Arne Machel: „Wenn ich fotografiere, schaue ich nicht nur, ich höre auch genau zu - den Geschichten, die meine Motive erzählen." Foto: Wolfgang Teipel

Halver. Der Blick fürs Detail – er zeichnet den Kiersper Fotografen Arne Machel aus. Verwitterte Bootsrümpfe, vom Wetter gegerbte Tore, manche in Würde gealtert, manche schlicht vergammelt oder notdürftig ausgebessert: Sie liefern die Impulse für Arne Machels „arte casual“. Das ist nicht mehr aber auch nicht weniger als „zufällige Kunst“, geschaffen von Wind, Regen, Salz, Fäulnis und Sonne. Die großformatigen Prints wirken wie Gemälde. Bis 20. August sind sie in der Villa Wippermann zu sehen.

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Bürgermeister Michael Brosch: “Arne Machel sieht Dinge, an denen so viele achtlos vorübergehen.” Foto: Wolfgang Teipel

„Arne Machel sieht die Dinge, an denen so viele achtlos vorübergehen“, sagte Bürgermeister Michael Brosch am Sonntag anlässlich der Vernissage zur Ausstellungseröffnung.

Dabei bezeichnet „arte casual“ nur den Entstehungsprozess von Machels Motiven. Dass er sie findet, ist beileibe kein Zufall.

Schätze abseits der Touristenströme

Seit über 20 Jahren besucht der Kiersper Mallorca, der Deutschen liebste Urlaubsinsel. Allerdings bewegt er sich abseits der Touristenströme. Seine Wege führen in ins Inland, weg von den Stränden oder zu kleinen Werften, in denen die Mallorquiner ihre Fischerboote reparieren lassen. Und hier kann es dann plötzlich passieren, dass verwittertes Holz, abgeblätterte Farben in Kombination mit rostigen Schrauben oder Nägeln plötzlich als eine Gruppe von Männern erscheinen, die an der Quelle rasten. Dann wittert Arne Machel ein neues Motiv für ein Projekt „arte casual“ und zückt seine Kamera.

“arte casual” in der Endlosschleife: Besucher können die Bilder auch auf einem großen Bildschirm betrachten. Foto: Wolfgang Teipel

„Wenn ich fotografiere, schaue ich nicht nur, ich höre auch genau zu – den Geschichten, die meine Motive erzählen“, erklärt er. Dass die Mallorquiner Altes bewahren und oft mit viel Improvisationskunst über die Zeit retten, kommt dem Fotografen dabei sehr gelegen.

Werke passen in die Villa

Und irgendwie passen seine Werke auf eine besondere Art in die Villa Wippermann. Das über 120 Jahre alte Gebäude ist mit viel Liebe zum Detail zum Regionalmuseum umgebaut worden. In der Dauerausstellung im Obergeschoss sind Zeugnisse aus der Halveraner Geschichte zu sehen. Machels Bilder werden im Erdgeschoss präsentiert. Hier ist Platz für die Wechselausstellungen (ab 25. August Leonardo da Vincis Maschinen).

Virtuose Gitarrenmusik von Andreas Koch

Andreas Koch bot bei der Vernissage virtuose Gitarrenmusik. Foto: Wolfgang Teipel

Andreas Kochs Leidenschaft sind alte Gitarren. Bei der Vernissage präsentierte der Kiersper Konzertgitarrist ein soeben restauriertes historisches Instrument aus dem Jahr 1822. So passten auch Koch und seine virtuose Gitarrenmusik in den Rahmen. Er spielte unter anderem einen Walzer von Napoléon Coste, einem französischen Gitarrenlehrer und Komponisten. Coste zählt zu den herausragenden Vertretern der Epoche der romantischen Gitarre, einer Zeit, aus der die neuste Errungenschaft in Kochs Instrumentensammlung stammt. Ihr Klang verzauberte am Sonntag den Kiersper Fotografen und die Besucher der Vernissage. So entwickelte sich ein perfekter Dreiklang aus Musik, Architektur und Fotokunst.

Ausstellung „arte casual“ bis 20. August im Regionalmuseum Villa Wippermann, Frankfurter Straße 45, 58553 Halver

Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr

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