Plettenberg. Die Märkische Kreisjägerschaft weist darauf hin, dass die Brut- und Setzzeit der Wildtiere in vollem Gange ist und bittet Waldbesucher, darauf Rücksicht zu nehmen.

Mit den ersten Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen beginnen das Brutgeschäft und die Zeit der Jungtiere. „Zahlreiche Singvögel beginnen jetzt mit der Brut. Neben Hasen und Kaninchen, setzen zudem vor allem die Rehe bald ihre Kitze. Auch die Wildschweine haben bereits neuen Nachwuchs bekommen,“ erklärt Hartmut Tengler, Hegeringsleiter in Plettenberg.

Zur Zeit der Aufzucht brauchen die Wildtiere viel Ruhe, um ihre Jungen groß zu ziehen. Die Kreisjägerschaft macht aufmerksam, dass sich Stress und Störungen negativ auf die Tiere auswirken können. „Verantwortungsvolle Spaziergänger sollten auf den Wegen bleiben und Hunde an der Leine führen,“ bittet Tengler. „Leider kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit tragenden Tieren oder Jungtieren durch freilaufende Hunde. Dieses Tierleid wollen wir unter allen Umständen verhindern,“ ergänzt Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit. „Wir bitten alle Erholungssuchenden um besondere Rücksichtnahme! Auch im letzten Jahr kam es leider in etlichen Revieren Plettenbergs wieder zu sehr unschönen Szenen, bei denen freilaufende Hunde im Feld oder im Wald trächtige Ricken oder bereits gesetzte Kitze angefallen haben. Diese Tiere haben danach fast keine Überlebenschancen mehr. Was bleibt, ist ein leidendes oder totes Tier und Betroffenheit bei allen Beteiligten. Dies kann durch vermehrte Aufmerksamkeit in diesem Jahr hoffentlich verhindert werden.“

Eine allgemeine Anleinpflicht für Hunde gibt es zwar, sie gilt allerdings überwiegend für innerörtliche Bereiche wie Fußgängerzonen und Parks. Große Hunde (mindestens 40 cm, mindestens 20 kg) sind darüber hinaus außerhalb eines befriedeten Besitztums auf allen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angeleint zu führen, wenn diese innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile liegen. Ausnahmeregelungen gelten für besonders ausgewiesene Hundeauslaufbereiche.

Foto: roja48/pixelio

Zudem häufen sich Fälle falsch verstandener Tierliebe in den letzten Jahren immer mehr, berichtet die Kreisjägerschaft. Feldhasen und andere Jungtiere, wie beispielsweise ein vermeintlich verwaistes Kitz, werden aufgesammelt und mit nach Hause genommen. „Jungtiere sollten unter keinen Umständen angefasst werden“, warnt Thomas Kroll-Bote, Obmann für Naturschutz und Biotophege im Hegering Plettenberg. „Es ist ganz normal, dass ein Jungtier alleine, gut versteckt im Gras oder Feld sitzt. Hier wird es in einem ruhigen Moment von seiner Mutter gesäugt.“ Wird ein Tier angefasst, muss es verhungern, weil die Mutter nicht mehr zurückkommt.

Wer sich unsicher ist, ob ein Tier verletzt oder verlassen ist, sollte sich an eine sachkundige Stelle wenden. „Hierfür stehen der Hegering Plettenberg und seine Jäger gerne zur Verfügung“, betont Hartmut Tengler.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here