TEILEN
"Bewegliche Lettern": Jürgen Hölscher, Rolf Scholten, Bernd Sondermann, Dagmar Plümer und Ernst Groß freuen sich auf die Ausstellung in der Stadtbücherei. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Ernst Groß und Jürgen Hölscher sind ehemalige Mitarbeiter der Lüdenscheider Druckerei Staats. Die beiden Männer haben als Schriftsetzer gearbeitet. Das war ein hoch angesehener Beruf, bis neue Technik die Arbeit der Schriftsetzer überflüssig machte. Zusammen mit dem Verein Freunde der Stadtbücherei haben sich Ernst Groß und Jürgen Hölscher einen Traum erfüllt. Sie zeigen in der Ausstellung „Bewegliche Lettern“ vom 28. Februar bis 4. April in der Stadtbücherei alles, was bis zum 15. Mai 1979 ihren Arbeitsalltag bei Staats bestimmt hat.

Sie sind sich der epochalen Bedeutung des Bleisatzes und Bleidrucks bewusst und wollen mit der Ausstellung der Nachwelt zeigen, mit welcher Technik 500 Jahre lang Nachrichten, Wissen, Flugblätter und mehr verbreitet worden sind.

“Eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt”

Nachdem die Druckerei Staats vollständig auf Fotosatz umgestellt hatte, erhielten die Mitarbeiter damals Gelegenheit, Druckplatten, Maschinen, Setzkästen, Werkzeuge und vieles mehr vor dem Verschrotten zu retten. Das alles lagert zurzeit in der Doppelgarage von Ernst Groß. Schon lange bestand bei den beiden Männern der Wunsch, Bleidruck und Bleisatz in einer Ausstellung zu dokumentieren. „Das war schließlich eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt“, sagt Jürgen Hölscher.

Anzeige

Sie sprachen beim Märkischen Zeitungsverlag und im Museum vor. Vergeblich. Bürgermeister Dieter Dzewas stellte schließlich den Kontakt zu den Freunden der Stadtbücherei her. Ab April 2019 nahm die Idee zur Ausstellung schließlich Gestalt an.

Ausführliche Broschüre

„Hinter uns liegt ein hartes Stück Arbeit“, sagt Rolf Scholten, Vorsitzender der Freunde der Stadtbücherei. Er zeichnet zusammen mit Bernd Sondermann für eine Broschüre verantwortlich. Sie widmet sich ausführlich der Geschichte und den Techniken des Druckereiwesens. Sie sei allen empfohlen, die ihr Wissen vertiefen möchte. Das Hochglanzheft mit vielen Bildern und QR-Codes ist gegen einen Druckkostenzuschuss von vier Euro an der Informationstheke der Stadtbüchereikostet zu erhalten.

In einigen Tagen wechseln die Exponate ihren Standort und werden aus der Doppelgarage von Ernst Groß zum Markt in der Bücherei transportiert. Fleißige Helfer werden die Freunde der Stadtbücherei dabei unterstützen. Sie müssen kräftig zupacken. Das Rundstereo, die Druckplatte für den Rotationsdruck einer Zeitungsseite aus Blei, ist mit einem Gewicht von rund 30 Kilogramm ein ganz schön schwerer Brocken.

“Bewegliche Lettern” könnte mit einem echten Coup enden. Bevor die Ausstellung abgebaut wird, resien Fachleute aus dem LWL-Museum Hagen a. Sie werden prüfen, ob einige der Exponate in die Präsentation von rund 200 Jahren Technik- und Handwerksgeschichte aufgenommen werden können.

Zwei Veranstaltungen im Begleitprogramm

Die Ausstellung wird am Freitag, 28. Februar, um 17 Uhr eröffnet. Danach ist sie bis 4. April zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen. Führungen, beispielsweise für Schulklassen, sind nach Rücksprache mit der Stadtbücherei möglich.

Zum Begleitprogramm gehört die Besichtigung des MZV-Druckzentrums in Meinerzhagen (6. März, Abfahrt ab 16.15 Uhr Parkplatz Bergstadtgymnasium in Fahrgemeinschaften. Interessenten können sich noch anschließen). Anmeldung bei Rolf Scholten (rolf.scholten@t-online.de) oder Tel. 0 23 51/42 33 4)

Die Busexkursion mit Besuch des Gutenberg-Museums in Mainz in Kooperation mit dem Geschichts- und Heimatverein am 28. März ist bereits ausgebucht.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here