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Der Becher, den Turbo-Schnecken-Vorsitzende Brigitte Klein (links) in der Hand hält, hat eine Leendauer von 15 Minuten. Dann landet er im Müll. Viola Link (rechts mit ST-Chef Heino Lange), wirbt für den Gebrauch von wiederverwendbaren Bechern. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Turbo-Schnecken wollen einen abfallarmen und einen möglichst CO2-freien AOK-Firmenlauf. Das Großereignis am 5. Juli soll Vorbildcharakter erhalten. Mit der Fotoausstellung „Wilder Müll“ werben sie im Vorfeld der Veranstaltung im Vereinsdomizil „Schneckenhaus“ an der Bräuckenstraße zusammen mit der Umweltberatung der Verbraucherzentrale und dem STL für Abfallvermeidung.

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Die Poster im Erdgeschoss und in der ersten Etage stammen aus der Verbraucherzentrale NRW. Sie zeigen eindrücklich, was sorgloser Umgang mit Abfall in der Umwelt anrichten kann. Heino Lange, Werkleiter des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs der Stadt Lüdenscheid, wartet im Pressegespräch mit lokalen Zahlen auf.

Monat für Monat bis zum 30 Tonnen wilder Müll

Monat für Monat sammeln seine Mitarbeiter zwischen 25 und 30 Tonnen Abfall auf, der achtlos in die Landschaft geworfen wird. „Das reicht von Zigarettenkippen und Plastikbechern über alte Autoreifen bis zur ausrangierten Waschmaschine“, sagt er. Rund 400.000 Euro wendet die Stadt Lüdenscheid jährlich für die Beseitigung solcher Umweltferkeleien auf. „Ohne diesen zusätzlichen Aufwand könnte die Müllgebühr um vier Prozent gesenkt werden“, rechnet der STL-Chef vor.



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Viola Link: “Das Abfallproblem wächst”

Wilder Müll ist auch in den Schulen ein Thema. Diesen “Abfallfisch” in der Ausstellung haben Schüler des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs in Plettenberg entworden. Foto: Wolfgang Teipel

„Müll ist für uns jeden Tag ein Thema“, ruft Heino Lange zum verantwortlichen Umgang mit Ressourcen und Abfall auf. Deshalb unterstütze STL das Vorhaben der Turbo-Schnecken. „Wir sind immer froh, wenn wir Kooperationspartner finden.“ Viola Link, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale, ist ebenfalls froh darüber, dass die Verbraucherzentrale am abfall- und CO2-armen Firmenlauf mitwirken kann. „Wir Deutschen verstehen uns als Recycling-Weltmeister, doch unser Abfallproblem wächst, weil wir immer mehr Müll erzeugen und vor allem auch immer mehr Abfall als wilder Müll in der Landschaft landet”, sagt sie. Auch Viola Link hält eine Lüdenscheider Zahl parat. „Pro Entsorgungseinsatz für Altreifen oder Kühlschränke im Wald fallen in Lüdenscheid rund 150 Euro Kosten an“, hat sie ermittelt. Zusätzlich seien viele Stoffe aus diesen Produkten besonders umweltschädlich, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt würden.

Recyceln ist gut, Vermeidung ist besser

Aber auch die Plastikflasche oder der Coffee-to-go-Becher schädigten die Umwelt, wenn sie achtlos weggeworfen würden. Stichwort Mikroplastik. Heute könne noch niemand die Folgen für die Nahrungskette abschätzen, die die winzigen Plastikteilchen anrichteten. „Recyceln ist gut, aber noch besser ist der Abfall, der gar nicht erst entsteht“, wirbt Viola Link für strikte Vermeidung.

Wiederverwenden statt Wegwerfen – das ist auch das Motto des Tausch- und Verschenkmarktes, den STL als kostenlosen Service eingerichtet hat. Die Internetplattform kann unter https://www.stl-luedenscheid.de/tauschen-verschenken aufgerufen werden.

 

 

 

 

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