden. Genauso ist es dem Marienhospital in Letmathe ergangen. Diese Schließung wiegt auch für die umliegenden Städte besonders schwer, denn das Marienhospital war die einzige Klinik die eine qualifizierte Schmerztherapie angeboten hat. MfG, B. Keiderling

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