Ganz so leicht geht der Job auf dem Bau nicht immer von der Hand. Gerade für Azubis läuft auf den Baustellen und in den Betrieben nicht immer alles glatt, so die Beobachtung der IG BAU. Berufsstarter sollten sich deshalb für ihre Belange einsetzen – und bei den laufenden Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung mitmachen. Foto: IG BAU | Tobias Seifert

Märkischer Kreis. JuniorBetriebsräte gesucht: Azubis und junge Beschäftigte aus dem Märkischen Kreis sollen sich für ihre eigenen Belange einsetzen und bei den laufenden Wahlen zu den Jugend und Auszubildendenvertretungen (JAV) mitmachen. Dazu ruft die
Industriegewerkschaft BauenAgrarUmwelt (IG BAU) auf. „Von unbezahlten Überstunden bis hin zu Arbeiten, die gar nichts mit der Ausbildung zu tun haben immer wieder klagen Azubis über Missstände. Aber die muss niemand einfach so hinnehmen. Wer eigene Interessenvertreter wählt, kann im Betrieb ein entscheidendes Wort mitreden und sich das nötige Gehör beim Chef verschaffen“, sagt Friedhelm Kreft, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen MitteSüd.


Insbesondere Azubis aus der Baubranche sollten bei den JAVWahlen, die noch bis
Ende November laufen, ihre Stimme abgeben, rät der Gewerkschafter. „Die BauAusbildung hat zwar einen guten Ruf und liegt in puncto Bezahlung auf den vorderen
Plätzen. Doch nach wie vor berichten Azubis, dass sie viele Aufgaben erfüllen müssen,
die nicht der Ausbildung dienen. Immer wieder fühlen sie sich als billige Arbeitskräfte
missbraucht. Zudem klagen sie über lange Arbeitszeiten durch weit entfernte
Baustellen“, moniert Kreft.

Hier sollten die Firmen umdenken und für bessere Konditionen sorgen. Insbesondere
für Frauen müsse die Ausbildung auf dem Bau attraktiver werden. Nur so könnten die
Arbeitgeber den Fachkräftemangel in der Branche überwinden. Nach Überzeugung der
IG BAU profitieren letztlich auch die Unternehmen von engagierten AzubiVertretern:
Dort, wo es einen „JugendBetriebsrat“ gebe, stiegen die Zufriedenheit und die
Motivation der Azubis. Damit wachsen dann auch die Chancen, dass Azubis nach der
Lehre ihrem Arbeitgeber die Treue halten, so die Gewerkschaft.

Anzeige


Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es im Märkischen Kreis aktuell rund 8.500 Auszubildende 208 von ihnen lernen in der Baubranche. Eine Interessenvertretung kann wählen, wer in einem Betrieb arbeitet, der mindestens fünf Jugendliche oder Azubis und bereits einen Betriebsrat hat. Stimmberechtigt sind alle Beschäftigten unter 18 Jahren genauso wie alle, die ihre Berufsausbildung absolvieren. Zur Wahl aufstellen lassen können sich darüber hinaus Beschäftigte unter 25 ohne AuszubildendenStatus.


Alle Infos rund um die Wahl gibt es im Netz unter
www.javportal.de. Azubis aus der
Bau, Land und Forstwirtschaft sowie aus der Gebäudereinigung, die einen
„NachwuchsBetriebsrat“ gründen wollen oder Hilfe bei der Wahl brauchen, finden Rat
bei der Jungen BAU unter
https://www.instagram.com/jungebau/ oder
www.facebook.com/JungeIGBAU
.